Wie wollen wir leben? [Beitrag zu Blogparade von einfach frei leben]

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Wie wollen wir leben? An welchen Werten möchten wir unser Leben ausrichten? Und wie können wir diesen Vorstellungen auch im Alltag gerecht werden?

Julia vom Blog einfach frei leben hat mit den genannten Fragen zur Blogparade eingeladen und hier folgt meine Antwort.

Der Anker im Sturm

Die Zeiten sind turbulent. Es verändert sich gerade unheimlich viel.

Die Gewissheiten von gestern, sind die Nostalgie von heute.

Es fühlt sich an wie ein großer Umbruch. Vielleicht sehen wir tatsächlich gerade das Ende eines alten Systems und den Beginn eines neuen Zyklus.

Kein Wunder, dass wir nach neuer Orientierung suchen. Zeiten der Unsicherheit sind immer auch Zeiten der Rückbesinnung auf einst über Bord geworfene Werte. Prinzipien und Tugenden, die wir lange nicht gepflegt oder schon als überflüssig abgeschrieben hatten, wirken plötzlich wieder anziehend – Familie, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Sicherheit, Ehrlichkeit, Beständigkeit, Verlässlichkeit.

Werte geben uns Halt. Sie sind wie der Anker eines Schiffes in Zeiten des Sturms.

Doch so fest wie ein Anker uns auch am Meeresboden halten mag: An der Wasseroberfläche muss ein Boot noch beweglich bleiben, um Wind und Wellenbewegungen auszugleichen.

Deshalb sollten wir trotz der neuen Sehnsucht nach Ordnung und Orientierung nicht allein auf das Bekannte und Bewährte zurückgreifen. Wir sollten uns auch eine gewisse Flexibilität erhalten, um die positiven Seiten von Veränderungen zu erkennen und sie zu nutzen.

Es ist wie beim Reiten: Das Gleichgewicht mit dem Pferd findet ein Reiter nur, wenn er ständig die Bewegungen der Pferdes ausgleicht, also selbst in Bewegung bleibt. Je mehr er verkrampft und sich festhält, desto schwieriger fällt ihm die Balance. Das gilt gerade bei höheren Geschwindigkeiten.

Auf die Frage der Blogparade „Wie wollen wir leben?“ bezogen, braucht es in meinen Augen für eine lebenswerte, selbstbestimmte Zukunft also zweierlei: Feste Werte, an denen wir uns orientieren können, bei gleichzeitiger Beweglichkeit, um auf Unerwartetes reagieren zu können.

Wie möchte ich leben?

Wenn ich daran denke, wie ich in Zukunft leben möchte, dann fallen mir zuallererst die zwei Werte ein, die auch diesem Blog seinen Namen gegeben haben: Freiheit und Mut. Egal, was die Zukunft bringen wird – ich möchte weiterhin immer etwas mutiger handeln und mir möglichst viel Freiheit bewahren bzw. dazugewinnen.

Ein glückliches Leben ist für mich möglichst unabhängig von äußeren Umständen und der Meinung anderer. Ein Leben, in dem ich meine persönlichen Ziele verfolgen und an den täglichen Herausforderungen wachsen kann.

Übrigens: Falls Du sie noch nicht kennst, findest Du auf diesem Blog eine Übung, mit der Du Deine 5 zentralen Werte herausfinden kannst. Außerdem zeige ich Dir, wie Du Dir am besten Ziele setzt und anschließend effektiv am Erreichen Deiner Ziele arbeitest.

Was bedeutet das im Alltag?

Die eigenen Werte kennen – schön und gut. Im Alltag erleben wir aber leider zu oft, dass wir uns zwischen konkurrierenden Werten entscheiden oder zumindest zeitweise Prioritäten setzen müssen. Wie schafft man es, sich treu zu bleiben, obwohl man in verschiedene Richtungen gezogen wird?

Auch bei der Antwort auf diese Frage möchte ich auf die Kernthemen dieses Blogs zurückkommen. Sie eigenen sich meiner Meinung nach nämlich perfekt, um einen guten Mittelweg zwischen festem Ziel und veränderlicher Route zu finden.

Minimalismus

Minimalismus ist eine Methode, um festzustellen, was wichtig im Leben ist. In Zeiten von großen Veränderungen ist die Fähigkeit unterscheiden zu können, was dazu zählt und was nicht, eine Superpower.

Mit Klarheit über die Menschen, Aktivitäten und Werte, die uns wichtig sind, können wir in unübersichtlichen Situationen schnell wieder den Fokus finden und unsere Anstrengungen auf sie konzentrieren.

Natürlich sind diese Schwerpunkte nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt. Je nach Lebensphase und Erfahrungsschatz mögen wir andere Prioritäten setzen. Doch allein die Erkenntnis, was unser Leben nicht wirklich reicher macht und wir in Zukunft loslassen können, schafft Erleichterung, wenn wir Neuland betreten.

Wie auch immer wir unser Leben leben wollen: Anstatt in Krisen dem Gefühl der Ohnmacht zu verfallen oder vor lauter Überforderung Ablenkungsmöglichkeiten nachzugeben, leuchtet uns Minimalismus auch in stürmischen Zeiten den Weg und macht das Leben so etwas einfacher.

