3 Ideen, wie Du mehr Mut findest

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„Die Komfortzone verlassen“ – ein Aufruf, dem man immer häufiger begegnet. Verbunden stets mit dem Versprechen, dass jenseits der Zonengrenzen das große Glück auf uns wartet.

Bei der Vorstellung eines glücklichen Grenzgangs frage ich mich allerdings, wie man die komfortable Zone überwinden soll, wenn nicht einmal klar ist, wo ihre Grenzen liegen und wie streng die Wachtposten sich verhalten.

Eines ist jedenfalls klar: Das Verlassen der Komfortzone erfordert Mut. Und egal ob Mut tatsächlich der Schlüssel zum Glück sein sollte oder nicht – ich denke, ab und zu kann jeder von uns eine kleine Dosis Mut vertragen. Deshalb stelle ich Dir in diesem Beitrag 3 Ideen vor, wie Du im Alltag mehr Mut finden kannst.

Was ist Mut?

Auch wer nicht Extremsportarten betreibt, gerne vor großem Publikum Reden schwingt oder als Unternehmensgründer große finanzielle Risiken auf sich nimmt, kann mutig sein. Für viele Menschen besteht eine Mutprobe schon darin, ein lange aufgeschobenes Telefonat zu führen, in einer Diskussionsrunde die eigene Meinung zu vertreten oder sich endlich zu erlauben, so zu sein, wie man eben ist. Mutlöwe statt Angsthase.

Mutig ist für mich jemand, der etwas tut, wovon er überzeugt ist, obwohl er Angst davor hat. Andersherum kann Mut genauso darin liegen, etwas nicht zu tun, von dem man überzeugt ist, dass es falsch ist.

Was genau Mut ist, kann für jeden von uns etwas anderes bedeuten und selbst die unscheinbarsten Handlungen verlangen uns manchmal den allergrößten Mut ab. Mut ist also etwas sehr Persönliches und manchmal von außen unsichtbar. Letztlich weißt wahrscheinlich nur Du selbst, wann Du mutig gehandelt und wann Du gekniffen hast.

Lust auf eine Mutprobe?

Obwohl wir einerseits von unterschiedlichen Mutleveln ausgehen können, ähneln sich andererseits die Situationen, die uns allen mehr oder weniger viel Mut abverlangen: Dabei geht es in der Regel darum, ein körperliches oder ein soziales Risiko einzugehen.

Die meisten Mutproben, denen wir im Alltag begegnen, haben jedoch wenig mit körperlicher Gefahr zu tun. Vielmehr machen uns die sozialen Folgen unserer Entscheidungen und Handlungen zu schaffen. Es erfordert Mut, die persönliche Haltung kundzutun, auch wenn andere Menschen sie nicht hören wollen, oder Dinge zu tun, obwohl die meisten Menschen sie nicht tun würden bzw. sogar davon abraten.

Angst vor dem Urteil anderer

Sobald unser Verhalten auf andere Menschen wirken kann, fragen wir uns, wie andere Menschen auf uns reagieren. Aus evolutionärer Sicht war es für Individuen von großem Vorteil, die Reaktionen der Mitmenschen gut lesen zu können und sich dem Verhalten einer Gruppe anzupassen. Bei zu viel Abweichung drohte stets die Ausgrenzung durch die Gruppe und damit echte Lebensgefahr. Bis heute verlässt uns schnell der Mut, wenn unser Verhalten bei anderen nicht auf Verständnis zu stoßen droht. Das gefürchtete negative Urteil anderer Menschen lässt uns davor zurückschrecken Dinge zu tun, die wir gerne tun würden, oder lässt uns Dinge tun, von denen wir nicht überzeugt sind.

Dinge aus Angst aufschieben

Eine weitere Form der Angst, die uns daran hindert, unser Potential voll auszuschöpfen, versteckt sich im Aufschieben: Wenn wir Dinge vor uns herschieben, hat das nicht immer nur mit Faulheit oder mangelnder Willensstärke zu tun. Manchmal haben wir Angst etwas zu tun, selbst wenn wir es im Grunde gerne tun würden und auch selbst in der Hand hätten, z. B. jemanden ansprechen, uns auf den Traumjob bewerben, kündigen, eine Familie gründen oder auswandern.

Hinter dem notorischen Aufschieben liegen paradoxerweise oft genau die Dinge, die uns besonders wichtig sind. Warum? Weil es sich um das handelt, was uns persönlich mit am wichtigsten ist, haben wir auch besonders viel Angst davor zu versagen oder etwas falsch zu machen. Besser warten wir noch etwas ab, bereiten uns besser darauf vor, lesen noch einen Blogartikel zu dem Thema…

3 Ideen, wie Du Mut findest

Zu erkennen, wovor und warum man Angst hat, ist vielleicht schon ein Fortschritt. Doch wie schaffen wir es, unsere Ängste zu überwinden?

Ich bin zwar keine Mutexpertin, aber ich habe ein paar Ideen:

1. Mut finden in kleinen Schritten

Mutig wird man – wie bei allen Fähigkeiten – indem man sich im Mutigsein übt.

In ganz alltäglichen Situationen kannst Du immer wieder üben Mut aufzubringen, zum Beispiel in dem Du

  • beim Sport hin und wieder an Deine körperlichen Grenzen gehst
  • einen Freund kontaktierst, mit dem Du schon viele Jahre keinen Kontakt mehr hattest
  • auf einer Party oder Messe ein Gespräch mit (sympathischen) Fremden beginnst
  • Dich darin übst, Deine Meinung zu vertreten, z. B. durch Wortbeiträge in Konferenzen
  • Lernst, Nein zu sagen
  • Dich regelmäßig neuen, ungewohnten Situationen aussetzt, z. B. auf Reisen, bei Fortbildungen und privaten Unternehmungen.

