Warum Du wieder häufiger bar bezahlen solltest

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„Möchten Sie bar bezahlen oder mit Karte?“ Immer mehr Kunden entscheiden sich, bargeldlos zu bezahlen. Gehörst Du auch dazu?

Keine Frage – bargeldlos zu bezahlen geht schnell (wenn die Technik mitmacht), ist einfach (man muss nicht nachzählen) und hinterlässt kein schweres Kleingeld im Portmonnaie oder in der Hosentasche.

Nicht nur beim Online-Shopping gehen uns Kreditkartennummer und Bezahldienst-Account leicht von der Hand. Auch an den Kassen im Supermarkt, Kaufhaus oder an der Tankstelle zücken wir immer häufiger die Scheckkarte, das Smartphone oder die Smartwatch statt den Schein. Selbst Kleinstbeträge beim Bäcker oder in der Postfiliale zahlen viele Kunden inzwischen ganz selbstverständlich elektronisch.

Ist Cash also nicht mehr King, sondern Trash?

Ich finde: Das gute alte Bargeld sollten wir nicht leichtfertig aufgeben. Es hat sich nicht nur Jahrtausende lang bewährt. Seine Verwendung ist den digitalen Alternativen auch in vielen Punkten überlegen. Sowohl aus minimalistischer als auch aus persönlich-finanzieller Sicht.

Fünf gute Gründe, warum Du häufiger bar bezahlen solltest, stelle ich Dir in diesem Artikel vor.

Geprägte und gedruckte Freiheit

Viele Läden bevorzugen mittlerweile das bargeldlose Bezahlen. Immer häufiger sehe ich Hinweisschilder, auf denen steht, man solle doch bitte auf Bargeldzahlung verzichten. Einige Unternehmen streichen die Möglichkeit, mit Bargeld zu zahlen, sogar ganz.

Und auch von politischer Seite steht der Bargeldverkehr unter Druck: Die EZB stellt die Produktion von 500-Euro-Banknoten ein, die EU-Staaten einigen sich auf Bargeldobergrenzen und die Zentralbanken vieler Länder arbeiten an der Einführung digitaler Währungen.

Bargeld hat im öffentlichen Diskurs in den letzten Jahren ein recht negatives Image bekommen: Es würde die Übertragung von Krankheiten fördern, begünstige Steuerhinterziehung oder sei ein Werkzeug der Organisierten Kriminalität für Geldwäsche und Terrorfinanzierung, so die Argumente der Bargeld-Kritiker. Und außerdem sei Bargeld doch irgendwie rückständig.

Brauchen wir Bargeld also überhaupt noch?

5 gute Gründe, warum Du häufiger bar bezahlen solltest

Allen Kritikern – denen Belege zu ihren Thesen übrigens oft fehlen – zum Trotz: Bargeld hat (mindestens) fünf Vorteile für jeden, der verantwortungsvoll mit seinen Finanzen umgehen will.

Wenn wir über Minimialismus und unterstützende Finanzen reden, müssen wir in meinen Augen auch über unsere Beziehung zu Bargeld sprechen. Denn Bargeld macht das Leben einfacher und sicherer.

1. Bessere Übersicht über Ausgaben

Wer bar bezahlt, bekommt ein besseres Gefühl für sein Geld. Mit einem Blick in Deine Geldbörse erkennst Du, wie viel Geld Du zur Verfügung hast und was Du Dir noch leisten könntest.

Während beim Bezahlen mit Karte das Geld unsichtbar seinen Eigentümer wechselt, kann man beim Bezahlen in bar den „Verlust“ des Geldes unmittelbar sehen und sogar spüren. Bei Barzahlung wird das Schmerzzentrum stärker aktiviert als bei Kreditkarten- oder Onlinezahlung. Deshalb fällt es uns auch schwerer.

Andererseits ist es ein gutes Gefühl, genug Geld in der Tasche zu haben.

Es fördert sogar Dein Wohlstandsbewusstsein, wenn Du Dir angewöhnst, viel Geld bei Dir zu tragen.

2. Leichteres Einhalten von Budgets

Vielleicht kennst Du das Phänomen, dass man einen großen Schein nicht für Kleinigkeit anreißen will? Bargeld hilft Dir dabei, weniger Geld auszugeben.

