Minimalistische Tipps für kleine Wohnungen

Minimalistische Tipps für kleine Wohnungen

Kleiner Raum, großer Nutzen

Das Wohnen auf kleinem Raum bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich: die Mieten und Nebenkosten sind gering, Einrichtungs- und Renovierungskosten überschaubar. Außerdem kann sich auf wenigen Quadratmetern Plunder nicht allzu lange unbemerkt ansammeln. Und das Beste: kleine Wohnungen sind einfacher sauber zu halten als große.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass kleine Wohnungen weniger Stauraum zur Verfügung stellen, Unordnung schnell auffällt und einige Tätigkeiten einem Logistik-Studium gleichkommen.

Wohnt man nicht alleine, muss man zudem lernen, Rücksicht auf den Musikgeschmack und andere Bedürfnisse der Mitbewohner zu nehmen. Auch das Empfangen von (Übernachtungs-)Gästen muss gut organisiert sein, will man nicht ständig übereinander stolpern.

Sieh es positiv: Du hast vielleicht kein eigenes Büro, Esszimmer, Ankleidezimmer, Gästezimmer oder Gästebad, keine eigene Bibliothek, Werkstatt, Waschküche oder Abstellkammer und keinen eigenen Fitnessraum. Dafür musst Du Dich auch nicht um die Einrichtung, Pflege und Instandhaltung all dieser Räume kümmern. (Abgesehen davon, dass viele dieser Spezialräume nur selten genutzt werden.)

Prioritäten setzen

Aus dem Raum oder den Räumen, die Du bewohnst, solltest Du dafür das Maximum herausholen und sie so gut wie möglich nutzen. Ob Tiny House, 1-Zimmer-Wohnung oder „ein Zimmer zu wenig“ – das Leben auf kleiner Fläche will durchdacht sein.

Der wichtigste Tipp lautet: Konzentriere Dich auf das Wichtige und verzichte auf alles Unnütze!

Definiere für Dich dafür zunächst Deine Prioritäten. Welche Funktionen muss Deine Wohnung erfüllen und wofür brauchst Du persönlich unbedingt Platz?

Neben den wesentlichen Wohnfunktionen wie Schlafen, Essen und Körperpflege spielen Deine individuellen Bedürfnisse die Hauptrolle. Wünscht Du Dir einen gemütlichen Platz zum Lesen oder brauchst Du Raum für ein Hobby?

Mehr Leben auf weniger m²

Die für Dich essentiellen Wohnfunktionen sollten in dem Dir zur Verfügung stehenden Raum zumindest einen kleinen Platz bekommen. Dabei darf ein Raum auch mehrere Funktionen erfüllen. Unterschiedlichen Ecken, Nischen oder Seiten eines Raumes kannst Du unterschiedliche Funktionen zuweisen.

Die Mitte eines Raumes lässt Du möglichst frei, um bei Bedarf Platz für Sport, Spiele, Bügeln, Hobbys und Gäste zu haben.

Prüfe den individuellen Zuschnitt Deiner Wohnung und nutze ihn aus. Erker und Nischen bieten sich z. B. für individuelle Einbauten an, schräge Wände für niedrige Regale oder Schlaf- und Sitzmöbel.

Die verschiedenen Funktionen innerhalb eines Raumes kannst Du optisch voneinander abgrenzen. Dazu bieten sich Teppiche, verschiedene Wandfarben oder Raumteiler (z. B. Regale, Vorhänge und Paravents) an.

Multitasking für Möbel

Für kleine Wohnungen sind multitaskingfähige Möbel Trumpf. Sowohl Räume als auch Möbel erfüllen idealerweise mehrere Funktionen gleichzeitig. An Deinem Esstisch arbeitest Du etwa hin und wieder auch mit dem Computer oder Dein Bett verwendest Du auch tagsüber zum Lesen oder Ausruhen. Vielleicht muss sogar ein einziger Raum für alle Funktionen herhalten.

Wenn Du eine kleine Wohnung hast, solltest Du deshalb unbedingt multifunktionale Möbel in Betracht ziehen. Solche Möbel lassen sich für verschiedene Zwecke verwenden oder sind nach ihrem Gebrauch platzsparend unterzubringen.

Praktische multifunktionale Möbelstücke für kleine Wohnungen sind z. B.

  • ausklappbare Schlafsofas, z.T. gibt es sie sogar mit Stauraum
  • ausziehbare Ess-, Schreib- und Beistelltische
  • ausklappbare Stühle
  • Sitzbänke für den Flur mit Ablageflächen und Fächern für Schuhe und Taschen
  • mobile Möbel wie Rollcontainer und Servierwägen

Extra-Tipp: Je mehr Schubladen und Fächer Möbel haben, desto leichter kannst Du mit ihnen Ordnung halten.

So wirken kleine Wohnungen größer

Neben den Möbeln und ihrer Aufteilung im Raum hast Du noch weitere Werkzeuge, die Du nutzen kannst, um eine kleine Wohnung groß wirken zu lassen. Im Prinzip geht es bei diesen optischen Kniffen immer darum, die Illusion von Tiefe zu erschaffen.

Finde dazu eine harmonische Balance aus Möbeln und freien Flächen. Ein vollgestellter Raum und große, schwere Möbel wirken z.B. schnell erdrückend und machen den Raum in unseren Augen eng und klein.

In kleinen Wohnungen solltest Du deshalb eher kleine Möbel (z. B. halbhohe Regale) bevorzugen. Außerdem kannst Du Freiflächen zwischen den Möbeln lassen. Das schafft eine luftige Atmosphäre mit genug Raum zum Atmen.

