Geld ist Zeit – Wie Dir ein Perspektivwechsel hilft, den wahren Wert von Zeit zu erkennen

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Time is Money. Zeit ist Geld. Die griffige Formulierung, die u.a. Benjamin Franklin schon im 18. Jahrhundert formulierte, ist heute für viele von uns zum Lebensmantra geworden: Nutze Deine Zeit, um (möglichst viel) Geld zu verdienen. Zeit, die Du faul verstreichen lässt, gleicht Geld, das Du sinnlos verschwendest hast.

Doch man kann den Satz „Zeit ist Geld“ auch umdrehen und aus dem Perspektivenwechsel ein neue, vielleicht noch wertvollere Erkenntnis gewinnen: Geld ist Zeit.

So gesehen stecken im Geld zwei besondere Potentiale:

  • Geld wird zum Eichmittel, mit dem wir den Wert unserer Zeit besser bemessen können
  • Geld kann als Werkzeug dienen, um Zeit zu gewinnen.

Wie Du Dir den Wert Deiner Zeit bewusst machst und welchen praktischen Nutzen Du daraus für Deinen Alltag ziehen kannst, beschreibe ich in diesem Artikel.

Wie viel Geld ist Deine Zeit wert?

Grundsätzlich ist Deine Lebenszeit unbezahlbar. Unsere Zeit auf Erden ist von Natur aus begrenzt und mit keinem Gold, Silber oder Geld dieser Welt wirst Du daran etwas ändern können.

Trotzdem halte ich es für aufschlussreich, sich Gedanken über den konkreten Wert der eigenen Zeit im Alltag zu machen.

Nehmen wir als Beispiel für „Geld ist Zeit“ den Kauf eines typischen Konsumprodukts. Ein neues Handy etwa kostet einen bestimmten Geldbetrag. Diesem Wert entspricht wiederum eine bestimmte Zeit, die wir investieren müssen, um die Geldmenge zu erwirtschaften. Als beruflich Angestellter z. B. gibt Dir das Verhältnis des Kaufpreis im Verhältnis zu Deinem Stundenlohn die Zeit an, die Du dafür arbeiten müsstest.

Sagen wir, das neue Handy kostet 600 Euro und Dein Stundenlohn beträgt 20 Euro. Dann müsstest Du insgesamt 30 Stunden (600/20=30) für das Handy arbeiten. Der Preis von 600 Euro entspricht also 30 Stunden Arbeits- bzw. Lebenszeit. Bei eine Vollzeitstelle von 40 Stunden pro Woche würdest Du eine 3/4-Woche lang arbeiten, um Dir das neue Handy leisten zu können.

Weißt Du, wie lange Du arbeiten musst, um Dir etwas leisten zu können? Um Deinen (tatsächlichen) Stundenlohn zu berechnen, teilst Du Dein monatliches Nettoeinkommen durch Deine Arbeitszeit. Um ein möglichst realistisches Bild zu bekommen, berücksichtigst Du dabei auch (unbezahlte) Überstunden und die Zeit, die Du für die Fahrt von und zur Arbeitsstelle benötigst.

Mit dem Wissen um den Wert Deiner Zeit kannst Du den Wert von Dingen noch einmal ganz neu bemessen. Die Zeit, mit der Du Produkte und Dienstleistungen „bezahlst“, kannst Du Dir klar machen, indem Du den jeweiligen Kaufpreis durch Deinen Stundenlohn teilst:

  • Cappuccino to go für 3,50 Euro: 10,5 Minuten*
  • Jacke für 160 Euro: 8 Stunden oder ein Arbeitstag*
  • Auto für 24.000 Euro: 1.200 Stunden bzw. 30 ganze Arbeitswochen*
    *Jeweils angenommen für 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche bei einem Netto-Stundenlohn von 20 Euro – was in etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht.

Welchen Eindruck macht diese Darstellung von Geld und Zeit auf Dich? Den persönlichen Stundenlohn zu kennen und ihn in Relation zu den Preisen zu betrachten, lässt den Wert der eigenen Zeit in meinen Augen zumindest in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Als ich die Berechnung für mich zum ersten Mal durchgeführt habe, war ich einerseits erschrocken darüber, wie viel Geld man oft unbedacht für relativ kurze Vergnügungen ausgibt (Für den Cappuccino muss ich länger arbeiten als er heiß ist!).