Gute Gewohnheiten

Was soll ich tun? Auch gute Gewohnheiten können für uns ein Anker inmitten größter Turbulenzen sein. Ein strukturierter Alltag, bewährte Systeme zur Bewältigung von Aufgaben und Methoden, mit denen wir unseren Körper und Geist trainieren, geben uns Sicherheit und Stabilität. Von innen.

Was wir jeden Tag üben, kann uns morgen nicht mehr (so stark) erschüttern – sowohl körperlich als auch mental.

Gute Gewohnheiten, an denen ich auch in Zukunft festhalten möchte, weil sie mir bislang gut tun, sind:

Auszeiten vom Alltag

Wenn es wirklich wild wird, hilft es, sich eine Auszeit zu nehmen. Ganz gewusst eine gewisse Zeit aus dem Wahnsinn auszusteigen und sich wieder auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu besinnen.

Ob dies bei einem Mediendetox passiert oder einer Reise, bei der wir sehen, wie anders Menschen leben können, ist im Grunde egal. Fest steht: Ab und zu braucht jeder von uns eine Pause, um erholt wieder einzusteigen und mit neuer Kraft für das zu kämpfen, was einem wichtig ist.

Wie wäre es, wenn Du Dir jetzt in der Adventszeit eine kleine Auszeit schenkst? Viele Ideen dafür findest Du in meinem Artikel „Einfach einen Tag Auszeit nehmen“.

Unterstützende Finanzen

Finanzen sind ein weiteres Mittel, um Sicherheit und Freiheit zu erreichen – gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten. Wie viel geordnete finanzielle Verhältnisse wert sind, lernt man dann erst so richtig wertschätzen.

Aufgrund der hohen Inflation bzw. der allgemein steigenden Kosten ist ein guter Überblick über die persönliche Finanzsituation jetzt essentiell. Außerdem ist es hilfreich, frugal mit allen Ausgaben umzugehen, Vorräte anzulegen und Einnahmen bzw. Ersparnisse möglichst krisensicher zu investieren.

Wer sich bereits in guten wirtschaftlichen Zeiten beherzt um seine Finanzen gekümmert hat, kann in schwierigen Zeiten auf ein finanzielles Polster zurückgreifen. Doch auch wer in diesen Tagen erst anfängt, sich über Geldfragen Gedanken zu machen, kann bis zum Jahresende noch einiges für sein Bankkonto erreichen.

Wie wollen wir leben?

Minimalismus, gute Gewohnheiten, Auszeiten vom Alltag und unterstützende Finanzen sind in meinen Augen vier sich ergänzende Methoden, um erfolgreich mit Unsicherheit umzugehen. Anstatt in Panik zu verfallen ermöglichen sie es, in Ruhe bei sich und den eigenen Wertmaßstäben zu bleiben. Sie sind für mich die Vier Säulen eines einfach besseren Lebens, die uns Stabilität bei gleichzeitiger Flexibilität ermöglichen.

Wie die Zukunft aussehen wird, weiß niemand.

Wahrscheinlich verlieren wir als Gesellschaft insgesamt an Wohlstand. Vielleicht bekommen wir eine neue Währung. Vielleicht nehmen die gesellschaftlichen Spannungen zu und die politischen Extreme wachsen.

Sicher ist nur, was ich auch in Zukunft beeinflussen kann: meine Gedanken, meine Wort und meine Taten. Insofern konzentriere ich mich genau darauf und übe mich ansonsten in stoischer Gelassenheit.

Für das, was ich beeinflussen kann, übernehme ich die Verantwortung: Dass ich unterscheiden lerne, was wichtig und was unwichtig ist, dass ich jeden Tag daran arbeite besser zu werden, dass ich anderen dabei helfe, selbst mutig zu handeln und freier zu leben. Dass ich ein Vorbild darin werde, Dinge einfach besser zu machen.

Wie möchtest Du leben? Was ist Dir auch in Zukunft wichtig? 
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Weitere Beiträge zur Blogparade „Wie wollen wir leben?“ findest Du auf dem Blog einfach frei leben von Julia.

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir außerdem folgende Artikel:

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Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Grit

    Liebe Rebecca
    herzlichen Dank für deinen Beitrag. Du hast sehr viele Denkanstöße mit vielen weiterführenden spannenden Beiträgen. Für mich sind die kurzen Auszeiten vom Alltag sehr wichtig. Vor allem, wenn der Kopf zu viel dreht, dann ist es höchste Zeit für eine Auszeit. Ich liebe es in die Berge zu gehen. Da ich diese vor der Haustüre habe, kann ich schnell und unkompliziert „verschwinden“… Aber auch Minimalismus finde ich immer wichtiger.
    Und übrigens habe ich deinem Beitrag und deiner Website zu verdanken, dass ich die Blogparade von Julia noch entdeckt habe :-).
    Ich wünsche uns allen viel Mut und Freiheit für die künftigen Herausforderungen.
    liebe Grüße
    Grit

