Warum Du Dich im Loslassen üben solltest

Warum Du Dich im Loslassen üben solltest

Glaubst Du, Du nutzt Dein ganzes Potential aus? Oder könntest Du eigentlich mehr erreichen?

In allen Lebensbereichen warten Chancen auf uns, ergriffen zu werden: Beziehungen zu vertiefen, uns für Herzensprojekte zu engagieren oder mehr über uns und die Welt zu lernen.

Die Lücke zwischen „eigentlich“ und „tatsächlich“ – dem, was wir machen könnten aber nicht tun – ist unser ungenutztes Potential. Die Möglichkeiten, die wir nicht nutzen, obwohl wir sie nutzen wollen.

Sie verstreichen, weil wir uns zurückhalten lassen. Oft weil wir an etwas festhalten, das uns nicht (mehr) dient.

Wenn Du Dich nicht länger aufhalten lassen willst, der Mensch zu sein, der Du sein könntest, solltest Du Dich im Loslassen üben.

Was Dich zurückhalten kann

Es gibt viele Ursachen dafür, dass wir hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben. Blicken wir auf 3 häufige Gründe, weswegen wir uns unnötigerweise zurückhalten lassen:

1. Überflüssige Gegenstände

Die Gegenstände, mit denen wir uns umgeben, haben eine großen Einfluss auf unser Leben. Zurückhaltend wirken sich v. a. Gegenstände aus, die mit negativen Emotionen behaftet oder an übertriebene Erwartungen geknüpft sind.

Manche Gegenstände sorgen für ein ständig schlechtes Gewissen, etwa teure, aber ungenutzte Sportausrüstung, Kleidung, die uns nicht mehr passt, oder Make-Up, das uns zu aufwändig aufzutragen ist.

Auch Bücher, die uns nicht interessieren, Werkzeug, das nicht richtig funktioniert oder mit negativen Erinnerungen verbundene persönliche Sachen kosten Energie.

Andere Gegenstände hindern uns daran, Neues zu wagen. So kann uns die Verantwortung für Immobilien und Besitztümer davon abhalten zu verreisen, umzuziehen oder neue Projekte zu beginnen.

Die Gegenstände fordern zwar fortlaufend Platz in unserem Leben, Zeit und Aufmerksamkeit. Das hartnäckige Festhalten an ihnen bindet aber auch Ressourcen, die wir in wichtigere Angelegenheiten stecken könnten.

2. Schlechte Gewohnheiten

So wie gute Gewohnheiten das Leben leichter machen, können schlechte Gewohnheiten das Leben erschweren. Besonders üble Gewohnheiten rauben uns Energie und Lebensfreude.

  • Wenn wir uns ungesund ernähren und wenig bewegen, fühlen wir uns schlapp
  • Zu viel Zeit vor dem Fernseher oder in den sozialen Medien macht uns unruhig
  • Ständig wichtige Aufgaben vor sich her zu schieben wirkt demotivierend
  • Übermäßiger Konsum kann uns in unserer finanziellen Freiheit einschränken.

Zwar bieten uns diese und ähnliche Handlungen kurzfristig gesehen Vorteile (Zeitersparnis, Entspannung, Vernetzung, Belohnung). Ihre auf Dauer negativen Folgen machen wir uns dagegen selten bewusst.

3. Negative Gedanken

Unsere Gedanken sind wahrscheinlich der wichtigste Ansatzpunkt, wenn es darum geht unser Potential zu heben – oder verkümmern zu lassen.

Willst Du wissen, welche Gedanken Dich momentan zurückhalten? Mache einfach einen Schnelltest und ergänze ganz spontan folgende Sätze:

Ich bin zu …

Ich habe zu wenig …

Ich habe nicht verdient, dass …

Ich kann nicht, weil …

Die Welt ist voller …

Egal ob bezogen auf Deine Arbeit, Beziehungen, Finanzen, Gesundheit oder persönliche Entwicklung – üblicherweise sind die Gedanken, die wir dazu denken, recht negativ. Seien es negative Gedanken über uns selbst, wie Selbstzweifel und Ängste, oder negative Gedanken über andere Menschen wie Misstrauen und Neid.

Das liegt zum einen an der Negativity Bias, der Überbetonung von negativen Erfahrungen gegenüber positiven, und zum anderen auch daran, dass wir viele Sorgen und Zweifel unbewusst von anderen Menschen und aus Medien übernehmen.

Durch negative Glaubenssätze wie „Ich bin zu jung / zu alt“, „Ich habe zu wenig Geld / Erfahrung“ oder „Die Welt ist voller Idioten / Halsabschneider“ legen wir uns selbst Steine in den Weg:

  • Wir trauen uns nicht, uns auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben
  • Wir wagen es nicht, ein eigenes Unternehmen zu gründen
  • Es fällt uns schwer anderen Menschen zu vertrauen.

In Gedanken fokussieren wir uns auf die Risiken; das, was schiefgehen könnte. Dadurch lassen wir uns nicht nur viele Chancen entgehen. Wir führen auch so manche Enttäuschungen selbst herbei und machen uns das Leben (unnötig) schwer, indem wir alles und jeden kontrollieren wollen.

Wie Du Dich im Loslassen übst

Sind die Ketten, an denen wir hängen, unauflöslich? Nein. Viele Dinge, die uns heute noch zurückhalten, können wir lösen, oder zumindest lockern. Was Du heute loslässt, kann Dich morgen nicht mehr zurückhalten. Deine Hände werden frei sein, um nach Neuem zu greifen.

„Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.“

Buddha

Loslassen befreit, ist aber auch leichter gesagt als getan. Zum Glück können wir uns im Loslassen üben.

Ein paar Vorschläge, wie Du Dich im Loslassen übst:

  • Miste regelmäßig überflüssige Gegenstände aus
  • Identifiziere schlechte Gewohnheiten und ersetze sie durch bessere
  • Beobachte Deine Gedanken, z. B. indem Du Tagebuch führst, und entlarve Deine negativen Glaubenssätze
  • Schenke anderen Menschen Dein Vertrauen und gib ihnen die Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Willst Du Dein ganzes Potential nutzen, übe Dich im Loslassen.

Die Unsicherheit lieben lernen

Zum Loslassen gehört es notwendigerweise auch, mit einem gewissen Maß an Unsicherheit zu leben. Denn wenn wir etwas loslassen, geben wir auch die Kontrolle darüber ab. Das mag uns am Anfang verunsichern, sollte uns aber wiederum nicht zurückhalten.

Je häufiger wir loslassen, desto gelassener werden wir darin, mit Unsicherheit umzugehen. Wahrscheinlich wirst Du die neuen Freiheiten nicht mehr missen wollen.

Mit dem Thema Loslassen beschäftigt sich auch der Autor Leo Babauta. Auf seinem Blog Zen Habits findest Du viele weitere Tipps und Ideen dazu, bewusst die Unsicherheit, die das Loslassen mit sich bringt, zuzulassen, aufmerksam wahrzunehmen und irgendwann vielleicht sogar zu genießen.

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