Sparen beim Reisen – aber am richtigen Ende!

You are currently viewing Sparen beim Reisen – aber am richtigen Ende!

Wenn das Fernweh pocht und das Reisefieber steigt, gibt es wahrscheinlich nichts Nüchterneres, als sich mit der Reisekasse zu befassen. Der lang ersehnte Urlaub soll schließlich die schönste Zeit des Jahres werden und bei den dabei anfallenden Kosten drückt man in der Regel nachsichtig ein Auge zu.

Auch ich bin der Meinung, dass man im Urlaub nicht jeden Cent (bzw. die entsprechende Landeswährung) dreimal umdrehen sollte. Das verursacht auf Dauer nur schlechte Laune. Doch es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, auch unterwegs sparsam (aber nicht geizig) zu sein, ohne auf unvergessliche Erlebnisse verzichten zu müssen.

6 persönlich erprobte Tipps, wie Du sinnvoll beim Reisen sparen kannst, habe ich in diesem Artikel für Dich zusammengefasst.

Sparen beim Reisen – aber am richtigen Ende!

1. Reisebudget

Damit nach dem Urlaub beim Blick auf das Bankkonto Deine Erholung nicht so schnell verfliegt, wie sich ein Amarettokeks im frisch gebrühten Espresso auflöst, kannst Du vorher ein Reisebudget festlegen.

Wie hoch Du ein Reisebudget ansetzt, hängt natürlich davon ab, was Du Dir leisten kannst bzw. wie viel Du Dir leisten möchtest. Weil bei einem kleinen Budget bestimmte Reiseziele und -arten eher unrealistisch sind (z. B. Weltreisen, mehrwöchige Schiffsreisen), ist es umso wichtiger, Dir genau zu überlegen, wofür Du Dein Geld ausgeben willst.

In keinem Fall solltest Du für Reisen einen Kredit aufnehmen – auch wenn die Urlaubsfotos aus der Karibik noch so viele Likes anziehen würden. Anstatt mit der Last von roten Zahlen zu reisen prüfe lieber, wie viel Geld Du im Vorfeld jeden Monat sparen kannst bzw. welche Summe Du für Freizeitaktivitäten zur Verfügung hast.

Das Reisebudget umfasst dann entweder ein frei verwendbares Gesamtbudget oder legt eine Höchstgrenze für alle anfallenden Kosten fest. Wenn Du nicht alle anfallenden Ausgaben für einen Urlaub vorhersehen kannst, sind die Budgets auch als Orientierungshilfe während des Urlaubs praktisch. Du kannst z. B. ein bestimmtes Budget pro Urlaubstag festlegen und Dich daran im Urlaub orientieren.

Normalerweise geben wir im Urlaub deutlich mehr Geld aus als im Alltag. Ich denke, ein Budget (zusätzlich zur Unterkunft) von 50 bis 100 Euro pro Tag für für Essen, Trinken, Transportmittel und Eintrittsgelder ist (in europäischen Ländern) realistisch.

2. Unterkunft

Bei der Reiseunterkunft kannst Du sinnvoll sparen, indem Du im Vorfeld die Preise von Übernachtungsanbietern wie Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Ferienwohnungen, Campingplätzen etc. vergleichst.

Welche Art der Unterkunft Du wählst, hängt neben Deinem Budget auch von Deinen Vorlieben ab. Ich persönlich finde es im Urlaub erholsam, mich einmal nicht um das Frühstück und ein sauberes Bad kümmern zu müssen. Wenn Dir andere Dinge wichtiger sind, kannst Du auf andere (günstigere) Übernachtungsformen zurückgreifen.

Unterkunftspreise sind bekanntlich in der Nebensaison niedriger. Aber auch wenn Du in der Hauptsaison verreist, kannst Du mit einfachen Mitteln sparen: So sind häufig Übernachtungen an bestimmten Wochentagen günstiger, z. B. bei Anreise an einem Sonn- oder Montag. Auch wenn sich ein Gebäudeteil eines Hotels (z. B. die Sauna) im Umbau befindet, kann das eine Gelegenheit für ein günstiges Angebot sein – sofern Du auf den Spabereich verzichten magst.

Achte zudem auf spezielle Angebote wie z. B. „4 Nächte zum Preis von 3 Nächten“ oder andere preiswerte Arrangements der Anbieter. Bei den örtlichen Tourismusbüros lassen sich oft günstige Paketangebote für Urlauber finden, u. a. mit Zusatzleistungen wie Eintrittskarten oder der Anreise per Bahn.

