9 Tipps, wie Du Dein digitales Leben vereinfachen kannst

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Genauso wie in der analogen Welt häuft sich auch im digitalen Raum mit der Zeit allerlei Gerümpel an. Unmengen an Dateien, Benachrichtigungen und Verpflichtungen fordern nicht nur Speicherplatz, sondern auch Aufmerksamkeit.

Die Möglichkeiten sich online zu informieren, auszutauschen, abzulenken – mitunter zu verlieren – sind unbegrenzt. Im Gegensatz zu unserer Zeit und Energie.

Wenn wir nicht gut aufpassen, wird der digitale Müll zu einer Belastung für uns, verursacht Stress und das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Deshalb ist es wichtig, Kontrolle über die Datenflut zu bekommen. Das gelingt, indem wir unser digitales Leben vereinfachen.

Dazu müssen wir sowohl den Eingang digitaler Informationen begrenzen als auch unsere digitalen Speicher ausmisten. Aus dem unendlichen Datenmeer nur das für uns Relevante herauszufischen und das Wertvolle zu behalten ist Ziel eines digitalen Minimalismus ist.

Im folgenden Artikel stelle ich Dir 9 Methoden vor, mit denen Du ab sofort Dein digitales Leben vereinfachen kannst.

Wie Du Dein digitales Leben vereinfachen kannst

1. So wenige Geräte wie möglich

Als Faustregel gilt: Je weniger Geräte Du nutzt, desto weniger Arbeit hast Du.

Computer, Laptops, Tablets und Smartphones, aber auch Smartwatches, Fernseher und weitere Geräte mit Internetverbindung, benötigen immer wieder unsere Ressourcen, um überhaupt zu funktionieren.

Bedenke bei der Anschaffung eines neuen Gerätes, dass Du Dich neben der Grundkonfiguration regelmäßig um Sicherheitsupdates, Sicherheitskopien und Software-Aktualisierungen kümmern musst, damit alle Funktionen erhalten bleiben.

Wenn Dir zusätzliche Geräte keinen deutlichen Mehrwert, ist es besser, auf sie zu verzichten.

2. So viele Programme wie nötig

Jedes Programm, das Du installierst, nimmt digitalen und mentalen Speicherplatz ein. Jede Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken verlangt Account- und Kontaktpflege. Zu viele Programme reduzieren Deine Rechenleistung, fordern Deine Zeit ein und machen es damit schwerer, sich auf das zu konzentrieren, was wichtiger wäre.

Deshalb solltest Du generell nur so viele Programme wie nötig installieren.

Programme und Apps, die Du selten benutzt (z. B. weniger als einmal pro Woche), könntest Du testweise entfernen. Solltest Du eines davon wider Erwarten in Zukunft doch benötigen, kannst Du es Dir gezielt neu installieren.

Bist Du Dir nicht sicher, ob Du Programme deinstallieren kannst, reicht es zunächst auch, die Verknüpfung vom Startbildschirm und der Taskleiste zu löschen und später zu entscheiden, ob Du Dich ganz von ihnen verabschieden kannst.

3. Startbildschirm aufräumen

Sieht Dein Desktop auch aus wie ein Wimmelbild?

Ein aufgeräumter Startbildschirm wirkt nicht nur ruhiger. Er erleichtert Dir auch den gezielten Zugriff auf die Anwendungen, die Du aktuell benötigst. Dateien, die Du nicht mehr bearbeitest (z. B. Word-Dokumente, pdf-Dateien, Fotos), kannst Du vom Startbildschirm löschen oder in einem Archivordner ablegen.

Auch die Lesezeichen in Deinem Browser kannst Du einmal nach „Leichen“ durchforsten. Wenn Du eine Internetseite nicht mindestens einmal pro Monat aufrufst, kannst Du sie getrost aus Deiner Lesezeichenliste entfernen. In Zukunft findest Du dann auch schneller die Seiten, die Dich wirklich interessieren.

4. Ablenkungen vermeiden

Bestimmte Programme, v. a. Spiele, soziale Medien und Nachrichtenportale, verführen dazu, sie bei Langeweile oder zur Ablenkung von schwierigen Aufgaben zu öffnen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dich einige Programme von wichtigen Aufgaben abhalten, solltest Du sie deinstallieren oder zumindest vom schnell erreichbaren Desktop entfernen.

