5 einfach gute Ideen aus „Die Kunst des guten Lebens“ von Rolf Dobelli

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Die einfachsten Ideen sind oft die besten. Aber sie sind nicht immer leicht zu finden.

Ich lese Bücher, um für Dich die besten Ideen für ein einfacheres Leben herauszufiltern. Denn einfach lebt es sich deutlich besser. Die jeweils 5 besten Ideen aus einem Buch stelle ich Dir hier vor.

Jede Idee muss dabei 3 Kriterien erfüllen. Sie ist

  • einfach zu merken
  • leicht in die Praxis umzusetzen und
  • hat eine positive Wirkung.

Heute stelle ich Dir 5 einfach gute Ideen aus diesem Buch vor:

Die Kunst des guten Lebens – 52 überraschende Wege zum Glück“ von Rolf Dobelli*

Rolf Dobelli Die Kunst des guten Lebens Buch Buchcover Rezension

Ausgangsfrage des Buches:

Wie finde ich den Weg zum Glück?

Seit der Antike beschäftigt die Menschen die Frage nach dem guten Leben. Was wir seitdem wissen: Den einen Weg zum Glück gibt es nicht. Die Welt ist viel zu kompliziert, als dass wir sie mit nur einem Prinzip erklären könnten. Viel wichtiger als Geld, Beziehungen oder Intelligenz sind mentale Werkzeuge, mit denen wir die Welt besser verstehen können. Der Schweizer Autor Rolf Dobelli stellt 52 dieser gedanklichen Modelle vor, die ein gutes Leben zwar noch nicht garantieren, aber immerhin wahrscheinlicher machen.

5 einfach gute Ideen aus „Die Kunst des guten Lebens“ von Rolf Dobelli*

1. Die negative Kunst des guten Lebens

Niemand kann sagen, was ein gutes Leben garantiert. Aber man kann sagen, was ein gutes Leben verhindert – und das mit Sicherheit.

Seit über 2.500 Jahren versuchen Menschen herauszufinden, was glücklich macht. Doch die Ergebnisse sind recht vage: soziale Kontakte, moralisches Handeln und ein gewisser Lebenssinn können nicht schaden. Die konkreten Glücks-Faktoren bleiben aber ungewiss.

Die Frage, was unser Glück beeinträchtigt, können wir im Unterschied dazu recht genau beantworten: Alkoholismus, Drogen, chronischer Stress, Lärm, lange Arbeitswege, ein verhasster Job, Arbeitslosigkeit, eine zerrüttete Ehe, zu hohe Erwartungen, Armut, Schulden, Einsamkeit, ständiges Vergleichen, Abhängigkeit von äußerer Wertschätzung, Opferhaltung, chronischer Schlafmangel, Depression, Nervosität, Zorn und Neid.

Die Faktoren, die ein gutes Leben gefährden, sind konkret fassbar. Deshalb sollten wir versuchen, sie systematisch auszuschalten, um ein gutes Leben wahrscheinlicher zu machen.

Einfach gute Idee: Ein Großteil des guten Lebens besteht darin, die größten Torheiten zu vermeiden.

2. Antiproduktivität

Ein Phänomen, über das wir selten nachdenken: Viele Technologien, die uns auf den ersten Blick Zeit oder Geld sparen, kosten in der Gesamtschau tatsächlich mehr. Zeitsparer entpuppen sich oft als Zeiträuber. Denn die zusätzliche Produktivität verpufft durch ihre Folgekosten.

Beispiel E-Mails: Isoliert betrachtet eine gute Erfindung – E-Mails sind schnell geschrieben und verschickt, noch dazu gratis! Doch der Schein trügt. Jede E-Mail-Adresse zieht Spam an, der herausgefiltert werden muss. Jede E-Mail führt zu neuen Nachrichten, die gelesen und auf Relevanz geprüft werden müssen. Hinzu kommen die Kosten für Computer, Smartphone, Software- und Sicherheits-Updates. Eine Überschlagsrechnung ergibt Kosten für eine relevante E-Mail in Höhe – eines Briefes!

Diese „Antiproduktivität“ ist erst bei genauerem Hinsehen sichtbar.

Ein anderes Beispiel: Die Möglichkeit, mit dem Smartphone unbegrenzt Fotos in Kameraqualität zu schießen, überzeugt sofort. Allerdings sitzen wir anschließend auch auf einem Berg von Bildern und Videos, von denen 99 Prozent unbrauchbar sind und für die wir keine Zeit zum Aussortieren haben. Dafür brauchen wir Zeit, um die Daten in lokalen Backups oder in den Clouds großer Internetkonzerne zu speichern bzw. auf neue Geräte zu übertragen.

Seien wir also auf der Hut vor den Verheißungen neuer Gadgets. Die negativen Folgen zeigen sich stets erst auf den zweiten Blick.

Einfach gute Idee: Technik wirkt sich häufig antiproduktiv auf die Lebensqualität aus. Deshalb: Was nicht wirklich etwas bringt, kannst Du Dir sparen.

3. Spieglein, Spieglein an der Wand…

Keiner gibt es gerne zu, doch ab und an überkommt jeden Menschen der Neid – eine der sinnlosesten und giftigsten Emotionen. Neid beeinträchtigt die Lebenszufriedenheit stärker als körperliche Gebrechen oder finanzieller Ruin. Deshalb gehört die Fähigkeit, Neid zu managen, fundamental zum guten Leben.

Das Interessante am Neid: Wir beneiden vor allem jene, die uns ähnlich sind. Fußballer vergleichen sich mit Fußballern, Schriftsteller mit Schriftstellern und Influencer mit anderen Influencern. Menschen, mit denen wir nichts gemeinsam haben, eignen sich überhaupt nicht als Neidobjekte.