3. Transport

Wie kommst Du schnell und günstig in den Urlaub? Wenn es Dir nicht auf Exotik ankommt, ist ein nahes Reiseziel im Vergleich zu einem weit entfernt liegenden Urlaubsort in den meisten Fällen budgetschonender (und nachhaltiger). Es gibt zwar Länder, in denen die Lebenshaltungskosten gering und somit Urlaube recht günstig sind, doch bei einer kurzen Anreise spart Du Dir nicht nur den (Langstrecken-)Flug, sondern auch viel Zeit und Nerven.

Mit dem Auto, Bus oder der Bahn kommst Du garantiert in 3 Stunden an ein attraktives Reiseziel. Wetten, dass? Die Pandemie hat mich gelehrt, dass es auch in meinem Heimatland noch viele Schätze zu entdecken gibt.

Dauert die Anreise doch länger, finde ich folgende Perspektive hilfreich: Sieh die Transportzeit schon als Teil Deines Urlaubs an! Du kannst Dir den Transfer z. B. mit kurzen Zwischenstopps bei Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg liegen (beachte die braunen Schilder an den Autobahnen), oder einem Picknick versüßen. Ein Nickerchen ist unterwegs doppelt gut: Wer mit dem Nachtzug an- und abreist, kommt ausgeruht an und spart sich gleich zwei Übernachtungen vor Ort.

Vielleicht auch für Dich interessant: Leicht reisen – 3 Tipps, um mit wenig Gepäck auszukommen

Apropos vor Ort: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine zentrale Unterkunftslage mit niedrigen Transportkosten „bezahlt macht“. Sind Museen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten fußläufig gut erreichbar, spart man sich viele U-Bahn-, Bus- oder Taxifahrten.

4. Essen und Trinken

Die Verpflegung auf Reisen ist vielleicht die Kategorie, bei der das Sparen am einfachsten erscheint. Wer eine Küche in der Urlaubsunterkunft zu Verfügung hat, kann sich sicherlich günstiger ernähren als jemand, der immer auf gastronomische Angebote angewiesen ist.

Doch nicht jeder möchte während der schönsten Zeit des Jahres Kochen und den Abwasch erledigen. Außerdem verpasst man bei der Selbstverpflegung leicht eines der besten Dinge am Reisen! Abgesehen von neuen Gerichten oder fremden Zutaten wartet die ganze Esskultur eines Landes darauf entdeckt zu werden.

Wie andere Kulturen ein gutes (nicht unbedingt teures) Essen zelebrieren, z. B. begleitet von heimischen Weinen, Musik und in großer Gesellschaft, sagt uns viel über ihre Lebenseinstellung aus. Nicht allein wegen der leckeren Lebensmittel, sondern auch aufgrund ihrer Fähigkeit zu genießen führen z. B. die Bewohner des Mittelmeerraumes tendenziell ein gesünderes und glücklicheres Leben als Fastfoodnationen.

In jedem Fall lohnt es sich, sich während des Urlaubs mit den landes- bzw. regionaltypischen Spezialitäten vertraut zu machen und ab und an über den eigenen kulinarischen Schatten zu springen. Wer weiß, vielleicht entdeckst Du Dein neues Lieblingsessen?

Um beim Restaurantbesuch nicht in überteuerten Touristenfallen zu tappen und dann wieder Burger mit Pommes zu essen, kannst Du Dich bei Einheimischen oder Hotelangestellten nach Empfehlungen erkundigen. In der Regel liegen die guten und preiswerteren Restaurants etwas abseits der Hauptstraßen und verzichten auf Menüs mit Bildern.

Bei der Verpflegung leicht einige Euros sparen kannst Du, wenn Du in (kleinen, zentral gelegenen) Supermärkten z. B. Wasserflaschen, Kekse oder Obst für die Zeit, in der Du unterwegs bist, kaufst. Zwischendurch bietet sich anstelle eines ausgiebigen Mittagessens oft eine günstige Kleinigkeit an, wie ein Fischbrötchen an der See, ein Teilchen vom (echten) Bäcker oder einfach ein Lunchpaket aus dem Hotel.

5. Aktivitäten

Was Du im Urlaub unternimmst, bestimmt wohl mit am meisten, wie gerne Du Dich an ihn erinnern wirst – und muss nicht unbedingt teuer sein. Viele schöne Aktivitäten kosten gar kein oder nur wenig Geld, z. B. Wandern, Spazieren gehen, Rad fahren, Schwimmen, Boot fahren oder das Sightseeing von Kirchen, Gärten oder archäologischen Stätten.

