Stress senken in Minuten: 12 bewährte Sofortmaßnahmen

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Hast Du häufig das Gefühl, dass Dir alles über den Kopf wächst? Die Aufgaben stapeln sich, Unterbrechungen reißen Dich ständig aus dem Flow und zu Hause wartet ein Berg an Wäsche.

Du hast schon besseres Zeitmanagement ausprobiert, doch Stress ist immer noch Dein täglicher Begleiter?

Keine Sorge: Du brauchst kein mehrwöchiges Yoga-Retreat und musst auch nicht Dein Leben komplett umkrempeln, um spürbar mehr innere Ruhe zu gewinnen.

Gegen Stress reichen oft kleine Maßnahmen, die Du mit wenig Aufwand anwenden kannst – mitten im Alltag, zwischen zwei Terminen oder sogar am Schreibtisch.

12 bewährte Sofortmaßnahmen gegen Stress

1. Erreichbarkeit einschränken

Unsere Kommunikationsmittel beschleunigen und vereinfachen viele Prozesse, sie können aber auch zu einer Bremse werden. Sie torpedieren zum Beispiel unsere Konzentrationsfähigkeit oder Bemühungen, uns zu erholen. Wenn ständig das Handy klingelt, steht unser Körper unter Dauerstrom.

Um innerlich abschalten zu können, müssen wir deshalb äußerlich abschalten.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Stelle Dein Handy in den Flugmodus, leite Telefongespräche auf den Anrufbeantworter um, wähle den Beschäftigt-Modus, melde Dich bei Kollegen ab und schließe Deine Bürotür.

2. Ab nach draußen

Im Büro oder zu Hause kann es immer wieder vorkommen, dass wir uns überwältigt fühlen: Unser Vorgesetzter oder wir selbst erlegen uns eine Fülle von Aufgaben auf, wir versuchen die Ansprüche und Erwartungen von anderen zu erfüllen und konsumieren mehr oder weniger zeitgleich negative Nachrichten in Endlosschleife.

Diesen Stress können wir, zumindest für eine Weile, hinter uns lassen.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Geh eine Runde um den Block, um auf andere Gedanken zu kommen. In der Mittagspause oder am Abend bietet sich – je nach Deinem Umfeld – ein Spaziergang im Wald, Park oder zumindest mit Sicht auf Bäume oder Beete an. Das beruhigt die Nerven und schafft Freiraum im Kopf. Lass das Handy bewusst zu Hause liegen – ohne Musik oder Podcast ist der Erholungseffekt größer.

3. Für Stille sorgen

Äußerer Lärm sorgt auch für innere Unruhe. Deshalb ist es wichtig, in unruhigen Situationen bewusst Momente der Ruhe zu suchen.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Stelle das Radio und andere Lärmquellen ab (Entspannungsmusik ausgenommen). Zünde stattdessen eine Kerze an oder schau aus dem Fenster und trinke – ganz ohne Ablenkung – eine Tasse Kräutertee.

4. Den Atem nutzen

Wenn wir gestresst sind, verändert sich unsere Atmung. Wir atmen flacher, weniger tief in den Bauch und kürzer aus als ein. Zum Stressabbau machst Du genau das Gegenteil.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Konzentriere Dich für eine Minute ganz auf Deinen Atem. Atme etwa zehn Mal ganz bewusst durch die Nase tief in den Bauch ein und langsam durch den Mund aus. Beim Einatmen kannst Du z.B. langsam bis vier zählen, beim Ausatmen bis sechs. Längeres Aus- als Einatmen signalisiert Deinem Körper, dass er sich entspannen kann.

5. Verbeuge Dich vor Dir selbst

Wenn wir Stress erleben, wird unser sympathisches Nervensystem aktiv, das uns auf Leistung vorbereitet. Wenn der Stress vorbei ist, übernimmt normalerweise wieder das parasympathische Nervensystem und sorgt für Erholung.

Wenn wir jedoch unter chronischem Stress leiden, ist der Sympathikus dauerhaft aktiv und die Erholungsphase fehlt. Dagegen hilft eine einfache gymnastische Übung: Die Vorbeuge. Vorbeugen wirken auf den Vagusnerv, der den Parasympathikus aktiviert. So stellst Du das körperliche Gleichgewicht wieder her.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Entspanne für ein paar Minuten in einer vorgebeugten Haltung. Das geht im Stehen, im Sitzen und auch im Liegen. Lass Deinen Rücken sich natürlich runden und die Arme nach unten hängen. Ohne Druck, ohne Ziehen. Auch den Kopf lässt Du möglichst locker. Atme mehrmals tief in den Bauch ein und aus. Zum Abschluss kehrst Du langsam in eine aufrechte Position zurück.