„Dank“ Social Media vergleichen sich Menschen heute mit so vielen anderen Gleichgesinnten wie noch nie zuvor – die perfekte Brutstätte für Missgunst. Die Statistiken (Followers, Likes) machen den Vergleich leicht. Die sorgfältig ausgewählten und bearbeiteten Fotos erwecken stets den Eindruck, dass es den Freunden besser geht.

Rolf Dobellis gibt uns in „Die Kunst des guten Lebens“ 4 Tipps gegen Neid:

  1. Vergleichen strikt aus dem Weg gehen und sich z. B. aus den sozialen Medien zurückziehen.
  2. Sich bewusst machen, dass die Dinge, um die man jemand anderen beneidet (z. B. Auto, Einkommen, Status), weniger wichtig sind, als man denkt.
  3. Sich die schlechten Aspekte des Lebens des Beneideten vorstellen.
  4. Bei Erfolg selbst bescheiden bleiben und so andere vor der Neidkrankheit bewahren.

Einfach gute Idee: Wer sich mit niemandem vergleicht, genießt ein neidfreies Leben.

4. Weniger lesen, aber aus Prinzip doppelt

Wir lesen falsch, behauptet Rolf Dobelli. Wir würden zu wenig selektiv und zu wenig gründlich lesen. Die Folge: Wir erinnern uns an fast nichts, was wir gelesen haben – teilweise können wir nicht einmal mit Gewissheit behaupten, ob wir ein bestimmtes Buch im Bücherregal jemals schon gelesen haben.

Wie lesen wir besser? Indem wir uns mehr Zeit für weniger Bücher nehmen. Literarischer Minimalismus also.

Dobelli empfiehlt, bei der Auswahl von Büchern extrem anspruchsvoll zu sein – nach zehn Minuten entscheidet er etwa, ob er ein Buch zu Ende liest oder nicht. Und diejenigen Bücher, die es wert sind, einmal gelesen zu werden, liest er sogar doppelt und dreifach (Krimis und Thriller ausgenommen).

Beim zweimaligen Lesen erhöht sich der Wirkungsgrad, d. h. es bleibt signifikant mehr Inhalt hängen als beim einmaligen Lesen. Man entdeckt immer noch viel Neues und des Verständnis für das Geschriebene vertieft sich.

Es ist wie beim Einüben eines Musikstücks oder einer Tanzbewegung: Erst nach dem mehrmaligen, konzentrierten Wiederholen beherrschen wir sie ganz und können zur nächsten eilen.

Einfach gute Idee: Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.

5. Mentale Katastrophenarbeit

Ist es angesichts der vielen Gräuel in der Welt überhaupt möglich, ein gutes Leben zu führen?

Niemanden, der ein Minimum an Empathie besitzt, können die Katastrophen, Gewalttaten und Ungerechtigkeiten auf dieser Welt kalt lassen. Doch die wenigsten Menschen wissen, wie mit dieser Empörung umzugehen ist.

Dobelli schlägt in „Die Kunst des guten Lebens“ 5 (vermutlich politisch inkorrekte) Strategien vor, um trotz aller Desaster das innere Gleichgewicht nicht zu verlieren:

  1. Erkennen wir an, dass wir persönlich nicht viel ausrichten können. Die großen Probleme dieser Welt sind viel zu komplex, als dass sie eine Person alleine lösen könnte.
  2. Am besten können wir helfen, das Leid auf diesem Planeten zu lindern, indem wir Geld spenden. Geld, nicht Zeit! Freiwilligenarbeit vor Ort ist nicht sinnvoll – es sei denn, man ist Notarzt, Bombenentschärfer oder Diplomatin. Im Zweifel nimmt man Einheimischen nur die Arbeit weg. Außerdem ist der Wirkungsgrad des gespendeten Geldes in der Hand von Profis höher.
  3. Schränken wir unseren Konsum von Katastrophennachrichten ein. Denn das hilft weder uns noch den Opfern. Um einen Konflikt, einen Krieg, eine Katastrophe wirklich zu verstehen, liest man am besten ein Buch – auch wenn es erst mit Verzögerung erscheint.
  4. Leiden und Qualen gehören zum Leben dazu. Sie sind universell und nicht auszurotten. Da unsere Mittel beschränkt sind, sollten wir sie fokussieren (z. B. durch Spenden an 2-3 Hilfswerke) und lernen, den Rest der Gräuel hinzunehmen.
  5. So kalt es klingen mag: Du bist nicht für den Zustand der Welt verantwortlich. Du musst Dich nicht schlecht fühlen, wenn es Dir besser geht als anderen Menschen. Wer ein anständiges, produktives Leben führt und kein Unmensch ist, hat schon viel für eine bessere Welt getan.

Einfach gute Idee: Humanität zeigt sich nicht in Empörung, sondern in Vernunft.

Hast Du jetzt auch Lust, das ganze Buch zu lesen?

Rolf Dobelli Die Kunst des guten Lebens Buch Buchcover Rezension

Neben den 5 hier genannten beschreibt Dobelli in seinem Buch „Die Kunst des guten Lebens“ 47 weitere mentale Werkzeuge, um ein gutes Leben zu führen. Für mich zählt es definitiv zu den Büchern, welche ich mehrmals lesen werde.

Mit Klick auf den Link kannst Du das Buch direkt bestellen (und ich erhalte eine kleine Provision):

„Die Kunst des guten Lebens – 52 überraschende Wege zum Glück“* von Rolf Dobelli* ist 2019 als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Piper erschienen.

*Affiliate-Link: s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir meine weiteren Artikel aus der Reihe “5 einfach gute Ideen”:

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