Mit der Zeit gewinnst Du so nicht nur mehr Selbstvertrauen, sondern lernst auch Deine eigenen Fähigkeiten und fremde Situationen besser einzuschätzen. Insgesamt geht es ja auch darum, das jeweils passende Maß Mut zu finden, bei dem wir weder uns über- noch Gefahren unterschätzen.

2. Die Perspektive wechseln

Um mehr Mut zu finden, kann es auch helfen, eine andere Perspektive auf das eigene Leben einzunehmen.

Wenn wir etwa unsere Lebenszeit im Vergleich zur Erdgeschichte oder unseren Platz auf der Erde im Vergleich zum Universum betrachten, schrumpfen die meisten Ängste zur Bedeutungslosigkeit zusammen. Selbst heute in einem Jahr werden wahrscheinlich 90 Prozent unserer aktuellen Sorgen vergessen sein.

Ein weiterer ermutigender Gedanke: Jegliche Sicherheit ist nur eine Illusion. Deshalb wirst Du Dich auch nie zu 100 Prozent vorbereiten, nie alle Bücher zu einem Thema lesen, nie alle Risiken abstellen können, bevor Du beginnst. Wie etwas geht und wie es ausgeht, wirst Du immer nur erfahren, wenn Du anfängst es zu tun.

Was uns außerdem unabhängiger von der Meinung andere macht: Die eigenen Werte zu kennen und Ziele zu setzen, die uns motivieren,

3. Negative Vorstellungskraft nutzen

Um mehr innere Sicherheit zu gewinnen, anstatt äußere Sicherheit zu suchen, kannst Du auch ein Gedankenexperiment ausprobieren: Stelle Dir dazu vor, was im schlimmsten Fall passieren könnte, wenn Du etwas tun würdest, wovor Du Angst hast, und überlege Dir auch, wie Du in diesem Fall reagieren könntest.

Sagen wir zum Beispiel, Du hast Angst davor Deinen Job zu kündigen und eine Auszeit zu nehmen, weil Du befürchtest, anschließend keine neue Arbeit zu finden. Im allerschlimmsten Fall würde Dir das Geld ausgehen und Du könntest Dir Deine Miete, Nahrungsmittel etc. nicht mehr leisten.

Was könntest Du in diesem Fall tun? Nun, Du könntest Dich z. B. auf einen Job in einer anderen Branche oder mit einem leicht anderen Profil bewerben, Du könntest übergangsweise eine Teilzeitstelle annehmen oder Familie und Freunde bitten, Dich zu unterstützen. Du könntest Dich auch auf eine solche Situation vorbereiten und vor der Kündigung finanzielle Rücklagen bilden oder Deine beruflichen Kompetenzen während der Auszeit ausbauen.

Das Gedankenexperiment lässt Dich idealerweise erkennen, dass Dir selbst bei den denkbar negativsten Konsequenzen einer Entscheidung immer noch viele Handlungsmöglichkeiten offen stehen. Und so schlimm wie befürchtet, kommt es meistens gar nicht.

Der Lohn der Mühe

Achten wir lieber auf die Dinge, die uns im besten Fall passieren können, wenn wir mutig sind. Meine Erfahrung: Wer mutig ist wächst innerlich! Wer Mut beweist, fühlt sich anschließend viel besser, lernt sich und andere besser kennen, erlebt mehr und bereut weniger.

Und sollten wir am Ende nicht allein Angst vor den Dingen haben, die wir bereuen, nicht getan zu haben? Mutig ist derjenige, der auf seine innere Stimme hört und ihr so gut es geht in Worten und Taten folgt.

Deshalb: Kratze immer wieder an den Grenzen Deiner Komfortzone, lerne, mit offenen Situationen umzugehen und traue Dir jeden Tag ein bisschen mehr zu.

Den Mutigen gehört die Welt.

Meine Frage an Dich: Wann warst Du das letzte Mal mutig?

Weiterführende Linktipps

*Affiliate-Link: s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Annabel

    Liebe Rebecca,

    vielen Dank für diesen Mutmacher!

    Ich finde es toll, dass du darauf hinweist, wie unterschiedlich hoch die Mutschwelle für jeden Einzelnen sein kann. Während manche kaum ohne Angst das Haus verlassen können, brauchen andere den Bungee-Sprung, um überhaupt ein angstvolles Kribbeln zu spüren. Schnell kommt man sich im Vergleich mit den Mutigsten wie ein Versager vor. Dabei beweisen gerade diejenigen, die der Alltag schon vor die größten Herausforderungen stellt, wie mutig sie sind. Denn sie konfrontieren sich tagtäglich mit ihren Ängsten.

    Ein wirklich gelungener Beitrag, um sich den eigenen Unsicherheiten des alltäglichen Lebens mutig zu stellen!

    Viele liebe Grüße

    Annabel

    1. Rebecca

      Liebe Annabel,

      vielen Dank für Deinen Beitrag und den Hinweis zu den Ängsten, die für einige von uns schon den Alltag zu einer Herausforderung werden lassen. Wenn es darum geht, mutig zu sein (und in vielen anderen Fällen auch), ist ein Vergleich mit anderen möglicherweise nur frustrierend. Besser, man konzentriert sich darauf, vom persönlichen Mutstandort auf kleine Veränderungen zu erzielen.

      Herzliche Grüße
      Rebecca

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