Ab nach oben

Das Geheimnis eines großzügig wirkenden Raumes? Ein freier Boden.

Ist der Fußboden voll gestellt, macht das einen Raum optisch kleiner als er ist. Diese Erkenntnis kannst Du gerade in kleinen Wohnungen ausnutzen, um Räume optisch größer wirken zu lassen. Hänge einfach möglichst viele Sachen auf oder stelle sie nach oben.

Nutze dafür leere Flächen an der Decke oder der Wand, z. B. für

  • hängende Regale und Schränke
  • Wandhaken für Jacken, Handtücher, Besen und Stühle
  • Wandleuchten als Alternative zu Stehlampen.

Alles, was an der Wand hängt, spart Platz am Boden und Deine kleine Wohnung wirkt großzügiger. Nach dem gleichen Prinzip wirken auch Regale und Kommoden „auf Stelzen“ leichter als Möbel, deren Abschlussleisten durchgehend den Boden berühren.

Helle Farben und Materialien

Ein weiteres Mittel, dass Du einsetzen kannst, sind Farben. Achte bei Wand-, Decken- und Möbelfarben darauf, dass sie nicht zu dunkel sind. Helle Farben wie weiß, creme, beige, silber und Naturmaterialien wie helles Holz, Leinen und Rattan eignen sich perfekt, um kleine Wohnungen größer wirken zu lassen.

Auch bei der Stoffauswahl für Vorhänge, Bettwäsche, Kissen, Teppiche, Sitzbezüge etc. gilt es, helle Farben zu bevorzugen.

Besonders harmonisch, ruhig und großzügig wirkt ein Raum übrigens, wenn die darin verwendeten Farben sich an mehreren Stellen (z. B. in Vorhängen und Kissen) wiederholen bzw. einer Farbfamilie angehören. Kunterbunte Räume wirken zwar lebendig, aber auch leicht chaotisch.

Der Farbtrick ist auch auf Dekorationsobjekte und Aufbewahrungshelfer wie Zeitschriftensammler und Aktenordner anwendbar. Je heller und einheitlicher sie sind, desto besser.

Dekoration mit Licht

Nutze in kleinen Wohnungen Dekorationsobjekte aus Glas und Spiegel. Sie reflektieren das Licht in einem Raum und schaffen so optische Weite. Spiegelschränke sind doppelt gut, weil sie das Licht reflektieren und unauffälligen Stauraum bieten. Dunkle Ecken und Nischen kannst Du (indirekt) ausleuchten.

Extra-Tipp: Dekorationsobjekte wirken großzügiger, wenn sie nicht zu klein sind. Vasen, Bilder, Kerzen und auch Pflanzen dürfen auch in kleinen Räumen luxuriös groß sein.

Ordnung ist die halbe Miete

Eine aufgeräumte Wohnung wirkt größer als eine unordentliche. Hier einige Ad-Hoc-Ideen für schnelle Aha-Effekte auf kleinen Flächen:

  • Neben einem freien Fußboden lassen auch freie Oberflächen (z.B. auf Tischen, Regalen, Kommoden) einen Raum groß wirken.
  • Das Bett machen und eine Tagesdecke darüber legen
  • getragene Kleidung nicht über den Stuhl hängen sondern aufräumen (Wäschekorb oder Schrank)
  • Ordnungshelfer nutzen: Türhaken, Körbe und Einleger für Schränke und Kommoden, Vakuumbeutel für Bettdecken und Winterjacken
  • In Schränken, Schubladen und Kommoden: kleine Kartons nutzen, um Ordnung zu schaffen; kleine Taschen in größeren Taschen verstauen
  • den Boden häufiger saugen (große Wirkung bei relativ kleinem Aufwand)

Hier gibt es noch mehr Ideen für schnelles und einfaches Aufräumen

Regelmäßig ausmisten

Die Konzentration auf die wesentlichen Funktionen und Möbel in einem Raum wird beim minimalistischen Wohnen abgerundet durch das Loslassen alles Überflüssigen und nicht Genutzten.

Miste deshalb regelmäßig die Dinge aus, die Du nicht mehr brauchst. Dadurch schaffst Du ausreichend Platz für die Dinge und Tätigkeiten, die Dir tatsächlich wichtig sind.

Ein paar Beispiele für Dinge, die Du in der Regel leicht ausmisten kannst:

  • Pappkartons und Verpackungsmaterial
  • Geräte, die nicht mehr zu reparieren sind
  • abgelaufene Lebensmittel, Medikamente und Kosmetik
  • mehr als 3 Sets Bettwäsche und Handtücher pro Person
  • Kleider und Schuhe, die Du länger als zwei Jahre nicht getragen hast.

Hier findest Du weitere Tipps zum Thema Ausmisten

So lieber nicht

Abschließend eine Zusammenfassung der Dinge, die Du in kleinen Wohnungen besser vermeidest, damit sie nicht noch kleiner wirken:

  • zu viele Möbel
  • zu große Möbel
  • Möbel mit nur einer Funktion
  • zu viele Farben
  • zu dunkle Farben
  • kleinteilige Dekorationsobjekte
  • ein vollgestellter Boden
  • zu wenig Licht
  • Unordnung
  • Überflüssiges

Ich hoffe, meine minimalistischen Wohnideen für kleine Wohnungen waren hilfreich. Falls Du noch mehr Ideen hast, teile sie gerne mit mir und den anderen Lesern in den Kommentaren.

Meine Frage an Dich: Wie viel Platz brauchst Du, um Dich wohlzufühlen?

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Christian

    Sehr schöne Tipps, Dankeschön. 🙂

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