8 Tipps, wie Du einfacher Freundschaften pflegen kannst

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Hast Du auch den Eindruck, dass es schwieriger wird Freundschaften zu pflegen, je älter Du wirst?

Während der Schulzeit und auch später in Ausbildung oder Studium sehen wir unsere Freunde noch fast täglich. Zusätzlich verbringen wir einen großen Teil unserer Freizeit mit Gleichaltrigen.

Doch spätestens nach den Abschlussfeiern steigt das Risiko, die Freunde mehr und mehr aus den Augen zu verlieren: Umzüge für den Traumpartner oder den Traumjob, lange Arbeitszeiten und andere Verpflichtungen beanspruchen unsere Aufmerksamkeit. Partys verlieren ihre Priorität.

Was übrig bleibt: Immer weniger Zeit und seltenere Gelegenheiten zum Pflegen von Freundschaften. Und selbst wenn man sich darum bemüht in Verbindung zu bleiben, müssen Terminkalender langwierig miteinander abgeglichen und Konkurrenzaktivitäten abgewogen werden.

Ich frage hier Mal minimalistisch: Wie kann man auch über räumliche Distanz hinweg und bei wenig freier Zeit möglichst unkompliziert Freundschaften pflegen? Wissen wir doch, dass Freundschaften wichtig sind für ein zufriedenes Leben.

In diesem Beitrag stelle ich Dir meine persönlichen Tipps für die Pflege von Freundschaften vor – junge und langjährige, vor Ort und auf räumliche Distanz. Und da so selten über das Thema gesprochen wird, würde ich mich freuen, wenn auch Du Deine Erfahrungen am Ende des Artikels mit mir und den anderen Lesern teilen würdest!

8 Ideen, wie Du einfacher Freundschaften pflegen kannst:

1. Selbst ein unkomplizierter Freund sein

Fangen wir bei Dir und Deiner Einstellung zu Freundschaften bzw. Deinen Erwartungen an Freunde an. Denn darauf hast Du den größten Einfluss.

Ich glaube, es fällt generell viel leichter Freundschaften aufzubauen und wachsen zu lassen, wenn man selbst ein unkomplizierter Freund ist.

Was meine ich damit?

  • Als unkomplizierter Freund ergreift man selbst immer wieder die Initiative für Treffen oder Gespräche und macht es dem Anderen wiederum leicht Kontakt aufzunehmen.
  • Eine unkomplizierte Freundin zeigt Verständnis dafür, wenn die Andere einmal keine Lust auf Kontakt hat. Oder Pläne sich ändern. Oder Bedürfnisse sich ändern.
  • Ein unkomplizierter Freund ärgert sich nicht unverhältnismäßig darüber, dass der Andere einmal nicht den eigenen Erwartungen entsprochen hat. Er verzeiht. Auch wenn Mal etwas Blödes vorgefallen ist, gibt er der Freundschaft noch eine Chance. (Natürlich muss nicht jedes Verhalten in einer Freundschaft toleriert werden – manchmal ist es besser, den Kontakt zu jemandem zu beenden, der Dir nicht gut tut.)
  • Eine unkomplizierte Freundin nimmt auch nach vielen Jahren Funkstille mit Freundinnen aus dem Kindergarten oder der Grundschule Kontakt auf. Denn trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe gibt es mit den alten Freunden meist mehr Gemeinsames als Trennendes. Und das Faszinierende ist: Es lässt sich kinderleicht wieder an frühe Erinnerungen anknüpfen.

2. Viele Wege der Freundschaftspflege nutzen

Nutze alle Dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um Deine Freundschaften zu pflegen.

Neben persönlichen Treffen, Telefonaten, Messenger-Nachrichten und Videoanrufen finde ich es hin und wieder schön, eine Postkarte, einen Brief oder eine längere E-Mail zu schreiben – gerade dann, wenn man sich nicht (mehr) oft sieht. Über schriftliche Wege lassen sich auch ganz andere Botschaften transportieren als im Gespräch. Etwas weniger persönlich, aber für manche (ferne) Freundschaften passend: Der Austausch über soziale Medien.

Welches Mittel der Kontaktpflege Du jeweils wählst, würde ich abhängig machen von den Nutzungsgewohnheiten Deines Freundes und dem Inhalt. Manchmal lohnt es sich auch, einen neuen Kanal zu wählen und den Anderen damit positiv zu überraschen.