Wenn Du wenig Geld zur Verfügung hast, große Sparziele verfolgst oder Dich an feste Budgets halten willst, ist Bargeld Dein bester Freund.

Ist ja auch logisch: Nur das Bargeld, das Du gespart oder schon verdienst hast, kannst Du ausgeben. Bargeld, das Du gar nicht hast, kannst Du auch nicht ausgeben. Bei der Kreditkartenabrechnung mit einem Monat Verzögerung ist das anders – und vielleicht schon zu spät, um zu erkennen, dass Dein Kontostand ins Minus gerutscht ist.

Bar zu bezahlen unterstützt Dich also dabei, Spontankäufe und Schulden zu vermeiden.

3. Unabhängigkeit

Im Vergleich zum elektronischen Geld macht Bargeld Dich unabhängig, z. B. von Banken oder der Stromversorgung.

Banken und Handelsplattformen können pleite gehen. Karten-Terminals an der Kasse können aus technischen Gründen ausfallen. Wenn es zu einem Stromausfall oder Hackerangriff auf Banken kommt, sind auch die Geldautomaten und das Onlinebanking betroffen.

Im Zweifel kommen wir nicht mehr an unser digitales Geld und können uns dann auch nichts mehr kaufen.

Für all diese Fälle ist es gut, eine finanzielle Barreserve zu haben. Hast Du genug Bargeld zu Hause, um ein paar Tage lang das Wichtigste bar bezahlen zu können?

4. Datenschutz

Die Aufmerksamkeit für Datenschutz hat nicht zuletzt durch die Datenschutz-Grundverordnung in der EU zugenommen.

Was aber oft vergessen wird: Bargeld ist vielleicht das beste Instrument für Datenschutz, das wir haben.

Bei jedem elektronischen Kaufvorgang werden persönliche Informationen abgefragt und häufig auch Daten hinter unserem Rücken zum Erstellen von Kundenprofilen und personalisierter Werbung genutzt.

Wenn wir bar bezahlen, bleiben die Kaufinformationen dagegen weitestgehend anonym. Personenbezogenen Daten werden weder dokumentiert noch langfristig gespeichert.

5. Freiheit

Der russische Schriftsteller Dostojewski soll gesagt haben: „Geld ist geprägte Freiheit“. Aus liberaler Sicht ist die Garantie, bar bezahlen zu können, ein Grundpfeiler von privatem Eigentum und einer freien Gesellschaft. Im Zeitalter der Digitalisierung mehr denn je. Denn digitale Zahlung ermöglicht die totale Kontrolle durch Staaten, Finanzinstitute oder Internetanbieter.

Ohne Bargeld, so die Befürchtung, wären wir Negativzinsen der Zentralbanken hilflos ausgeliefert, unsere Zahlungen könnten limitiert, an Bedingungen geknüpft oder auf bestimmte Produkte begrenzt werden. Im schlimmsten Fall droht sogar die Kontensperrung.

Ob dezentrale Kryptowährungen wie Bitcoin sich dagegen durchsetzen können? Das ist ein Thema, für einen weiteren Artikel.

Ich hoffe jedenfalls, es kommt in naher Zukunft nicht so weit, dass Menschen, die bar bezahlen wollen, unter einen Generalverdacht gestellt werden – ganz nach dem Motto: Wer bar zahlt, hat etwas zu verbergen.

Bargeld stellt nämlich sicher, dass ich tatsächlich frei in meinen finanziellen Entscheidungen bin. Dass ich die Möglichkeit habe, genau das mit meinem Geld zu tun, was ich machen möchte, die Menschen finanziell zu unterstützen, die ich unterstützen möchte und die Projekte zu finanzieren, die ich gut finde. Ohne dass ich manipuliert, kontrolliert oder gezwungen werde.

