Wie Du aufhörst, Dich immer mit anderen zu vergleichen

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Dich mit anderen zu vergleichen ist einer der sichersten Wege, Dich unglücklich zu machen.

Dennoch machen wir es ständig.

Ob mit Gleichaltrigen, Kollegen oder Menschen, die wir nur gefiltert durch die Medien sehen – wer sieht besser aus, wer hat mehr erreicht, wer hat mehr Reichweite?

Manchmal scheint es mir, als könnten wir gar nicht anders, als uns nur in Relation zu anderen wahrzunehmen, indem wir uns in einem imaginären Ranking einsortieren.

Das Messen an und mit anderen beginnt schon früh und ist ganz natürlich. Wer kann schneller laufen? Wer kann am besten im Kopf rechnen? Wer hat die kreativsten Ideen? Was anfangs noch den Ehrgeiz weckt, sich mehr anzustrengen, mündet allerdings irgendwann in der Statusfrage.

Bis zum Erwachsenenalter haben wir den Abgleich mit anderen so verinnerlicht, dass er auch abläuft, wenn uns das nicht gut tut. Dann versuchen wir, mit unserem Konsumverhalten zu anderen aufzuschließen oder uns von anderen abzugrenzen. Jagen Dingen hinterher, nur weil andere sie auch jagen, obwohl sie uns gar nicht glücklich machen werden.

Von guten und schlechten Vergleichen

Keine Frage, in mancher Hinsicht ist es absolut sinnvoll, sich mit anderen zu vergleichen. Wir sehen, was alles möglich ist und fühlen uns im besten Fall angespornt, uns zu verbessern. In anderen Fällen beobachten wir bei anderen etwas, das uns nicht gefällt, und indem wir es vermeiden, bewahren wir uns vor Schaden.

Wir können viel voneinander lernen.

Doch das endlose Vergleichen in unserem Kopf hat auch Schattenseiten. Wir bauen dadurch Druck auf uns auf, konsumieren Dinge, die wir nicht brauchen, und tun Sachen, von denen wir nicht überzeugt sind.

Wann ist es gut, sich mit anderen zu vergleichen, und wann schadet es mehr als es nützt?

James Clear hat auf die Zweischneidigkeit des Vergleichs in einem seiner letzten Newsletter eine durchdachte Antwort gefunden:

„To improve, compare little things.

-marketing strategies
-exercise technique
-writing tactics

To be miserable, compare big things.

-career path
-marriage
-net worth

Comparison is the thief of joy when applied broadly, but the teacher of skills when applied narrowly.“

James Clear

Der Vergleich ist in Clears Augen dann der Dieb von Lebensfreude, wenn man grob auf Lebensbereiche von anderen schaut – verschiedene Karrierewege, die Qualität von Paarbeziehungen, das finanzielle Gesamtvermögen von jemandem. All diese Felder sind letztlich aber zu vielschichtig als dass ein einfacher Vergleich mit uns hier hilfreich wäre.

Um zum Beispiel die Ehe eines anderen Paares verstehen zu wollen, müssten wir komplexe Faktoren berücksichtigen. Das jeweilige Elternhaus, den Erziehungsstil, die Persönlichkeiten der Partner, ihr Umfeld und ihre Erfahrungen müssten wir berücksichtigen, damit wir uns ein richtiges Bild machen könnten. Von außen erhaschen wir aber immer nur einen kleinen Blick auf die Beziehung. Wie soll man allein aus diesem flüchtigen Eindruck etwas Wertvolles lernen?

Unter gewissen Vorzeichen kann ein Vergleich wiederum extrem nützlich sein. Um aus dem Vergleich mit anderen intelligente Schlüsse zu ziehen, müssen wir zunächst wissen, was wir vergleichen sollten.

Wirklich hilfreich ist es, wie Clear schreibt, sich beim Vergleichen auf Detailfragen zu fokussieren, z.B. verschiedene Marketingstrategien, Workout-Techniken oder Schreibroutinen. In diesen kleineren Bereichen ist es möglich, konkrete Modelle zu identifizieren, die sich bei anderen bewährt haben. Wer sie nachahmt kann schließlich ähnlich gute Ergebnisse erreichen.

Fazit: Nur bei speziellen Problemstellungen ist es sinnvoll, sich mit anderen zu vergleichen. Lernen wir von Menschen, die auf einem Gebiet schon weiter sind als wir.

Für einen produktiven Vergleich solltest Du Dich (oder die andere Person) deshalb fragen:
Was macht jemand ganz konkret anders als ich?

Strategien, um sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen

Wenn es Dir wie mir geht, dann kommt das Vergleichen mit anderen ganz automatisch – egal auf welcher Ebene. Bevor ich mich richtig versehen kann, habe ich innerhalb von Sekunden mein Leben mit dem einer anderen Person abgeglichen.

Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Welche Karten würde ich auf den Tisch legen, wenn mein Leben eine Werbung wäre?

Eine der negativen Wirkungen des Vergleichs besteht darin, dass wir uns danach oft unzulänglich fühlen. Weil wir (vermeintlich) nicht so viel erreicht haben, wie andere aus unserem Jahrgang fühlen wir uns schlecht. Während andere die Karriereleiter hochsteigen, scheinen wir beruflich festzustecken. Während andere sich ein eigenes Haus und mehrere Autos leisten können, leben wir in einer Mietwohnung und fahren mit dem Rad.

Selbst wenn wir ein einfacheres Leben bewusst gewählt haben, gibt es diese Momente, in denen wir zweifeln und uns fragen, ob das Leben der anderen nicht besser ist.

Wenn Du diese Unsicherheit kennst oder an dem Punkt angekommen bist, wo der Vergleich mit anderen Dich eher belastet als beflügelt, solltest Du die folgenden 3 Strategien ausprobieren. Sie werden Dir helfen, Dich weniger mit anderen zu vergleichen:

1. Lerne Neid zu managen

Keiner gibt es gerne zu, doch jeder Mensch empfindet Neid. Dahinter steckt immer ein Vergleich, den wir augenscheinlich verlieren.

Neid beeinträchtigt die Lebenszufriedenheit stärker als körperliche Gebrechen oder finanzieller Ruin. Deshalb gehört die Fähigkeit, Neid zu managen, fundamental zu einem guten Leben.

Neid entsteht am leichtesten dann, wenn wir uns mit Menschen vergleichen, die uns ähnlich sind. Personen, die genauso alt sind, die in derselben Branche arbeiten oder in derselben Stadt wohnen wie wir. Menschen, mit denen wir nichts gemeinsam haben, eignen sich eher nicht als Neidobjekte.

Was kannst Du tun, um mit dem Neid, der durch das Vergleichen entsteht, umzugehen?

  • Mach Dir bewusst, dass die Dinge, um die Du jemand anderen beneidest (z. B. Auto, Einkommen, Status), weniger wichtig für ein glückliches Leben sind, als Du denkst.
  • Stell Dir auch die Schattenseiten des Lebens des Beneideten vor (z.B. Stress, Schulden, Verpflichtungen, Öffentlichkeit)
  • Übe Dich darin, anderen ihre Erfolge zu gönnen – sie haben dafür gearbeitet und auf andere Dinge verzichtet
  • Nutze Neidgefühle als konstruktiven Ansporn, um Deine eigenen Ziele zu verfolgen und Dich weiterzuentwickeln.


2. Nutze Social Media bewusst

„Dank“ Social Media vergleichen sich Menschen heute mit so vielen anderen Gleichgesinnten wie noch nie zuvor. Die Statistiken (Followers, Likes, Kommentare) machen den Vergleich leicht – und damit die Wahrscheinlichkeit, schlecht abzuschneiden. Die sorgfältig ausgewählten und bearbeiteten Inhalte erwecken stets den Eindruck, dass es allen anderen viel besser geht als uns.

Wenn Du Dich nach dem Konsum von Social Media miserabel fühlst, ist das ein sicherer Indikator dafür, dass Du Dein Leben mit dem Dargestellten oberflächlich verglichen hast und zu dem Schluss gekommen bist, dass Dir etwas fehlt.

Vielleicht handelt es sich (nur) ein bestimmtes Kleidungsstück, eine Wandfarbe oder einen großen Trinkbecher. Vielleicht sehnst Du Dich aber auch nach dem Traumpartner, wünscht Dir ein anderes Aussehen oder allgemein mehr Aufmerksamkeit. Negative Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich kann nicht so sein, wie ich bin“ oder „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“ können dabei aufsteigen und sich verfestigen.

Um diese negative Gedankenspirale zu stoppen, solltest Du Deinen Social-Media-Feed ausmisten und nur noch Accounts folgen, die Dich inspirieren, ohne ein Gefühl der Unzulänglichkeit auszulösen. Wenn Du nach dem Konsum der Inhalte motiviert bist, selbst anzupacken, ist das ein gutes Zeichen. Wenn Du danach eher lethargisch und demotiviert bist, solltest Du der Person nicht mehr folgen.

Grundsätzlich ist es ratsam, die Zeit auf sozialen Plattformen, die Vergleiche extrem fördern, zu reduzieren. Wie Du Deine Screen Time in den Griff bekommst und die Kontrolle über Dein Handy zurückgewinnst, habe ich in mehreren Artikeln beschrieben.

Wenn es Dir sehr schwer fällt, Dein Verhalten zu kontrollieren, könntest Du dem Vergleichen auch strikter aus dem Weg gehen und Dich ähnlich wie ich größtenteils aus den sozialen Medien zurückziehen.