Wenn Du ständig von Nachrichten unterbrochen wirst, hilft es, alle Signaltöne, Anzeigen und Push-Meldungen auszustellen. Möchtest Du konzentriert arbeiten und dabei nicht gestört werden, kannst Du währenddessen auch Dein Smartphone lautlos stellen, in den Flugmodus wechseln oder es in ein anderes Zimmer legen.

Ausführlicher beschreibe ich dieses Thema im Artikel So bekommst Du Deine Screen Time in den Griff.

5. Private E-Mails entrümpeln

Die E-Mails, die wir privat erhalten, bestehen leider oft aus Werbung, Spam und anderen überflüssigen Informationen. Wichtige, persönliche Nachrichten verschwinden dagegen leicht im Spamfilter.

So kannst Du Abhilfe schaffen und für einen aufgeräumten Posteingang sorgen:

  • Lege bei Deinem E-Mail-Anbieter eine „Blacklist“ für unerwünschte Nachrichten und eine „Whitelist“ für Absender erwünschter Post an.
  • Kennzeichne Spam- und Werbe-Mails als Spam.
  • Gib Deine private E-Mail-Adresse nur an seriöse Anbieter weiter.
  • Bestelle Newsletter ab, die Du nicht mehr liest.
  • Kündige digitale Abonnements, die Dich nicht mehr interessieren.
  • Stelle überflüssige E-Mails ab.
    Inzwischen erhalten wir per E-Mail oft Informationen, die wir auch auf anderen Wegen zuverlässig bekommen. Ich kontrolliere etwa regelmäßig den digitalen Postkorb meines Bankkontos. Deshalb kann ich auf E-Mails wie „Im Postkorb Ihrer Bank erwartet Sie eine Nachricht“ verzichten.
  • Lösche alte E-Mails, die Du nicht mehr benötigst.
  • Speichere Dateien aus E-Mails ab, wenn Du sie später noch verwenden möchtest (z. B. Fotos, längere Texte, Präsentationen). Anschließend kannst Du die E-Mail löschen.
  • Leere regelmäßig den Papierkorb.

6. Berufliche E-Mails begrenzen

Berufliche E-Mails können Segen und Flug zugleich sein. Sie ermöglichen einen schnellen, räumlich und zeitlich unabhängigen Informationsfluss zwischen mehreren Personen.

Allerdings fehlen in E-Mails auch wichtige kommunikative Rahmeninformationen des Absenders (z. B. Gestik, Mimik, Intonation), die für die richtige Interpretation einer Nachricht entscheidend sind. Entsprechend werden geschäftliche E-Mails sehr unterschiedlich interpretiert (tendenziell negativer als beabsichtigt) und Aufgaben bleiben oft unklar.

Bei komplexen Aufgabenstellungen mit zu erwartendem Erläuterungs- und Fragebedarf, solltest Du E-Mails eher vermeiden. Besser ist es, größere Sachverhalte persönlich, per Videokonferenz oder am Telefon zu besprechen.

Entscheidest Du Dich bewusst dafür, eine geschäftliche E-Mail zu schreiben, fasse Dich kurz, formuliere Dein Anliegen freundlich und präzise und erläutere, was Du vom Empfänger der Nachricht erwartest.

Dazu passt auch: Minimalismus im Homeoffice – einfach mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben

7. Inbox Zero

Und wie behält man den Überblick über die E-Mails, die laufend neu in den Posteingang gelangen?