Zahlst Du lieber in bar oder bevorzugst Du elektronische Varianten?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Annabel

    Liebe Rebecca,
    sehr schön, dass du dieses sehr wichtige Thema ansprichst! Ich selbst hänge auch am Bargeld. Vor allem wegen der beiden von dir genannten Gründe: Unabhängigkeit und Freiheit.
    Der letzte Link in deinem Beitrag (von Marc Friedrich auf Focus.de) zeigt detailliert die Konsequenzen, die die Bargeldabschaffung mit sich bringt. Das sollte man sich wirklich mal vor Augen führen …
    Vielen lieben Dank für diesen wertvollen Beitrag! Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, das Bargeld zu erhalten.
    Viele Grüße
    Annabel

    1. Rebecca

      Liebe Annabel,
      danke für Deinen Kommentar. Die möglichen negativen Konsequenzen einer Bargeldabschaffung sind wirklich erschreckend. Kontrolle, Manipulation und Begrenzung werden Tür und Tor geöffnet. Und das Geld auf der Bank gehört nicht einmal uns, sondern der Bank. Umso wichtiger, dass jeder Einzelne darüber nachdenkt, wie er mit seinem Geld verantwortungsvoll umgeht.
      Viele liebe Grüße
      Rebecca

  2. Queen All

    Ich finde es schön, dass wir noch die Wahl haben, was wir nutzen möchten. So ganz abhängig von digitalen Zahlmöglichkeiten und Karten möchte ich gar nicht sein. Zumal ich als Softwareentwickler auch nicht so wirklich Vertrauen in die digitale Variante habe.
    Und erst gestern hatten wir vor uns an der Supermarktkasse eine Frau, die ihren ganzen Einkauf stehen lassen musste, weil ihre Karte nicht funktioniert hat. Die Bank ist zwar direkt nebenan aber man hat gesehen, wie unangenehm es ihr war, obwohl wirklich jeder Verständnis für die Verzögerung hatte. Alleine deshalb habe ich immer auch etwas Bargeld bei mir. Und mal abgesehen davon lässt sich Bargeld einfach viel besser an Straßenmusiker verteilen.

    1. Rebecca

      Liebe Vanessa,
      danke fürs Teilen Deiner Gedanken zu dem Thema! Ja, ich habe auch lieber die Wahl, welches Zahlungsmittel ich verwenden möchte.
      Dass Karten oder Kartenlesegeräte nicht funktionieren, kommt immer wieder vor. Und auch beim Geben von Trinkgeld in bar weiß man eher, dass das Geld auch bei der richtigen Person ankommt.
      Herzliche Grüße
      Rebecca

  3. Hanna

    Ich sehe einige große Vorteile in der Verwendung von Bargeld, zum Beispiel dass Zahlungen und damit auch Aufenthaltsorte nicht so leicht zurückverfolgt werden können. Auch die Unabhängigkeit ist ein großer Punkt und spricht definitiv dafür. Aber leider geht es mir ein bisschen wie Alex: Geld im Portemonnaie gebe ich viel schneller aus als Geld auf dem Konto. Insbesondere bei Kleingeld bzw. Münzen, die man ja die ganze Zeit mit sich rum tragen muss.
    Ich glaube es bleibt spannend, wie sich das Thema noch in Zukunft entwickelt, denn für beide Seiten gibt es starkte Argumente.

    1. Rebecca

      Liebe Hanna,
      danke für Deinen Kommentar! Interessant zu lesen, wie es Euch mit dem Bargeld ergeht. Ich verliere beim Bezahlen mit Karte schnell den Überblick über die Gesamtsummen, die ich ausgebe.
      Herzliche Grüße
      Rebecca

  4. Alex

    Thema Datenschutz: Ja, sehe ich definitiv genauso. Aber ich gebe Bargeld sehr viel leichter und schneller aus, als Kartenzahlung. Ich verliere da auch immer wieder die Übersicht, mich stören die vielen Scheine und Münzen in der Geldbörse. Unabhängig von der Stromversorgung ist man ja nicht so ganz. Die Bankautomaten, wo man Geld abheben kann, würden bei Stromausfall auch nicht laufen, Supermarkt-Kassen ebf. nicht.

    1. Rebecca

      Lieber Alex,
      danke für Deinen Beitrag! Gegen zu viele Scheine habe ich nichts, aber mich stören zu viele Münzen im Geldbeutel auch. Deswegen sammle ich die kleinen Geldstücke zu Hause in einem Glas und zahle sie einmal im Jahr bei der Bank ein. Es ist erstaunlich, wie viel Geld dabei zusammen kommt.
      Um etwas unabhängiger im Falle eines längeren Stromausfalls zu sein, finde ich einen Vorrat an Bargeld, Lebensmitteln und den wichtigsten Dingen des täglichen Bedarfs ganz sinnvoll.
      Viele Grüße
      Rebecca

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