Nachhaltig investieren mit Minimalismus

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In diesem Artikel geht es nicht darum, in welche Aktien, Fonds oder ETFs Du am besten investierst, um etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Dieser Frage sind bereits andere Blogs wie Scueeze, Finanzielles Wohlbefinden oder Dagoberts Nichte ausführlich nachgegangen.

Im Rahmen der Blogparade „Die Zukunft des Investierens in Zeiten Klimawandels“ möchte ich hier darauf eingehen, wie Minimalisten nachhaltig investieren und entlang welcher Leitlinien man sich orientieren kann, um das eigene Geld langfristig sinnvoll anzulegen.

Minimalistisch investieren

Für alle, die sich diesem Thema erst annähern, möchte ich die Kernidee des Minimalismus einmal in Investorensprache zusammenfassen: Ziel von Minimalisten ist es, in die Menschen, Aktivitäten und Dinge, die einem persönlich am wichtigsten sind, so viel Zeit, Energie, Raum und Geld wie möglich zu investieren. Alternative Anlageformen werden danach abgewogen, inwiefern sie das Leben ermöglichen, das sich am besten an den persönlichen Werten ausrichtet. Alles, was diesem Ziel entgegensteht, sollte dagegen aus dem persönlichen Lebens-Portfolio abgestoßen werden.

Minimalisten haben verstanden, dass ihre knappste und deshalb wertvollste Ressource überhaupt Zeit ist. Deshalb drehen sich minimalistische Überlegungen stets darum, diese Ressource möglichst gewinnbringend einzusetzen. Worin dieser Gewinn jeweils liegt, kann für jede und jeden etwas anderes bedeuten – abhängig von den persönlichen Vorlieben, Wünschen und Werten.

Eine persönliche Frage

Diese Definition von Minimalismus klingt für Analysten vielleicht recht vage. Doch ihr Vorteil besteht darin, dass sie uns einerseits Spielraum für individuelle Lösungen lässt. Minimalismus sieht für jeden von uns anders aus. Andererseits bietet der Fokus auf die Ressource Lebenszeit einen Rahmen, mit dessen Hilfe sich essentielle Fragen stellen lassen: Was ist mir wirklich wichtig? An welchen Werten möchte ich mein Leben ausrichten? Wie will ich leben?

Auf diese Fragen gibt es keine allgemeingültigen Antworten, sondern jeder muss sie für sich persönlich im Laufe seines Lebens beantworten. Für den einen ist ein harmonisches Familienleben das wichtigste, für die andere eine Karriere in der Wissenschaft. Der eine träumt von einem Leben auf dem Bauernhof, die andere von olympischen Rekorden.

So unterschiedlich ein Leben in Einklang mit den persönlichen Wertvorstellungen auch aussehen mag. Es gibt gleichwohl einige minimalistische Leitlinien, die uns dabei unterstützen können, unsere Lebenszeit bewusst gewinnbringend einzusetzen.

Grundprinzipien des Minimalismus

  • Weniger ist mehr: Wir erreichen mehr, wenn wir uns auf wenige Ziele fokussieren, anstatt unsere (begrenzte) Aufmerksamkeit auf viele unterschiedliche Ziele zu streuen.
  • Brauchen statt wollen: Wer den Unterschied erkennt zwischen dem, was man braucht und dem, was man nicht braucht, lebt einfacher.
  • Gute Gewohnheiten: Das, was man regelmäßig macht, zahlt sich auf lange Sicht mehr aus, als einmalige Aktionen.
  • Überflüssiges vermeiden: Ob Gerümpel in der Wohnung, Termine, die nicht weiterhelfen, Beziehungen, die belasten, oder negative Glaubenssätze – auf vieles in unserem Leben könnten wir gut verzichten und es lebt sich tatsächlich leichter, wenn wir einiges davon loslassen.
  • Beziehungen sind Dingen vorzuziehen. Immer.
  • Kreieren vor konsumieren: Etwas Eigenes herzustellen und anderen Menschen zu helfen ist erfüllender als passives konsumieren. Deshalb hinterfragen Minimalisten ihre Konsumgewohnheiten kritisch.
  • Bewusst statt unbewusst: Die Lebensqualität erhöht sich, je mehr alltägliche Entscheidungen mit Bewusstheit getroffen werden.