    1. Rebecca

      Liebe Grit,
      danke für Deine guten Wünsche! Freue mich, dass ich Dich ganz kurzfristig zur Teilnahme an der Blogparade motivieren konnte. Deinen Beitrag zur Selbstfindung ist ganz wertvoll. Wir brauchen alle Zeit, um uns selbst so gut kennenzulernen, dass wir unterscheiden können, wie wir leben möchten und wie lieber nicht. Deine Fragen helfen dabei.
      Um die Berge vor der Haustür beneide ich Dich ein wenig! Hier im Münsterland ist es ja ziemlich flach. Dafür kommt man gut mit dem Rad voran…
      Liebe Grüße
      Rebecca

  2. Thomas

    Liebe Rebecca

    Danke für deinen aufbauenden Artikel – gleich mal dein Blog abonniert kannte ich noch gar nicht weiter so 🙂
    Viele Grüße
    Thomas

    1. Rebecca

      Lieber Thomas,
      danke für die tolle Rückmeldung! Freue mich riesig 😉
      Herzlich
      Rebecca

  3. Annabel

    Liebe Rebecca,

    dass du dich auf die aktuelle Krisensituation beziehst, finde ich super! Es macht Mut, deine Worte zu lesen.

    Der Vergleich, Werte seien wie ein Anker, der uns in der Tiefe Halt gibt und uns an der Oberfläche dennoch flexibel sein lässt, trifft den Nagel auf den Kopf.

    Und ich finde es gut, dass du auch die Eigenverantwortung ansprichst. Denn ich sehe es genauso: Über das, was draußen vor sich geht, haben wir nun mal keine Kontrolle. Aber was wir im Innern daraus machen, haben wir selbst in der Hand.

    Liebe Grüße

    Annabel

    1. Rebecca

      Liebe Annabel,
      danke für Deinen schönen Kommentar! Ich liebe einfach maritime Sprachbilder 😉
      In Deinem Beitrag zur Blogparade gehst Du auch auf Werte ein und darauf, dass Glück im Grunde nichts kosten muss. Ein Spaziergang durch die Natur beruhigt den Geist und sorgt wieder für Klarheit wie sonst kein anderes Mittel. Vielleicht sollten Ärzte bei Unruhe häufiger Waldbesuche verschreiben?
      Liebe Grüße
      Rebecca

      1. Annabel

        Ich glaube, mal gelesen zu haben, dass in Japan Waldbesuche von Ärzten verordnet werden. Das würde ich hierzulande auch begrüßen.

        Alles Liebe

        Annabel

  4. Julia

    Liebe Rebecca,

    ein toller Artikel, vielen Dank für Deinen Artikel zu diesem Thema. Wie wichtig es ist, die eigenen Werte zu leben, aber auch immer wieder zu hinterfragen, habe ich selbst bereits erlebt. Ich finde Dein Bild des Bootes sehr schön, verankert bleiben, aber gleichzeitig flexibel, so können wir Stürmen trotzen.
    Und Auszeiten sind sehr wichtig, das musste ich dieses Jahr selbst feststellen.

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Rebecca

      Liebe Julia,
      danke Dir für Deine Einladung zur Blogparade! Je länger ich mich mit der Frage „Wie wollen wir leben?“ beschäftige, desto anspruchsvoller finde ich sie. Die weiteren, bislang eingegangenen Beiträge zur Blogparade (darunter Deiner) sind auch spannend und ich empfehle sie jedem, der sich ebenfalls mit seinen persönlichen Werten und der Zukunft auseinandersetzen will. Toll, dass Du die Initiative dazu ergriffen hast!
      Liebe Grüße
      Rebecca

  5. Hanna

    Liebe Rebecca,
    was uns die Zukunft bringt und wie sich alles entwickelt, ist leider sehr ungewiss in diesen Zeiten. Ich versuche im Alltag, die Nachrichten weitesgehend auszuklammern und mir dann gezielt Zeit zu nehmen, mich mit den aktuellen Entwicklungen in der Welt zu befassen.
    Deine 4 Säulen beschreiben sehr gut, was einem in diesen Zeiten Stabilität geben kann. Gerade den Punkt „Auszeiten vom Alltag“ finde ich sehr wichtig, denn in seinem täglichen Rhytmus und Stress von der Arbeit sieht man manchmal nicht die schönen Dinge um sich herum.

    viele liebe Grüße,
    Hanna

    1. Rebecca

      Liebe Hanna,
      ich beobachte auch, wie die täglichen Nachrichten eher zu Verunsicherung als zur neutralen Information beitragen. Nach dem Lesen oder Ansehen fühlt man sich oft hilflos anstatt zu wissen, wie man jetzt bessere Entscheidungen treffen könnte. Deshalb finde ich Deinen Ansatz sehr gut, Nachrichten im Alltag soweit wie möglich auszuklammern und sich dafür bewusst mehr Zeit zum Verstehen der großen Zusammenhänge zu nehmen. Dann hat man auch mehr Zeit für die schönen Dinge 🙂
      Herzliche Grüße
      Rebecca

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