Die Versuchungen zu meiden, weil man befürchtet ihnen zu verfallen, ist aber nie eine Dauerlösung. Deshalb noch mein dritter und wichtigster Tipp:

3. Stärke Dein Selbstbewusstsein

Anstatt viel Energie darauf zu verwenden, Dich am laufenden Band mit anderen zu vergleichen, solltest Du lieber Deine Selbstreflexion und Dein Selbstbewusstsein stärken.

Konzentriere Dich auf Deine eigenen Ziele, Werte und Fortschritte. Sie sind letztlich das Einzige, das Du beeinflussen kannst.

Mach Dir immer wieder bewusst, dass die Verantwortung für Dein Denken und Dein Handeln allein bei Dir liegt. Das, was andere Menschen haben oder machen, steht nicht in Deiner Macht und sollte Dich deshalb auch nicht stören.

Wie fördert man nun das eigene Selbstbewusstsein?

Zum Beispiel, indem Du regelmäßig Deine Erfolge und Stärken aufschreibst. Du kannst auch ein Dankbarkeitstagebuch führen, in das Du täglich notierst, wofür Du dankbar bist. Diese beiden Übungen lenken Deinen Fokus auf das, was Du tust und schon hast, anstatt auf das, was andere machen oder haben.

Um Dein Selbstbewusstsein aufzubauen, ist Deine innere Stimme wichtig. Negative, vorwurfsvolle und schwächende Gedanken halten unser Selbstvertrauen klein. Durch eine positive, bestärkende Kommunikation mit uns selbst können wir unser Selbstbewusstsein dagegen festigen.

Beispiele für solche aufbauenden Botschaften sind „Ich mag mich“ oder „Ich glaube an mich“. Weitere Beispiele findet Du im Artikel über „Bewusstheit“.

Da der Vergleich mit anderen oft hinkt, ist es außerdem klug, sich mit seinem früheren Selbst zu vergleichen, anstatt mit anderen. Wie viel gelassener gehst Du heute im Vergleich zu früher mit Kritik um? Wie viel bewusster kaufst Du ein? Wie gut hast Du inzwischen Deine Finanzen im Griff?

Konzentriere Dich auf Deine ganz persönlichen Fortschritte und vergleiche Dich mit Deinem vergangenen Ich. Setze Dir persönliche, erreichbare Ziele und beobachte, wie mit jedem kleinen Erfolg Dein Zutrauen in Dich wächst.

Mach Dich auch nicht fertig, indem Du Dich der negativen Gedankenspirale hingibst. Praktiziere lieber Achtsamkeit, z. B. durch Meditation, um negative Gedanken zu erkennen und sie loslassen zu lernen. Sei freundlich zu Dir selbst, wenn Vergleichsgedanken aufkommen. Erkenne sie und lächle ihnen innerlich zu.

Und noch einen Tipp möchte ich nennen: Denke daran, dass das Leben kein Nullsummenspiel ist. Beziehungen zu anderen Menschen können für alle Seiten zuträglich und zufriedenstellend sein. Wer sich mit anderen vergleicht, um dabei besser abzuschneiden, glaubt auch, dass der Gewinn des einen notwendigerweise der Verlust des anderen sein muss.

Nutze die Beziehungen zu anderen, um gemeinsam voranzukommen. Sieh andere als mögliche Inspiration oder Kooperationspartner, nicht als Konkurrenten. Frage Dich: „Wie kann ich von ihnen lernen?“ oder „Auf welcher Ebene könnten wir zusammenarbeiten?“ statt „Bin ich besser/schlechter?“.

Du bist unvergleichlich!

Es ist ganz normal, dass man sich mit anderen vergleicht. Der Vergleich kann uns motivieren und uns weiterhelfen, wenn wir uns ein gutes Vorbild an anderen nehmen.

Jeder von uns geht aber seinen eigenen Weg, in seinem eigenen Tempo mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

Wenn Du Dich mit anderen vergleichst, dann bitte auf Gebieten, in denen es sinnvoll ist – zum Beispiel hinsichtlich erfolgsversprechender Strategien, um etwas Bestimmtes zu erreichen.

Verstehe aber, dass nicht jeder Vergleich Dir dienlich ist. Deine Reise ist einzigartig und sie mit anderen zu vergleichen unmöglich, da ihr unterschiedliche Ausgangs- und Zielpunkte habt.

In Wahrheit sind wir alle unvergleichlich. Jeder von uns besitzt eine einzigartige Kombination aus Charaktereigenschaften, Erfahrungen, Stärken und Leidenschaften. Wir vergleichen etwas, das sich eigentlich gar nicht vergleichen lässt.

In welchen Bereichen fällt es Dir schwer, Dich nicht mit anderen zu vergleichen?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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