3. Viele Anlässe zur Pflege von Freundschaften nutzen

Kennst Du das? Wenn man sich eine Weile lang nicht mit Freunden ausgetauscht hat, beschleicht einen das komische Gefühl, es wäre schon wieder „zu spät“ sich zu melden. Oder man würde den Anderen mit der Kontaktaufnahme „stören“. Ganz ehrlich: Wir reden uns das nur ein! Trotz diesen Gedanken habe ich letztlich immer die Erfahrung gemacht, dass sich ein Freund darüber freut, wenn man sich bei ihm meldet – auch ohne Grund, einfach Mal so.

Abgesehen davon gibt es aber das ganze Jahr über genug Anlässe, um in Kontakt mit Freunden zu bleiben:

  • Besondere Termine wie Geburtstage, Feiertage, berufliche Erfolge, Abschlüsse oder Hochzeitstage bieten sich an, um zu gratulieren
  • Wenn Du einen interessanten Zeitungsartikel oder Link, ein Video oder ein Buch gefunden hast und es Freunden weiterempfehlen möchtest
  • (Zufällig wiedergefundene) Fotos / Erinnerungsstücke / ausgeliehene Gegenstände etc. laden ein, Mal wieder ein Lebenszeichen zu senden. Den Gesprächs-Aufhänger liefern sie gleich mit…
  • Nutze (kostenlose) Grußkarten, um einen kleinen Gruß von unterwegs zu verschicken.

Klingt old school, hilft aber enorm: Geburtstagskalender und Adressbuch mit den Daten Deiner Freunde pflegen.

4. Freundschaften einplanen

Wenn man sich nicht mehr automatisch jeden Tag im Vorlesungssaal oder bei der Arbeit sieht, muss man den Kontakt zu Freunden bewusst planen.

Das Organisieren von Treffen (mit mehreren Freunden) kann erfahrungsgemäß leicht ausarten und am Ende eines Abstimmungsmarathons fällt das ganze Programm im Zweifel sogar ins Wasser.

Einfacher geht die Planung zum Beispiel, wenn Du

  • Dich mit Freunden auf einen nicht zu ambitionierten Plan einigst und realistische Ziele vereinbarst, z.B. sich einmal im Jahr gegenseitig zu besuchen
  • Traditionen einführst, die jeder gut einplanen kann, z.B. einen Brunch mit den Partnern nach Weihnachten oder der gemeinsame Besuch eines Weinfestes
  • zu großen Feiern frühzeitig einlädst oder wichtige Termine vor deren Festlegung mit Freunden abstimmst
  • (private oder geschäftliche) Reisen in die Nähe von Freunden so bald wie möglichst ankündigst und Zeit für einen möglichen Besuch schon im Vorfeld einplanst
  • regelmäßige Zeiten für Telefonanrufe vereinbarst.

5. Spontan Freundschaften pflegen

Zu viel Planung tut der Freundschaft allerdings auch nicht gut. Wer will schon noch mehr Freizeitstress?

Als Ausgleich könntest Du spontan den Kontakt zu Freunden suchen und z.B.

  • anbieten, überzähliges Obst und Gemüse aus dem Garten oder von einem Familientreffen übrig gebliebenes Essen vorbeizubringen
  • bei schönem Wetter vorschlagen, ein Eis essen zu gehen oder einen Spaziergang zu unternehmen
  • bei schlechtem Wetter einem gemeinsamen Filmabend vorschlagen
  • jemanden spontan besuchen, wenn Du sowieso in der Nähe bist (und evtl. kurz vorher anrufen)
  • auch Mal unangekündigt anrufen – der Andere muss im Zweifel ja nicht rangehen bzw. kann zurückrufen, sobald es ihm oder ihr passt.

6. Erwartungen an Freundschaften korrigieren

Wie oft hast Du Freunde bei Dir zu Gast? Ich habe früher eher selten Freunde zu mir nach Hause eingeladen, weil ich dachte, meine Wohnung wäre viel zu klein oder es wäre nicht ordentlich genug. Heute denke ich, Platz ist in der kleinsten Hütte und meine Wohnung muss nicht immer perfekt sauber sein, um eine gute Zeit mit Freunden zu verbringen. Es muss auch kein 3-Gänge-Menü aufgetischt werden, sondern ein Glas Wein reicht meistens auch – und wenn nicht, bestellen wir eine Pizza.