Probiere diese Schritte aus:

  • Kurze Anfragen, die Du in weniger als zwei Minuten bearbeiten kannst, erledigst Du sofort (persönlich, telefonisch oder per E-Mail).
  • ­Aufgaben, für die Du mehr Zeit benötigst, überträgst Du auf eine (analoge oder digitale) To-Do-Liste. Das gibt Dir die Möglichkeit, mehrere Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ordnen und Du behältst die Übersicht, wenn Du bestimmte Aufgaben auf einen späteren Zeitpunkt verschiebst.
  • Bearbeitete E-Mails, die Du nicht mehr benötigst, werden gelöscht.
  • Bearbeitete E-Mails, die Du in Zukunft noch benötigst, legst Du in einem Unterordner des Posteingangs ab. Bei Bedarf findest Du die Nachricht am schnellsten über die Suchfunktion wieder.
  • Für E-Mail-Vorgänge, die Du erst nach der Rückmeldung von anderen Personen (z. B. Kollegen oder Kunden) (weiter) bearbeiten kannst, empfiehlt sich ein einfaches Wiedervorlage-System. Beispielsweise könntest Du Dir drei Tage vor Ablauf einer Frist in Deinen Kalender eine Erinnerung eintragen.

8. Fotos und Videos sortieren

Dem wachsenden Speicherplatz auf unseren Geräten folgt eine wachsende Menge an zu Speicherndem auf den Fersen. Nicht nur besondere Anlässe, sondern nahezu jede Begebenheit unseres Alltags wird inzwischen massenhaft auf Fotos und Videos festgehalten.

Wenn auch hier weniger mehr sein soll, könntest Du Dich bei der nächsten Gelegenheit fragen, ob Du überhaupt Fotos oder Videos brauchst oder vielleicht den Moment einfach so erlebst. Das geht. Um die Aufnahmen, die Du nicht machst, musst Du Dich anschließend auch nicht kümmern.

Falls Du Dich bewusst für Aufnahmen entscheidest, helfen Dir folgende Methoden, den Überblick zu behalten und die Aufnahmen später mit wenig Aufwand zu finden und zu genießen:

  • nicht gelungene Aufnahmen sofort löschen
  • Aufnahmen von Foto-, Handy- und Videokamera auf den Computer übertragen und in einem treffend beschrifteten Dateiordner ablegen (z. B. „Fotos Sizilienurlaub 2019“)
  • gesicherte Aufnahmen von Speicherkarten löschen
  • besonders gelungene Aufnahmen in einen separaten Dateiordner kopieren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt leicht wiederfinden und weiter verwenden zu können (z. B. für ein gerahmtes Bild, ein Fotobuch oder eine Veröffentlichung).

9. Nachrichtenkonsum minimieren

Um Dein digitales Leben zu vereinfachen, hilft es, das eigene Nutzungsverhalten einmal ganz allgemein zu überdenken.

Die Wahrheit lautet nämlich: Die große Mehrheit der Informationen, die wir digital (und auch analog) finden, ist nicht wichtig für unser Leben. In den Nachrichten geht es häufig um Klatsch, Katastrophen und Diskussionen, die uns nicht klüger machen.

Viele Medien leben auch davon, Informationen negativ, reißerisch und vereinfacht darzustellen. Es sollte uns bewusst sein, dass zu viele schlechte Nachrichten Ängste, Sorgen und Stress verstärken können.

Ich kann nur empfehlen, schlicht weniger Schlagzeilen zu konsumieren, oder – wie etwa Autor Rolf Dobelli – ganz auf Nachrichten zu verzichten. Die Informationen, die für Dich wirklich relevant sind, werden Dich auch auf anderen Wegen erreichen. Selbst während der Corona-Pandemie reicht es völlig aus, sich einmal täglich über ein regionales und ein nationales Nachrichtenportal über unmittelbar relevante Neuerungen zu informieren.

Die gute Seite des digitalen Lebens sehen

Die Omnipräsenz und ständige Verfügbarkeit digitaler Inhalte kann uns überwältigen und davon abhalten, die Dinge zu tun, die uns wichtig sind. Deshalb ist es sinnvoll sich darüber Gedanken zu machen, wie wir unser digitales Leben vereinfachen können.

Korrigieren wir unsere Nutzungsgewohnheiten bewusst dahingehend, dass die Technik uns dient – und nicht umgekehrt.

Und vergessen wir dabei nicht die großen Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt: Kommunikation über große Distanzen hinweg, Zugang zu weltweiten Erfahrungen und Ideen, Lösungsmöglichkeiten für Probleme von Millionen.

Meine Frage an Dich: Fällt es Dir leicht, digital Ordnung zu halten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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