Andererseits hilft mir diese Perspektive, bewusster mit meinem Geld umzugehen. Die Konsummöglichkeiten in unserer Gesellschaft sind im Unterschied zu unserer Lebenszeit unbegrenzt. Ich kann mich deshalb schon vor einem Kauf fragen, ob mir etwas nicht nur mein Geld, sondern auch meine Zeit wert ist.

Wie kannst Du Dein Geld nutzen, um Zeit zu gewinnen?

Je besser wir den Preis unserer Zeit kennen, umso bessere Entscheidungen können wir treffen – sowohl in finanzieller als auch in zeitlicher Hinsicht.

Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob wir vielleicht Geld und Zeit für Überflüssiges verschwenden. Es geht auch darum zu erkennen, wie wir unsere am stärksten begrenzte und deshalb wertvollste Ressource, unsere Lebenszeit, möglichst sinnvoll einsetzen können.

Dafür finde ich es extrem aufschlussreich, sich zu überlegen, was man mit seiner Zeit und seinem Geld auch alternativ anfangen könnten:

  • statt jeden Monat hunderte Euro in (unnötige) neue Kleidung zu stecken, könntest Du Deine Arbeitszeit reduzieren
  • anstatt ein neues Auto zu kaufen, könntest Du Dir ein halbes Jahr eine berufliche Auszeit nehmen.

Auf einmal erscheinen Dinge möglich, von denen wir dachten, dass wir sie uns gar nicht leisten können.

Sicher: Bis zu einem gewissen Teil müssen wir alle konsumieren und arbeiten, um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen. Doch vieles von dem, was wir für notwendig halten, ist überflüssig. Wenn wir den engen Zusammenhang zwischen Geld und Zeit erkennen, wird das noch deutlicher als bei einer minimalistischen Ausmistaktion.

Geld ist Zeit, weil wir es – klug eingesetzt – nutzen können, um Zeit zu gewinnen:

  • Wenn Du regelmäßig sparst, kannst Du das Geld einsetzen, um Dir freie Zeit zu kaufen. Zum Beispiel um statt Vollzeit in Teilzeit zu arbeiten, ein Sabbatical zu unternehmen oder früher in Rente zu gehen.
  • Wenn Du Geld für bestimmte (unliebsame oder zeitintensive) Dienstleistungen ausgibst, kannst Du dadurch Zeit für Dinge gewinnen, die Dir wichtiger sind, z.B. Zeit mit Deiner Familie oder für Hobbies. (Welche Aufgaben genau Du abgibst, liegt dabei ganz bei Dir, typisch sind Buchhaltung, Wartungsarbeiten oder auch Reinigungsleistungen.)

Geld ist Zeit, aber nicht alles

Zum Abschluss dieses Beitrags möchte ich noch auf die Grenzen bzw. mögliche Missverständnisse hinweisen, die der Perspektivwechsel „Geld ist Zeit“ in sich tragen kann.

Folgende Schlussfolgerungen solltest Du besser umgehen:

  • Jeden Euro auf die „Goldwaage“ legen –
    Das, was das Leben lebenswert macht, kann (zum Glück) nicht in Cent und Minuten gemessen werden
  • Zeit mit nur einem Maßstab messen –
    Was für den einen ein sinnvoller, Freude bringender Zeitvertreib ist, ist in den Augen der anderen vielleicht reine Zeitverschwendung.

Wie auch immer Du Dein Geld und Deine Zeit einsetzt – ich hoffe, dieser Artikel hat Dir dabei geholfen, Dein Bewusstsein für den Wert Deiner eigenen Zeit zu schärfen. Letztlich bleibt sie natürlich mit Geld niemals aufzurechnen.