6. Von der Seele schreiben

Zu viele Gedanken im Kopf? Das Gefühl, sich an tausend Dinge erinnern zu müssen, verursacht oft Stress. Gegen die Angst, etwas Wichtiges zu vergessen, helfen ein Stift und ein Blatt Papier.

Manchmal stellt sich beim Aufschreiben heraus, dass es gar nicht so viele offene Aufgaben sind, wie Du befürchtet hattest. Doch selbst wenn eine ellenlange Liste entsteht, hilft Dir das, mit Struktur an die Punkte heranzugehen.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Schreibe alles auf, was Dir gerade durch den Kopf schwirrt: Dinge, die Du besorgen, Kontakte, die Du pflegen, Sachen, die Du erledigen möchtest.

7. Konsequent Monotasking

Stress entsteht nicht dadurch, dass wir viel zu tun haben, sondern weil wir versuchen, alles auf einmal zu erledigen.

Multitasking ist ein Märchen. Unser Gehirn kann nicht wirklich mehrere anspruchsvolle Dinge gleichzeitig tun. Stattdessen springt die Aufmerksamkeit ständig hin und her. Das kostet enorme Energie, führt zu mehr Fehlern und am Ende dauert alles länger.

Wer sich dagegen voll und ganz auf eine einzige Aufgabe konzentriert, steigert nicht nur die Effektivität, sondern erhöht auch die Chance, in den begehrten Flow-Zustand zu kommen. In diesem Zustand arbeitet es sich fast mühelos; die Zeit vergeht wie im Flug.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Innehalten und bewusst eine Sache nach der anderen erledigen. Schließe alle unnötigen Tabs, deaktiviere Benachrichtigungen und widme Dich nur der aktuellen Aufgabe – so lange, bis sie fertig ist.

8. Runter vom Gas

Stress geht oft einher mit Eile und Hektik. Wir denken, wir haben wenig Zeit, und beeilen uns. Leider geht das oft nach hinten los: In der Hektik passieren mehr Flüchtigkeitsfehler, wir vergessen die Hälfte.

Außerdem bleibt etwas Wichtiges auf der Strecke: Präsenz und Freude. Weil wir schon an die nächste Aufgabe denken, während wir noch etwas ganz anderes machen, sind wir nicht bei der Sache und können sie auch nicht genießen.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Stoppen und ganz langsam werden. Zum Beispiel beim Essen jeden Bissen mindestens 20 Mal kauen. Oder ganz langsam gehen und bei jedem Schritt ganz bewusst einen Fuß nach dem anderen langsam abrollen, anheben und wieder auf den Boden aufsetzen.

9. Papier statt Schirm

Noch einmal Papier: Auch wenn sie unglaublich nützlich sind und uns die Welt in unsere Hände legen, sind Smartphones heutzutage mit die größten Stressoren. Die Versuchungen, die Ablenkungen, der Vergleich mit anderen sind Risiken, mit denen wir umgehen lernen müssen. Manchmal, indem wir ganz verzichten.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Leg Dein Handy in einen anderen Raum, schnapp Dir ein gutes Buch und fang an zu lesen. Heute ist Bücher zu lesen im Prinzip wieder revolutionär. Es zwingt uns, uns ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Ohne Ablenkungen, ohne schnelle Antwort auf unsere Fragen.

10. Ordnung schaffen

Stress ist auch nur ein Synonym für Zuviel. Oft sind es zu viele Aufgaben, zu viele Termine, die wir in zu wenig Zeit quetschen. Als (angehende) Minimalisten sollten wir uns aber auch über die Wirkung von materiellem Ballast im Klaren sein.

All der ungenutzte Plunder in unseren Wohnungen fordert auch immer einen Teil unserer Zeit, Energie und Aufmerksamkeit ein. Durch Aussortieren und Aufräumen können wir für äußere Ruhe sorgen und damit Stress reduzieren.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Schaffe Ordnung an einem kleinen, überschaubaren Platz in Deiner Wohnung. Oft reicht schon eine einzige Schublade oder die Küchenarbeitsfläche, um spürbare Erleichterung zu schaffen.

11. Dankbarkeit pflegen

Stress hängt oft damit zusammen, dass wir uns Sorgen machen. Was, wenn ich die Prüfung nicht bestehe? Den Vortrag verpatze? Wie würde es weitergehen, wenn ich meinen Job verlöre?

Aus lauter Angst vor der Zukunft vergessen wir, die Gegenwart zu schätzen. Doch es gibt eine einfache Methode, unseren Fokus sanft von den (in der Regel gar nicht eintretenden) Befürchtungen wegzulenken – Dankbarkeit.