Nachhaltig Investieren für Minimalisten

Eine Investition ist grundsätzlich dann besonders nachhaltig, wenn sie bei möglichst kleinem Ressourceneinsatz zum besten Ergebnis führt. Auf den Punkt gebracht lautet also die zentrale Frage von minimalistischen Investoren: Wie kann ich möglichst einfach im Einklang mit meinen persönlichen Werten leben?

Dabei zeigt die Erfahrung, dass diejenigen Investitionen am meisten persönliche Rendite bringen, die sich um freundschaftliche und familiäre Beziehungen drehen, Hilfe für andere bereitstellen sowie das fortdauernde Lernen und Annehmen von Herausforderungen umfassen. Eine große Wohnung, ein teurer Fuhrpark oder andere Statussymbole wie ein voller Terminkalender bringen hingegen langfristig nicht die erhoffte Glücksrendite – sie stehen ihr mitunter sogar im Weg.

Folgende minimalistischen Leitlinien für nachhaltige Investitionen lassen sich festhalten:

  • Investiere in Beziehungen und Erlebnisse anstatt in Gegenstände.
  • Investiere in die eigene Bildung und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Investiere Deine Zeit in Aktivitäten, die Dich glücklich machen. (Ein guter Indikator: Du vergisst dabei die Zeit.)
  • Unterstütze andere Menschen, schenke ihnen einen Teil Deiner Zeit oder spende einen Teil Deines Einkommens.
  • Verbringe Zeit in der Natur und mit Tieren.
  • Investiere in Deine Gesundheit. Dazu gehören eine natürliche Ernährung, Bewegung, Schlaf und regelmäßige Pausen.
  • Lerne, mit Deinen finanziellen Möglichkeiten auszukommen.
  • Wähle Deine Geldanlage bewusst nach Kriterien aus, die zu Deinen Werten passen und die aus Deiner Sicht förderungswürdig sind. Sei es die Entwicklung von Speichertechnologie, der Ausbau von erneuerbaren Energien, Hilfe für anderen in Form von Kleinkrediten, Entwicklungshilfeprojekten oder medizinische Forschung und Versorgung, oder Naturschutz, z. B. dieses Waldprojekt.

Zusammengefasst: Nachhaltig investierst Du Deine Zeit, Energie und Dein Geld in die Dinge, die Dir und Deinen Mitmenschen gut tun und die Dir wirklich am Herzen liegen.

Meine Fragen an Dich: Was war bislang Deine nachhaltigste Investition? 
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Bob

    Spitzen Artikel !! Vieles spukt mir auch schon länger im Kopf rum.
    Ich freue mich schon auf zukünftige Artikel.

    Gruß Bob

    1. Rebecca

      Lieber Bob,
      danke für das Kompliment! Das freut mich riesig 😉
      Melde Dich gerne auch für meinen Newsletter an, um regelmäßig über neue Artikel informiert zu werden.
      Viele Grüße
      Rebecca

  2. Carolin

    Habe für sich gestimmt
    – weil du nicht wie andere mit affiliate links im dich schmeißt oder sonst wie nur Geld mit den Seitenbesuchern verdienen willst

    – deine Artikel sprachlich und inhaltlich viel besser als viele andere (Finanz-) Blogger sind.

    Man merkt einfach, du kannst das und bist sehr sorgfältig 🙂
    Das gefällt mir sehr gut!!

    1. Rebecca

      Herzlichen Dank, Carolin, für Deine Stimme und dieses tolle Lob! You made my Day 😊

  3. scueeze

    Schöner Artikel für die Blogparade. Ich drücke dir die Daumen!

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