Oftmals gibt es (an bestimmten Tagen) auch kostenlose oder (mit Gutschein rabbatierte) Kulturangebote, z. B. den Eintritt in Ausstellungen und Freizeitparks, Stadtführungen oder Open Air-Veranstaltungen. Am besten informierst Du Dich über aktuelle Angebote bei der Touristeninformation oder dem Veranstaltungskalender Deines Urlaubsortes.

Manchmal bieten Hotels ihren Gästen auch vergünstigte Kooperationen mit Partnern aus der näheren Umgebung an, z. B. Probierpakete, Sportkurse oder Wellnessangebote. Ansonsten kannst Du bei Tickets in der Regel Geld sparen, wenn Du einen Ermäßigungsgrund nachweisen kannst (z. B. Studenten-, Presse- oder Künstlerausweis) oder zu den Tageszeiten einen Besuch einplanst, an denen für gewöhnlich wenig los ist (z. B. vormittags im Schwimmbad, mittags im Theater oder spät abends im Museum).

6. Souvenirs?

Souvenirs sind in meinen Augen der Ausgabenposten auf Reisen, auf denen man am ehesten verzichten kann. Ich empfehle, Erinnerungsstücke höchstens dann zu erwerben, wenn am Ende Deiner Reise noch etwas Budget übrig ist, und dann nur bestimmte Dinge zu kaufen.

Für die zu Hause Gebliebenen sind Souvenirs wie Miniaturtempel, bemalte Teller oder Glasuntersetzer oft nichtssagend, weil jenen der persönliche Eindruck oder die Geschichte dazu fehlt. Letztlich stehen diese Mitbringsel oft nur ungenutzt herum.

Investiere Dein Geld besser in Souvenirs mit Mehrwert, z. B. authentische Lebensmittel wie Olivenöl, Süßigkeiten oder Kräuter. Eine andere Idee: Du schreibst aus dem Urlaub Deinen Lieben eine Postkarte – das ist persönlich, hat heutzutage Seltenheitswert und der Überraschungseffekt am Briefkasten ist garantiert. Damit erfüllst Du gleich 3 Wünsche auf einmal 😉

Für Deine eigene Erinnerung an eine wunderbare Reise eignen sich ein paar ausgewählte Fotos. Möchtest Du die Reise im Alltag weiterhin lebendig halten, könntest Du etwas kaufen, das Du immer wieder benutzt, z. B. „eine Tasche aus Paris“ oder „ein Ledergürtel aus Italien“ – das klingt doch schon wie ein Kurzurlaub, oder?

Vom Sinn des Reisens

Wie, wo und mit wem Du Deinen Urlaub verbringst – ich hoffe, Du erlebst eine unvergessliche Zeit, kommst gesund wieder zurück und meine Ideen helfen Dir dabei, Deine Urlaubskasse nicht in die Luft zu sprengen.

Die Spartipps haben Dir hoffentlich auch gezeigt, dass es beim Reisen gar nicht auf Luxushotels, 6-Gänge-Menüs und Infinity Pools ankommt. Vielmehr geht es beim Reisen darum, die knappe Zeit an einem anderen Ort so intensiv wie möglich zu erleben.

Im Grunde ist es völlig egal, wie weit weg von Zuhause Dein Reiseziel liegt und wie groß Dein Urlaubsbudget ist: Der Sinn des Reisens besteht darin, Abstand vom Alltag zu gewinnen, neue Eindrücke zu sammeln und schließlich zu erkennen, dass es auch möglich ist, ganz anders zu leben, als die restlichen Tage des Jahres. Und diese Erkenntnis ist unbezahlbar.

Lesetipp

Vom achtsamen Reisen erzählt auch das Buch “Slow Travel. Die Kunst des Reisens”* von Dan Kieran. Falls Du auf der Suche nach einer entschleunigenden Urlaubslektüre bist, kann ich Dir diesen inspirierenden Reisebegleiter nur empfehlen. Noch mehr persönliche Buchempfehlungen findest Du hier.

*Affiliate-Link: s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung

Meine Frage an Dich: Worauf möchtest Du beim Reisen keinesfalls verzichten?

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir folgende Artikel:

Möchtest Du mehr über Minimalismus, gute Gewohnheiten und Auszeiten vom Alltag lesen? Dann melde Dich für meinen Newsletter Einfach bessere Nachrichten an:

Teile diesen Beitrag

Schreiben Sie einen Kommentar