Wenn wir uns in Dankbarkeit üben, erkennen wir, dass es uns hier und jetzt ziemlich gut geht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, können lesen und schreiben und haben Zugang zu schier unbegrenzten Informationen, die unser Leben verbessern können. Es mag nicht alles perfekt sein, aber es gibt viel, wofür wir dankbar sein können.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Schreibe fünf Dinge auf, für die Du dankbar bist und beobachte, wie Du Dich danach fühlst.

12. Locker bleiben

Bei Stress verändert sich unsere Körperhaltung. Wir sinken zusammen, ziehen die Schultern nach oben und spannen die Kiefermuskeln an.

Um Stress loszuwerden, können wir uns diese äußeren Symptome bewusstmachen und sie gezielt umkehren. Die körperliche Veränderung wird auf Deine innere Haltung ausstrahlen.

Sofortmaßnahme gegen Stress:

Achte auf Deine Körperhaltung, insbesondere den Oberkörper. Lockere Deinen Nacken durch kreisende Bewegungen mit den Schultern. Massiere mit den Händen Deinen Kiefer und Deinen Nacken. Richte Dich auf und lass die Schultern locker nach unten hängen.

Nutze Stress als positive Kraft

Unsere Gesellschaft hat ein widersprüchliches Verhältnis zu Stress: Einerseits klagen viele über Stress durch zu viel Arbeit und zu viele Termine. Andererseits füttern sie damit häufig ihr Selbstwertgefühl. Wer keinen Stress hat, wird als nicht produktiv, als faul wahrgenommen.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen fleißig und beschäftigt. Welche der To Dos, für die wir uns stressen, bringen uns denn wirklich voran?

Ich finde, es ist eine Kunst, auch mal gar nichts zu tun. Es ist ein Erfolg, unnötige Verpflichtungen und Arbeiten so weit reduziert zu haben, dass Stress nur noch selten auftaucht.

Wenn es dennoch stressig wird, können wir wiederum an unserer Einstellung ansetzen: Stress zu empfinden, ist zunächst einmal nichts Schlimmes. Das Stressgefühl zeigt uns, dass wir gebraucht werden und unser voller Einsatz gefragt ist. Positiv empfundener Stress, Eustress, kann uns zu Leistung motivieren, uns über uns hinauswachsen lassen.

Wichtig ist, dass stressige Phasen nicht zum Dauerzustand werden. Neben den genannten Sofortmaßnahmen gegen Stress sollte man deshalb immer wieder seine To-Do-Liste und die eigenen Erwartungen überarbeiten und Unnötiges streichen.

Wenn wir darauf achten, dass sich Zeiten der Anspannung und Entspannung immer wieder abwechseln, wir ein gesundes Mittelmaß finden, wäre viel gewonnen. Stress ist und bleibt ein Teil unseres Lebens. Wir können ihn niemals ganz vermeiden. Aber wir können ihn als einen Hinweis sehen, uns zu fragen, ob wir gerade das tun, was uns am wichtigsten ist.

Welche dieser Anti-Stress-Hacks wirst Du heute ausprobieren?
Ich freue mich auf den Austausch in den Kommentaren!

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Christof

    Schöner Artikel, liebe Rebecca!

    Müsste ich mich für eine Deiner Maßnahmen entscheiden, würde ich „Dankbarkeit pflegen“ wählen. Unser Blick richtet sich oft zu sehr auf Mangel und Zukunft – und zu wenig auf das, was wir schon haben und was gut läuft.

    Christof

    1. Rebecca

      Genau so ist es, lieber Christof.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße
      Rebecca

  2. Barbara

    Liebe Rebecca,
    dein Beitrag kommt gerade zur richtigen Zeit für mich. Wirklich gute Ideen und ganz einfach – eigentlich!?
    Ich habe auch noch einen Vorschlag, der ganz wenig Zeit braucht: wenn ich aus der Haustür trete, nach draußen gehe, hebe ich meinen Kopf und schaue mich um. Der Körper macht dann automatisch einen tieferen Atemzug. Mini-Pause sozusagen.
    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag..
    LG Barbara

    1. Rebecca

      Liebe Barbara,
      danke für den Zusatztipp! Das mache ich morgens auch immer. Ein kurzer Augenblick, der Dich erdet.
      Freue mich, wenn Du weiter mitliest und hilfreiche Inhalte findest 😀
      Herzliche Grüße
      Rebecca

  3. Marta

    und wieder so ein toller Beitrag 😀
    jedes Mal passt es genau zu dem was man sich Grad wünscht.
    Bitte schreib öfter💝
    es ist wirklich ein Freude deine Beiträge zu lesen, sie sind ruhig, strukturiert und durchdacht.
    Mach bitte weiter so!

    1. Rebecca

      Liebe Marta,
      danke für Deine Treue 💝 Freue mich sehr, dass Du mitliest und mitkommentierst.
      Herzliche Grüße
      Rebecca

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