Überzogene Erwartungen an die Freundschaftspflege können auch die Kontaktdauer betreffen. Ihr braucht kein ganzes Wellnesswochenende an der Ostsee. Manchmal reichen schon fünf Minuten am Telefon, ein 20-minütiger Spaziergang in der Mittagspause oder ein After Work-Drink, um sich wieder miteinander zu verbinden.

7. Für gemeinsame Erlebnisse sorgen

Gemeinsame Erlebnisse sind wahrscheinlich das, was unsere Freundschaften am meisten stärkt. Und am längsten positiv nachwirkt.

Überlege Dir deshalb, welche Aktivitäten Du zusammen mit Deinen Freunden unternehmen könntest. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt: Kino-, Konzert- oder Ausstellungsbesuche, Wandern, Training, Spiele, Einkaufen, Kochen, den Kleiderschrank ausmisten – je nach Eurem gemeinsamem Geschmack gibt es viel zu erleben.

Vielleicht könnt Ihr sogar regelmäßig etwas zusammen unternehmen. Sport- oder Sprachkurse bieten sich dafür an. Und: Statt materieller Geschenke könntet Du gemeinsame Erinnerungen schenken.

8. Sich gegenseitig helfen

Mein achter und letzter Tipp: Bei der Pflege von (richtigen) Freundschaften geht es nicht nur darum, zusammen möglichst viel Spaß zu haben und gemeinsam außergewöhnliche Dinge zu unternehmen.

Was wir oft übersehen: Auch der Alltag bietet unzählige Chancen, Zeit miteinander zu verbringen und zusammen zu wachsen. Warum nicht sich gegenseitig bei notwendigen Aufgaben unterstützen? Zusammen etwas zu schaffen oder ein Problem zu lösen, schweißt zusammen.

Klassischerweise fragt man Freunde, ob sie beim Umzug helfen. Aber auch bei Reparaturen oder Renovierungen in der Wohnung kann man sich gegenseitig unterstützen. Vielleicht hast Du ein Werkzeug, das Du Deinem Freund ausleihen kannst? Auch Dinge, die Du nicht mehr brauchst, könntest Du mit Freunden tauschen bzw. verschenken, z.B. Kleider, Bücher oder Spielzeug für Kinder.

Biete auch Deine Hilfe an bei Aufgaben, in denen Du gut bist bzw. wenn Du den Eindruck hast, dass Dein Freund etwas Unterstützung benötigen kann. Das ist besonders wichtig im Falle von Krankheit oder Trauer.

Und natürlich darfst und sollst auch Du Deine Freunde bei Bedarf um Hilfe bitten. Das macht eine Freundschaft ja gerade so wertvoll: Dass Du Dich, auch wenn es Dir nicht so gut geht, einfach auf einen guten Freund verlassen kannst.

Meine Frage an Dich: Welche Mittel und Wege nutzt Du, um Deine Freundschaften zu pflegen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Queen All

    Hallo Rebecca,

    wie recht du hast. Solange wir jung sind, glauben wir gerne, wir hätten Freunde für´s Leben. Doch im Alltagsstress leben sich viele auseinander und verlieren sich aus den Augen. Und mit dem Alter wird es immer schwieriger, neue Freundschaften zu knüpfen. Dabei macht uns die Digitalisierung doch gerade die Pflege bestehender Freundschaften so leicht. Eine kurze Nachricht zeigt, dass ich an jemanden denke. Und wenn es bei einem von beiden mal eine Zeitlang stressig ist, ist das auch ok. Es sollte sich nie wie eine Pflichtübung anfühlen, sich zu melden.
    Was ich auch gerne mache, auch wenn es so gar nicht nachhaltig ist. Ich schicke manchmal Blumen, einfach so, weil meine Freundinnen so klasse sind und ich sie überraschen möchte.

    Grüße
    Vanessa

    1. Rebecca

      Liebe Vanessa,
      vielen Dank fürs Teilen Deiner Eindrücke! Die Idee mit den Blumen finde ich einfach klasse. Werde ich mir merken 🙂
      Herzliche Grüße
      Rebecca

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