Minimalismus in der Küche – mehr Raum zum Kochen und Genießen

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Die Küche ist das Herz des Hauses. Sie ist der zentrale Ort, der unseren Körper und unsere Seele nährt. Hier kommen wir mit unseren Familienmitgliedern und Mitbewohnern zusammen, um zu kochen, zu genießen und neue Energie zu schöpfen.

Die Küche kann aber auch zu einem Raum werden, der uns Energie kostet. Die mit Garantie wiederkehrende Frage „Was gibt es heute zu essen?“, klebrige Oberflächen und Spülen voller schmutzigem Geschirr lassen die tägliche Nahrungsaufnahme mitunter zum Stressauslöser werden.

Damit der Gedanke ans Abendessen Dich nicht automatisch die Nummer des Pizzadiensts wählen lässt und Du das Kochen nicht (mehr) als lästige Aufgabe siehst, habe ich Dir in diesem Artikel ein paar Tipps für mehr Minimalismus in der Küche zusammengestellt.

Minimalismus in der Küche: Wozu?

Um die positiven Effekte vom Minimalismus in der Küche wirken zu lassen, solltest Du Dir zunächst über Dein Ziel klar werden. Wenn Du einmal weißt, was Dir persönlich an Deiner Küche am wichtigsten ist, fällt es Dir in Zukunft leichter zu unterscheiden, was diesem Zweck dient und was nicht.

Folgende Fragen weisen Dir die Richtung auf dem Weg zu einer einfach besseren Küche:

  • Wozu soll mir die Küche dienen?
  • Was stört mich aktuell an meiner Küche?
  • Was fehlt mir noch in meiner Küche?

Die Antworten auf diese Fragen hängen u. a. von Deiner Wohnsituation, Deinen Bedürfnissen und Deinen Vorlieben ab (und können sich deshalb mit der Zeit verändern). Minimalismus in der Küche wird Ressourcen für diese individuell zu definierenden Funktionen freilegen:

  • Ist die Küche für Dich der beste Ort der Kommunikation mit Deinem Partner und Deinen Kindern? Dann kannst Du Dich z. B. auf das Herstellen einer freundliche Atmosphäre konzentrieren, eine für alle Personen übersichtliche Aufbewahrung von Geschirr und Lebensmitteln oder einen Essbereich, der zum Verweilen einlädt.
  • Bist Du leidenschaftliche Köchin oder möchtest Du in Zukunft mehr neue Gerichte ausprobieren? Dann kannst Du Deinen Schwerpunkt auf optimale Kochbedingungen setzen, z. B. mit genug Arbeitsfläche zum Schneiden von Gemüse oder dem Ausrollen von Teig und gut erreichbaren Kochutensilien.
  • Vielleicht brauchst Du auch einfach nur eine Küche, in der Du mit möglichst wenig Aufwand gesundes und zugleich leckeres Essen zubereiten kannst? Dann lege Deinen Fokus auf eine effektive Küchenorganisation, gute Vorratshaltung und praktische Rezepte.

Alles, was aus Deiner Perspektive in der Küche überflüssig oder störend ist, kannst Du aufbrauchen, ausmisten oder neu organisieren, sodass Du nach und nach die Küche freilegst, die am besten zu Deinen Bedürfnissen passt.

Inventur: Reduzieren und Ordnen

Mit einem klaren Ziel vor Augen machen wir uns nun an eine Inventur der Küche. Am besten räumst Du dazu jeweils einen Schrank oder eine Schublade aus und entscheidest, wie Du in Zukunft mit Geschirr, Töpfen, elektrischen Geräten, Zubehör und Lebensmitteln umgehst.

Küchengeräte und Geschirr

Mehrfach vorhandene oder seit über einem Jahr nicht benutzte Küchengeräte, -zubehör und Geschirr kannst Du in der Regel direkt ausmisten. Bei manchen Artikeln lohnt es sich, einen Ersatz zu behalten, falls sie verschleißen oder plötzlich kaputt gehen (z. B. Küchenschere, Messer)

Auch undichte Vorratsbehälter, Porzellan mit größeren Macken oder beschädigte Teflonpfannen sind typische Kandidaten zum Aussortieren.

Eine Checkliste mit 100 Gegenständen aus dem Haushalt, die Du wahrscheinlich sofort ausmisten kannst, findest Du hier.

Vorratshaltung

Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum schon abgelaufen ist bzw. die nicht mehr genießbar sind, solltest Du aus gesundheitlichen Gründen direkt entsorgen. Die übrigen Lebensmittel kannst Du nach ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum sortieren: Die Produkte, die bald gegessen werden müssen, räumst Du in der Vorratskammer und im Kühlschrank gut sichtbar nach vorne.

Falls Du auf Lebensmittel stößt, die noch gut sind, für die Dir aber kein Gericht einfallen will (z. B. der Fall bei Geschenken, Spontankäufen), empfehle ich Dir online nach einem passenden Rezept zu suchen. Oft fehlt nur eine einzige Zutat oder eine Zubereitungsidee für ein leckeres Gericht.

