Was Du als Minimalist nicht mehr bist

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Minimalisten sind vieles nicht mehr und haben dadurch mehr vom Leben.

Lass mich Dir das anhand von 7 Beispielen veranschaulichen:

1. Als Minimalist bist Du nicht mehr Recyclingstation für andere

Hat Dir schon einmal jemand etwas geschenkt, weil derjenige es selbst nicht mehr gebrauchen konnte? Bei den Ausmistprozessen von anderen wird man schnell zum Wertstoffhof von nicht mehr benötigten Dingen – etwa von alter Kleidung oder überflüssigem Porzellan.

Grundsätzlich ist es zwar eine gute Idee, nicht mehr benötigte Dinge, die gut erhalten sind, Menschen anzubieten, die sie vielleicht gut gebrauchen könnten. Das ist eine aufmerksame Geste und schont Ressourcen.

Allerdings haben die meisten Menschen nie gelernt, Nein zu sagen. Deshalb besteht die Gefahr, dass man ihnen trotz bester Absichten damit nur zusätzlichen Ballast aufhalst.

Als zu beschenkende Minimalisten nehmen wir uns dagegen die Freiheit heraus, Geschenke dankend abzulehnen. Und wir wissen, dass wir Geschenke auch ohne schlechtes Gewissen wieder loslassen können.

2. Als Minimalist bist Du nicht mehr das Opfer von Marketingmaßnahmen

Werbung ist faszinierend. Mit Emotionen weckt sie unsere Sehnsüchte und verspricht, Unsicherheiten zu heilen. Immer wieder bringt sie uns dazu, Dinge zu kaufen, nur weil sie neu sind. Obwohl wir sie gar nicht brauchen. Teilweise sogar, ohne dass wir sie uns leisten könnten.

Mit jedem Trend, jedem Hype, jeder Limited Edition schaffen es psychologisch geschulte Marketingexperten, dass wir dem großen Versprechen, mit diesem Produkt werde alles gut, auf den Leim gehen.

Minimalisten haben verstanden, dass am Ende so gut wie jedes Werbeversprechen – wenn überhaupt – nur kurz hält. Konsum wird Dir niemals auf Dauer das bringen, was Du Dir wirklich erhoffst.

3. Als Minimalist bist Du nicht mehr gefangen im Hamsterrad

Es ist zur Normalität geworden, als Erwachsener in ein Hamsterrad aus Konsum und Arbeit zu geraten, das ohne Unterlass am Laufen gehalten werden muss.

Lifestyle Inflation, also die Tendenz, dass Deine Ausgaben parallel (oder schneller) zu Deinem Gehalt wachsen, ist der Grund dafür, warum Du in finanzielle Abhängigkeit gerätst.

Minimalismus gibt Dir die Werkzeuge an die Hand, aus dieser Unfreiheitsspirale auszusteigen. Statt sinn- und ziellos immer schneller in die falsche Richtung zu laufen, richtest Du Dich Schritt für Schritt neu aus. Du lernst, wie Du überflüssigen Konsum stoppst und Dein Geld und Deine Zeit auf die Dir wichtigen Aktivitäten und Menschen lenkst.

4. Als Minimalist bist Du nicht mehr Sklave Deiner Vergangenheit

Alles, was wir besitzen, kann uns davon abhalten, etwas Neues zu wagen oder eine andere Seite von uns zu entwickeln.

Unsere Besitztümer verpflichten uns nicht nur dazu, uns um sie zu kümmern, uns um sie zu sorgen, sie zu verwalten. Viel haben heißt auch viel Verantwortung – möglicherweise zu viel.

Zwar ist es erstrebenswert, sein Eigentum zu pflegen und zu vergrößern. Aber dabei sollten wir auch immer noch einen weiteren Aspekt im Hinterkopf behalten: Die Dinge, die wir erworben haben und festhalten, sind auch immer mit bestimmten Erwartungen verbunden. Im Zweifel entsprechen sie dem längst überholten Selbstbild einer Person, die wir niemals waren, nicht mehr sind oder nicht sein wollen.

Insofern kann es sein, dass uns Besitz davon abhält, uns weiterzuentwickeln. Ob das die Outfits sind, die für eine Karriere im Management gekauft wurden, aber nicht zur Selbständigkeit passen. Oder die Sportausrüstung, für die wir zwar viel Geld ausgegeben, die wir aber seit Jahren nicht mehr genutzt haben. Oder die Wohnung in der Stadt, die nicht unserem Bedürfnis nach Natur und Ruhe entspricht.

Weil sich Minimalisten regelmäßig im Loslassen üben, erkennen sie deutlicher, wer sie jetzt im Moment sind und was sie dafür brauchen.

5. Als Minimalist bist Du nicht mehr abhängig von der Bestätigung anderer

Es ist vielleicht die schwerste Krankheit unserer Zeit, dass wir uns ständig mit anderen vergleichen in der Hoffnung, nicht aus der Reihe zu fallen oder sogar besser abzuschneiden.

