So wird die 2-Minuten-Regel Dein Leben verändern

So wird die 2-Minuten-Regel Dein Leben verändern

Kennst Du schon die 2-Minuten-Regel? Sie besagt, dass Du alles, was Du innerhalb von zwei Minuten erledigen kannst, am besten sofort erledigst.

Klingt vielleicht im ersten Moment nicht revolutionär, doch ich verspreche Dir: Das Anwenden dieser Daumenregel kann Dein Leben verändern!

Warum, wie und in welchen Bereichen Du die 2-Minuten-Regel ab sofort anwenden solltest (und wann nicht), beschreibe ich in diesem Beitrag.

Aufgeschoben für die Ewigkeit

Es gibt diese kleinen Aufgaben, die zwar wichtig sind, die wir aber immer wieder aufschieben. Ihre Erledigung würde gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, doch gerade jetzt passt es einfach nicht so gut und deswegen schieben wir sie in die Zukunft.

Das hat Zeit. Das läuft nicht weg. Das mache ich später. Und schon wenden wir uns einer anderen Tätigkeit zu. Es macht ja auch keinen Unterschied, wann ich die Blumen gieße, das Werkzeug wieder einräume oder die Post sortiere, oder?

Irgendwann erinnern wir uns an die aufgeschobene Aufgabe – beim Anblick des Blumenbeets, unter der Dusche, beim Blick ins E-Mail-Postfach. Da war noch was ... Doch der günstigste Moment ist noch nicht gekommen. Wir verschieben die Aufgabe erneut auf einen anderen Zeitpunkt – wenn es besser passt.

Warum aufgeschobene Aufgaben immer schwieriger werden

Das Problem mit den aufgeschobenen Minuten-Aufgaben: Jeden Tag gibt es unzählige davon. Und je mehr wir von ihnen aufschieben, umso schwerer machen wir es uns.

Kleine Aufgaben, die wir prokrastinieren, sind nicht einfach nur da, sie entwickeln ein Eigenleben:

  • Die Erinnerung an sie durchkreuzt unsere Konzentration auf wichtigere Projekte:
    Ich muss Susannes Nachricht noch beantworten.
  • Sie erscheinen uns mit der Zeit immer schwieriger:
    Kann ich Frank auch nach zwei Monaten noch zur Hochzeit gratulieren?
  • Sie werden mit der Zeit immer anstrengender:
    Wieso habe ich den eingebrannten Topf nicht gleich nach dem Essen gespült?
  • Immer, wenn wir uns an sie erinnern, aber nichts tun, sabotiert das unsere Handlungsstärke:
    Das schwierige Telefonat kann ich auch noch nächste Woche führen. Oder übernächste.
  • Sie scheinen sich untereinander zusammenzutun, um in unserem Umfeld für maximales Chaos zu sorgen:
    Wieso sammelt sich immer auf dem Küchentisch so viel Krimskrams an?
  • Was wir nicht innerhalb von 72 Stunden erledigen, tendiert dazu sehr lange (wenn nicht sogar für immer) liegen zu bleiben:
    Ich bin die letzten Jahre auch mit dem Provisorium gut zurechtgekommen.

Was auffällt: Die Dinge, die wir nicht erledigen, rauben uns fortlaufend ein kleines bisschen Energie. Gibt es zu viele offene Aufgaben, fühlen wir uns irgendwann von ihnen überwältigt und wissen nicht mehr, wo wir anfangen sollen.

Doch soweit muss es nicht kommen. Nüchtern betrachtet hat es viele Vorteile, wenn wir uns gleich an die Arbeit machen.

Die beste Lösung: Einfach machen

Die 2-Minuten-Regel ist kinderleicht zu merken: Erledige Aufgaben, die weniger als zwei Minuten Zeit in Anspruch nehmen, sobald sie anfallen – ohne groß darüber nachzudenken.

Die erstaunlichste Erkenntnis dank der 2-Minuten-Regel? Die meisten Dinge erledigen sich viel leichter (und schneller) als gedacht. Im Nachhinein fragt man sich, warum man so lange damit gewartet hat.

Im Verhältnis zum Aufwand ist der Lohn bei den Mini-Aufgaben enorm. Der kurze Moment der Disziplin, den die 2-Minuten-Regel erfordert, wird reich belohnt – sei es durch mehr Ordnung, ein kleines Erfolgserlebnis oder mehr Energie.

Der lange Lohn der kurzen Mühe

Anstatt Energie durchs Aufschieben und Erinnern zu verlieren, verleihen uns die fix erledigten Handgriffe einen Schub: Jede kleine Aufgabe, die wir erfolgreich beenden, baut Momentum bzw. Schwung auf, d. h. unsere Fähigkeit wächst, anschließend weitere Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Wenn es Dir z. B. morgens zu Hause oder im Büro schwer fällt, in die Gänge kommen, kannst Du erst einige kleine Aufgaben erledigen, um dann mit Rückenwind größere Projekte anzugehen.