Sauberkeit und Hygiene in der Küche

Das Ausmisten und Neusortieren der Küche nutzt Du idealerweise, um direkt für Sauberkeit in Schränken und Regalen zu sorgen. Grundsätzlich solltest Du im Umfeld von Lebensmitteln auf natürliche Putzmittel setzen (z. B. Natron, Essig, Zitronensäure).

Den Kühlschrank reinigst Du z. B. hygienisch mit Essigwasser. Denke auch daran, bei Bedarf das Eis im Gefrierfach abzutauen, um wieder Platz für Tiefkühlprodukte zu gewinnen und Energie zu sparen.

Durch das Backen und Braten müssen wir es in der Küche oft mit hartnäckigen Verkrustungen aufnehmen. Um Fett und Eingebranntes aus Backofen und Mikrowelle zu entfernen, kannst Du darin eine Lösung aus Wasser und Zitronensaft ein paar Minuten bei geschlossener Tür erhitzen. Anschließend lässt sich der Schmutz leicht mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abwischen.

Angebrannte Töpfe und Pfannen lassen sich gut mit Natron und Wasser reinigen.

Ist Deine Küche wieder blitzblank? Dann spendiere Dir ein schönes Getränk und genieße das Erreichte!

Das Wichtigste: Leben in der Küche

Egal, ob Deine Küche nur Dich selbst, Dich und Deinen Partner oder eine ganze Familie ernährt – einige Herausforderungen tauchen mit Sicherheit und immer wieder in allen Küchen auf. Ein paar minimalistische Tipps für Dich:

Gute Gewohnheiten machen das Leben leichter

Minimalismus in der Küche bedeutet auch, sich das Einkaufen, Kochen und Aufräumen so reibungslos wie möglich zu gestalten. Dabei hilft es, sich einige gute Gewohnheiten anzueignen:

  • koche selbst, mit möglichst frischen Zutaten und meide stark verarbeitete Lebensmittel
  • räume das Geschirr nach dem Benutzen direkt in die Spülmaschine oder weiche es ein
  • wische abends das Spülbecken und die Küchenoberfläche sauber, damit Du einen optimalen Start in den nächsten Tag hast
  • schreibe Dir einen Einkaufszettel und einen Wochenplan fürs Essen
  • lerne ein paar einfache Rezepte, die mit wenigen Zutaten schnell zubereitet sind
  • koche mehrere Portionen auf Vorrat (z. B. Reis, Nudeln, Soßen) und friere die Reste ein
  • lege Dir einen Vorrat an haltbaren Grundnahrungsmitteln an, z. B. für Nudeln, Haferflocken, Gries, Mehl, Zucker, Öl, Essig, Tiefkühlgemüse und -obst.

Mein Zusatztipp: Bereite Dich auch auf „Notfälle“ vor, in denen Du Heißhunger bekommst oder nach einem langen Arbeitstag bzw. einem längeren Urlaub (hoffentlich bald) hungrig nach Hause kommst. Für diese Stresssituationen brauchst Du ein paar einfache, haltbare Gerichte zu Hause, wie z. B. Doseneintopf, Tiefkühlgerichte oder Nudeln mit Pesto. Solche Essen sind meiner Erfahrung nach schneller zubereitet als der Pizzadienst für die Auslieferung braucht.

Findest Du auch, dass Ernährung ziemlich kompliziert geworden ist? Entdecke hier 5 gute Ideen, wie Du Deine Ernährung vereinfachen kannst.

Raum zum Wohlfühlen und Genießen

Egal ob groß oder klein, neu oder alt – unsere Küchen sind dazu da, uns neue Kraft zu schenken. Körperlich und emotional. Minimalismus in der Küche unterstützt Dich dabei.

Damit die Küche auch für Dich zu einem Ort wird, an dem Du die Zeit genießen kannst, habe ich abschließend noch ein paar Wohlfühltipps:

  • Entferne von Reinigungsmitteln, die auf der Spüle und Arbeitsfläche stehen, die Werbeetiketten oder Fülle den Inhalt um in neutrale Behälter, wie z. B. diesen Seifenspender*.
  • Ziehe frische Kräuter selbst, um damit Speisen zu würzen. Das gelingt – je nach Standort – z. B. mit einem Indoor-Garden* oder in einem Blumentopf auf der Fensterbank.
  • Halte den Essbereich stets zum Essen und Trinken frei. Post, Arbeitsunterlagen und Hobbyzubehör sollten auf dem Esstisch nicht zu Dauergästen werden.
  • Gestalte Deinen Essbereich einladend, z. B. mit Sitzkissen, einer Tischdecke, Servietten, Kerzen oder frischen Blumen.
Meine Frage an Dich: Was darf in Deiner Küche nicht fehlen?

*Affiliate-Link: s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung

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