Einfach einen Tag Auszeit nehmen

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Nicht jeder von uns hat die Möglichkeit, eine monatelange Auszeit vom Job oder ein beruflich gefördertes Sabbatical zu nehmen. Aber jeder kennt diese Momente, in denen wir uns von unserem Alltag überwältigt fühlen, von unseren Routinen gelangweilt, wie ein leerer Akku.

Wenn alles um uns grau wie das Novemberwetter erscheint, hilft es manchmal schon, sich für einen einzelnen Tag Auszeit zu nehmen.

Ideen, wie Du gut durch den Winter kommst, findest Du hier.

Ein Tag für die Seele

Nehmen wir eine „Auszeit“ wörtlich, dann handelt es sich um eine Zeit ohne etwas – Termine, Verpflichtungen, vielleicht Dein Smartphone. Schenke Dir einen Tag, der nur Dir gehört, an dem Du alles weglässt, was sonst Stress, Unruhe und schlechte Gefühle in Dir hervorruft.

Höre aufmerksam auf Deine Bedürfnisse. Das ist nicht egoistisch. Es ist vielmehr so, dass Du nur dann Dein Bestes geben und auch anderen helfen kannst, wenn Du Dich vorher um Dich selbst gekümmert hast.

Damit ein freier Tag uns neue Kraft schenkt, gestalten wir ihn idealerweise bewusst anders als einen normalen Tag, brechen mit Gewohnheiten und sorgen für etwas, was uns im Alltag oft fehlt. Das Zauberwort lautet Abwechslung.

Für Abwechslung vom Alltag sorgen

Wenn wir eine neue Erfahrung machen, werden in unserem Gehirn mehr Neuronen aktiv. Wir widmen neuen Ereignissen mehr Aufmerksamkeit und speichern mehr Details im Gehirn ab. Das führt dazu, dass wir uns lebendiger erinnern und das Gefühl haben, dass die Zeit langsamer vergangen ist als bei bekannten Tätigkeiten.

Für körperliche Abwechslung sorgst Du, indem Du Dein Sportprogramm variierst. Gerade körperliche Aktivität verspricht einen großen Erholungseffekt. Gehst Du sonst am liebsten spazieren, könntest Du heute eine Runde Fahrrad fahren.

Machst Du üblicherweise zu Hause Gymnastik, könntest Du an Deinem freien Tag ins Schwimmbad gehen. Wenn Du lieber in Deiner Wohnung bleiben möchtest, könntest Du mit Hilfe eines Lehrvideos eine neue Sportart ausprobieren (ich empfehle Ballett oder Kickboxen).

Weitere Möglichkeiten, während Deiner Auszeit für einen Tag neue Erinnerungen zu erschaffen: ein neues Rezept kochen, ein Tagebuch beginnen, einen Dir unbekannten Stadtteil erkunden oder in einem Geschäft einkaufen, an dem Du bislang immer vorbeigegangen bist.

Was brauchst Du?

Weißt Du, was Dir im Alltag fehlt? Nutze Deinen Tag Auszeit, um genau diese Lücke zu füllen. Es muss ja nicht gleich ein Microadventure sein.

Manchmal brauchen wir einfach etwas mehr Ruhe. Dann kannst Du an Deinem freien Tag einfach lange schlafen und nach dem späten Frühstück noch ein Nickerchen machen. Wenn Du im Bett etwas gelesen hast und Dir die Augen zufallen, darfst Du heute einfach einschlafen.

Frage Dich auch, was Dein Körper gerade braucht. Vielleicht verdient er heute eine Extra-Portion Zuwendung. Du könntest ein Bad nehmen und Dich danach mit einer pflegenden Lotion einreiben. Je nachdem, was sich für Dich angenehm anfühlt, kannst Du auch eine Haarkur verwenden, Deinen Nägeln eine Maniküre gönnen oder Dich massieren lassen.

Wenn Du Dich nach Gesellschaft sehnst, könntest Du mit Freunden oder Familienmitgliedern telefonieren, sie zum Essen einladen oder mit ihnen etwas spielen (natürlich unter Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen). Oder Du unternimmst etwas Besonderes mit Deinem Partner und/oder Deinen Kindern.