Affirmationen, die Dir helfen, die 2-Minuten-Regel anzuwenden

Es ist ja so: Auch wenn man mit dem Verstand die Vorteile einer Methode wie der 2-Minuten-Regel begriffen hat, heißt das noch lange nicht, dass man das Prinzip im Alltag auch konsequent anwendet. Uns Menschen fällt einfach immer mindestens eine Ausrede ein.

Wenn Du in Zukunft also die 2-Minuten-Regel anwenden möchtest, solltest Du geistig darauf vorbereitet sein.

Affirmationen, also das gewünschte Verhalten unterstützende Gedanken, können uns besonders gut zum Handeln zu motivieren. Im Moment der Entscheidung kannst Du Dir zum Beispiel innerlich vorsagen:

Da ich es sowieso erledigen muss, kann ich es auch gleich machen.“

Kurz anstrengen, lange daran erfreuen.“

Ich mache das jetzt.“

“Einfach machen.”

Mehr Ordnung im Leben

Die 2-Minuten-Regel eignet sich besonders gut, um Ordnung zu halten: Sobald etwas nicht mehr gebraucht wird, räumt man es an seinen Platz zurück. Wenn man diesem Prinzip folgt, müsste die Wohnung die meiste Zeit aufgeräumt sein.

Auch im Büro lässt sich die 2-Minuten-Regel häufig anwenden:

  • Beantworte eindeutige Anfragen sofort, nachdem Du sie bekommen hast.
  • Wenn Du mit einer Aufgabe fertig bist, archiviere oder entsorge die dazugehörigen Unterlagen.
  • Schlage einen Fachbegriff oder ein Fremdwort direkt nach, wenn Du etwas nicht verstehst.

Zum Thema Produktivität im Büro empfehle ich Dir auch meinen Artikel Minimalismus im Homeoffice – mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben

Einige Handgriffe lassen sich auch an sowieso wiederkehrende Aufgaben anschließen und können damit zur Routine werden:

  • Jacke, Schuhe, Taschen, Schlüssel etc. in den ersten Momenten aufräumen, in denen Du nach Hause kommst. Das sorgt für Ordnung im Eingangsbereich.
  • Die Küchenarbeitsplatte nach dem Benutzen abwischen und so für die nächste Kochrunde vorbereiten.
  • Nach dem Einschalten Deinen PC nach Updates suchen lassen.

So gesehen ist die 2-Minuten-Regel auch geeignet, uns beim Etablieren von guten Gewohnheiten zu unterstützen.

Es dauert z. B. nicht lange, ein Glas Wasser zu trinken, den Raum zu lüften, sich zwischen zwei sitzenden Tätigkeiten zu strecken oder bewusst ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Diese zeitlich überschaubaren Handlungen tragen (über den Tag verteilt) enorm dazu, dass es uns gut geht.

Dazu empfehle ich Dir auch: Stress reduzieren mit Mikroauszeiten

Wann Du die Regel nicht anwenden solltest

Zum Abschluss noch ein Warnhinweis: Natürlich gibt es auch von der 2-Minuten-Regel Ausnahmen.

Zu konsequent angewandt, kann die 2-Minuten-Regel dazu verleiten, sich im Kleinklein zu verlieren und größere Projekte zu vernachlässigen. Schütten wir zuerst Sand in ein Glas, passen die großen Steine nicht mehr hinein.

Wir wollen aber nicht nur von einer kleinen Aufgabe zur nächsten trippeln, sondern auch mit großen Schritten unsere Ziele verfolgen.

Mein Tipp: Nutze die 2-Minuten-Regel klug an den Stellen, an denen es für Dich sinnvoll ist. Du verhinderst, dass die 2-Minuten-Regel Dich von wichtigeren Dingen abhält, indem Du ihr z. B. ein Zeitlimit setzt (die ersten 10 Minuten im Büro) oder mehrere ähnliche Aufgaben (an einem Ort) hintereinander erledigst.

Die 2-Minuten-Regel geht übrigens auf den Zeitmanagementexperten David Allen zurück. Er beschreibt sie in seinem Buch “Gettings Things Done”, auf Deutsch: Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag* – einem Bestseller im Bereich der Produktivität und Selbstorganisation.

*Affiliate-Link (s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung)

Meine Frage an Dich: Welche Erfahrungen hast Du mit der 2-Minuten-Regel gemacht?

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir folgende Artikel:

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