Meine Frage an Dich: Hast Du Dir schon einmal Gedanken über den Wert Deiner Zeit gemacht? Wie viel ist Dir Deine Zeit wert? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Claudia

    Liebe Rebecca,
    da ist so viel Wahres dran. Kaum etwas ist wichtiger als dieser Perspektivwechsel. Als ich begriffen habe, dass ich in meinem Angestelltenjob nur meine Zeit gegen Geld verkaufe und am Ende nichts damit tue als meine bloße Existenz zu finanzieren, habe ich meine Zeit im Festangestelltenjob stark reduziert, sodass ich die restliche Zeit freier nutzen kann. Denn Zeit ist nicht nur Geld (und umgekehrt), sondern beides kann auch Freiheit und Gestaltungsspielraum bringen. Jetzt nutze ich meine freie Zeit bewusster und verbringe sie mit Lieblingsmenschen und Herzensprojekten. Unbezahlbar!
    Herzliche Grüße
    Claudia

    1. Rebecca

      Liebe Claudia,
      vielen Dank für Deine Nachricht. Ja, es ist immer eine Abwägungsfrage: Ist Dir Geld oder Zeit wichtiger? Da unsere Lebenszeit begrenzt ist, achte ich auch seit ein paar Jahren darauf, dass die Arbeitszeit in einem vernünftigen Verhältnis zu Einkommen und Freizeit steht. Ich glaube, wer auch mit einem Teilzeitjob finanziell gut zurechtkommt, kann dadurch viel an Lebensqualität gewinnen.
      Herzliche Grüße und alles Liebe
      Rebecca

  2. Simon

    Sehr schöner Artikel und tolle Inspirationen. Ich stelle immer wieder fest, dass das Bewusstsein bezüglich endlicher Lebenszeit relativ gering ist. Dabei ist dies einer der Schlüssel für jedes Leben und das Lebensglück. Was mache ich mit meiner Lebenszeit? Was lasse ich? Wem und was schenke ich diese Zeit? Und natürlich spielt der Faktor Geld auch eine Rolle diesbezüglich. Es lohnt sich auch damit bewusst zu beschäftigen und die Weichen richtig zu stellen. Und bei allem zeigen sich ja Gefühle, die vielleicht was sagen möchten. Was ich noch anmerken wollte. Mit dem richtigen und konstanten Investment in Gesundheit lässt sich die Lebenszeit und deren Qualität möglicherweise ausdehnen. Sei es Ernährung, die Wahl des Jobs, der Kauf des richtigen Bettes für einen optimalen Schlaf oder in die individuelle Persönlichkeitsentwicklung mit einem passenden Coach. Denn der Faktor Qualitäts-Lebenszeit lässt schon auch etwas beeinflussen. Keine Garantie, aber jedoch eine berechtige Hoffnung sowie Erwartungshaltung darauf besteht bestimmt. Es hängt einfach von einer klaren Entscheidung ab. Was meinst du dazu?

    1. Rebecca

      Lieber Simon,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Da gebe ich Dir recht: Die Endlichkeit unserer Lebenszeit verdrängen wir die meiste Zeit. Dabei bin ich überzeugt, wir könnten bessere Entscheidungen treffen, wenn wir häufiger über unsere Sterblichkeit nachdenken würden.
      Dass Geld wiederum eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit und damit unsere potentielle Lebenszeit spielt, glaube ich auch. Sowohl was die von Dir genannten Aspekte angeht, als auch psychische Belastungen, Umweltfaktoren und die Versorgung im Krankheitsfall. Ein sehr spannendes Thema!
      Herzliche Grüße
      Rebecca

  3. Ich finde, dass diese Art seine Arbeitzeit mit Konsum in Relation zu setzen, auch nach hinten losgehen kann. Nach dem Motto: „Das kann ich mir ruhig mal gönnen, dann dafür muss ich ja nur 3h arbeiten!“ Für viele Arbeitnehmer sind aber Überstunden nicht vergütet (oder können/sollen nur durch Freizeit ausgeglichen werden) – man kann also sich gar nichts „erarbeiten“.
    Ich persönlich nutze diese Denkweise nicht – meine Überstunden werden aber auch nicht gesondert bezahlt 🙂

    1. Rebecca

      Liebe Jenni,
      vielen Dank für diesen Gedanken. Umso wichtiger finde ich es, sich immer wieder klar zu machen, wie wertvoll die eigene Lebenszeit ist 🙂
      Herzliche Grüße
      Rebecca

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