Sorge für eine positive Stimmung

Ist Dir nicht nach Gesellschaft, verbringe den Tag alleine mit Dir. Für gute Gedanken sorgen Bücher, positive Affirmationen, inspirierende Vorträge (z.B. ein Ted-Talk), eine geführte Meditation oder eine Gedankenreise. Vielleicht hast Du auch Lust, kreativ zu sein und etwas zu malen, zu schreiben oder zu fotografieren?

In jedem Fall gut für die Stimmung ist es, nach draußen an die frische Luft zu gehen, Tageslicht zu tanken und die Natur zu genießen. Wie wäre es mit einem Spaziergang oder einer Wanderung zu einem besonders schönen Ort, z.B. einem See, durch einen Wald, auf einen Gipfel oder sogar zum Meer? Kraftorte, die Dir Energie spenden, können auch Kirchen sein, großzügige Plätze oder Aussichtspunkte.

Vielleicht heitert Dich auch die Erinnerung an etwas Liebgewonnenes aus Deine Kindheit auf? Schaue dazu Deinen Lieblingsfilm, koche Dein Lieblingsessen (immer passend sind Pudding, Milchreis oder heiße Schokolade), sieh Dir Fotoalben an oder höre Musik aus Deiner Zeit als Teenager.

Umgib Dich mit Schönem

Wenn Du das Gefühl hast, von Chaos umgeben zu sein (kein Wunder in diesem Jahr), hilft es, etwas in Deinem Umfeld in Ordnung zu bringen. Schaffst Du Ordnung im Außen, beruhigt Dich das im Innern. Du könntest Dir einen Platz zum Lesen schaffen, Deine Wohnung dekorieren oder etwas ausmisten.

Hole an Deinem Tag Auszeit auch etwas besonders Schönes in Dein Leben. Du könntest eine (digitale) Kunstausstellung besuchen, Dir einen Blumenstrauß besorgen, einen Bildband anschauen, eine Reisedokumentation von einem fernen Reiseziel sehen, Gedichte lesen, Kerzen anzünden, nachts die Sterne beobachten – alles, was Dich mit etwas Größerem als Dir selbst verbindet.

Oh, Happy Day

Egal, wofür Du Dich entscheidest: Genieße Deine Auszeit! Tu‘ das, wonach Dir ganz persönlich ist – ganz unabhängig davon, was man sonst von Dir erwartet. Ich hoffe, Du hast eine schöne Auszeit und danach wieder viel Power für alles, was der nächste Tag mit sich bringt.

Hast Du noch weitere Idee für kleine Auszeiten zwischendurch? Ich freue mich von Dir in den Kommentaren zu lesen!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Anton

    Hallo Rebecca, ein sehr guter Artikel, in dem ich mich voll wiederfinde. Ich gönne mir des Öfteren einen freien Tag von meinem Angestelltenjob, in der Regel einen Freitag. Vor Corona nutzte ich so einen Tag oft zum ausgiebigen Stöbern in der Bibliothek oder in einem Buchladen mit anschließendem Cafebesuch. Jetzt, wo es eher schwieriger ist, geniesse ich es, entschleunigt zu Fuss in die Stadt zu laufen, in meinem Lieblingsfischladen oder Markt einzukaufen und mit der Familie was aufwändiges zu kochen. Es bleibt an solchen Tagen auch Zeit übrig, an eigenen Projekten weiterzuarbeiten – die fühlen sich eher wie ein Hobby an.
    Kurz um – ich finde solche einzelnen Tage, die man sich bewusst gönnt und sie richtig zelebriert, einfach klasse und teilweise wirklich erholsamer, als einen richtigen 2 wöchigen Urlaub. Und wie oft kann man schon 2-wöchige Urlaube machen?:-) Da sind einzelne freie Tage einfach unschlagbar

    1. Rebecca

      Lieber Anton,
      vielen Dank für Deine Nachricht. Sie enthält ja viele neue Inspirationen für die Gestaltung eines freien Tages. Sehr schön!
      Ja, es muss nicht immer ein 2-wöchiger Urlaub sein. Bei der Erholung kommt es vor allem auf die Abwechslung an. Da können ein oder zwei Tage an einem anderen Ort oder das Ausprobieren von etwas Neuem schon einen großen Effekt haben.
      Herzliche Grüße
      Rebecca

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