Der Vergleich mit anderen macht uns auf Dauer nicht nur unglücklich, sondern auch oberflächlich. Wer weiß schon, wie es den Menschen auf den inszenierten und bearbeiteten Instagramfotos wirklich geht?

Auf der Jagd nach einem vermeintlich besseren Status und dem Wunsch, dazuzugehören, gehen wir zu viele Kompromisse zulasten unserer Gesundheit, unserer Werte und unseres Seelenfriedens ein.

Als Minimalist fokussierst Du Dich nicht so sehr auf die Meinung anderer, sondern stärker auf Deine ganz eigene Entwicklung. Du forschst nach Deinen Werten, setzt Die eigene Ziele und spürst den Verbindungen nach, die Deine Lebensfreude sprudeln lassen.

6. Als Minimalist bist Du nicht mehr entscheidungsschwach

Viele gehen unentschlossen durchs Leben, machen das, was ihnen andere vorschlagen oder vorleben, tun etwas, weil man es schon immer so gemacht hat, oder warten einfach ab, was sich so ergibt.

Als Minimalist lernst Du, eigene Entscheidungen zu treffen und auf Deine Intuition zu vertrauen. Du lebst weniger passiv-konsumierend, sondern kommst ins Handeln und Kreieren. Mit jeder Wahl, die Du triffst, wächst Dein Verantwortungsgefühl für die Gestaltung Deines Lebens.

Du siehst an Dir selbst: Veränderung ist möglich.

7. Als Minimalist lebst Du nicht mehr unbewusst

Es gibt Menschen, die planen ihren Sommerurlaub mit mehr Einsatz als ihre Lebensziele.

Doch wer sich selten oder nie mit seinen Werten und Wünschen beschäftigt, der kann auch nicht die Richtung einschlagen, die damit in Einklang steht. Wer es versäumt, seine persönliche Freiheit zu nutzen, der wird gelebt und fragt sich irgendwann, ob mehr möglich gewesen wäre.

Minimalisten beschäftigen sich aktiv mit dem, was sie sich vom Leben erhoffen und was sie davon abhält. Sie investieren ihre Zeit, Geld und Aufmerksamkeit bewusster. Das Reduzieren von Überfluss setzt in ihnen ungeahnte Energien frei, die wiederum in das Verfolgen von selbstgesetzten Zielen fließen können.

Sei es finanzielle Freiheit, mehr Zeit mit der Familie oder eine Arbeit, die Deinen Interessen entspricht – mit Minimalismus wirst Du vom Verwalter Deiner Lebenszeit zum Gestalter Deines Lebens.

Du beginnst mit weniger und endest mit mehr.

Wie hat Minimalismus Dein Leben schon verbessert?
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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ron Vollandt

    Sieben Punkte. Jeder davon sitzt.
    Punkt zwei – das Opfer von Marketingmaßnahmen – ist dabei vielleicht der unterschätzteste von allen. Werbung ist nicht einfach lästig. Sie ist handwerklich brilliant und für unser Konto ziemlich katastrophal. Emotionen, Sehnsüchte, das vage Versprechen, dass man mit dem richtigen Produkt besser durch den Tag kommt – das haben kluge Leute über Jahre perfektioniert, und der Rest von uns bezahlt dafür im wahrsten Sinne.
    Was mich an deiner Auflistung besonders anspricht: Es geht nicht um Askese. Es geht um Klarheit. Wer weniger besitzt, hat nicht weniger – er hat mehr Überblick darüber, was wirklich seine Aufmerksamkeit verdient. Das ist ein feiner, aber wesentlicher Unterschied.
    Den Reflex, Dinge ins Leben zu lassen, die man nicht bestellt hatte, kenne ich aus eigener Erfahrung – und daran erinnern mich regelmäßig die Hochglanzprospekte im Briefkasten (siehe Link bei meinem Namen). Das eine oder andere hat sich seitdem still und leise aus meinem Alltag verabschiedet. Vermisst: wird es nicht.
    Liebe Grüße
    Ron

    1. Rebecca

      Lieber Ron,
      herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Mit Werbung im Briefkasten habe ich zum Glück nicht mehr so viel zu tun. In Münster gibt es keine gedruckten Supermarktprospekte mehr und falls ich doch noch einen Flyer oder einen Katalog erhalte, dass sortiere ich die entweder sofort aus oder blättere sie (mit Interesse) durch. Meinen Input an Werbung habe ich sowieso extrem reduziert durch den Verzicht auf einen Fernseher und das Installieren von Adblockern. Abgesehen von den Werbeplakaten im Stadtgebiet, weiß ich wirklich nicht, was gerade so IN ist. Da müsste ich schon gezielt nach Trends suchen. 😉
      Liebe Bloggergrüße
      Rebecca

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