4 Dinge, die ich bei einem Jobcoaching gelernt habe

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Eine Auszeit vom Beruf eignet sich hervorragend dafür, sich grundsätzliche Gedanken darüber zu machen, wo und wie man in Zukunft arbeiten möchte.

Da wir in der Regel einen Großteil unserer Lebenszeit in und mit unserem Beruf verbringen, lohnt es sich, sich hin und wieder Fragen zur Arbeitsplatzqualität zu stellen – selbst dann, wenn man einen festen Job hat.

Bei einem Jobcoaching hatte ich vor kurzem die Gelegenheit, meine berufliche Situation mit Hilfe einer Jobexpertin zu analysieren. In diesem Beitrag teile ich mit Dir, was ich dabei über das passende Arbeitsumfeld, berufliche Werte und Leidenschaften, die richtige Stellenauswahl sowie die optimale Bewerbung gelernt habe.

Warum ich ein Jobcoaching gemacht habe

Auf die Idee eines Jobcoachings hat mich schon vor mehreren Jahren eine frühere Arbeitskollegin gebracht, die selbst gute Erfahrungen damit gemacht hatte. Ich fand die Vorstellung von Anfang an reizvoll, eine Expertenmeinung in Bezug auf meinen Lebenslauf zu hören und mit Unterstützung berufliche Perspektiven auszuloten.

Zum Ende meiner beruflichen Auszeit Mitte diesen Jahres wuchs in mir der Wunsch, vor meiner nächsten beruflichen Station eine persönliche Standortanalyse durchzuführen, mich meiner Kompetenzen zu versichern und die Richtung für meine berufliche Zukunft festzulegen. Als sich dann die Chance eines Jobcoachings für mich ergab, erinnerte ich mich wieder an die Empfehlung meiner Kollegin und beschloss, ebenfalls von den Erfahrungen eines Coachs zu lernen.

Die 4 wichtigsten Erkenntnisse des Jobcoachings habe ich im Folgenden so aufbereitet, dass sie auch Dir – egal ob Du gerade aktiv auf Jobsuche bist oder nicht – bei Deiner beruflichen Entwicklung weiterhelfen können.

4 Dinge, die ich bei einem Jobcoaching gelernt habe

1. Das passende Arbeitsumfeld ist entscheidend

Einer der Hauptgründe, warum viele in ihrem Job unglücklich sind oder gar aus einem Job aussteigen, liegt im Umfeld der Arbeit begründet. Es liegt nicht allein an den Aufgaben oder an der Höhe des Gehalts, wenn wir aus einem Job aussteigen!

Das Arbeitsumfeld besteht nicht nur aus dem Arbeitsort und der Ausstattung des Arbeitsplatzes. Es wird vor allem geprägt durch das Verhältnis zwischen den Kollegen, die Anerkennung durch Vorgesetzte, die Beziehungen zu Kunden und die allgemeine Arbeitsweise – kurz gesagt die Kultur in einem Unternehmen.

Weil das Arbeitsumfeld so wichtig dafür ist, ob wir uns in einem Job dauerhaft wohl fühlen, sollten wir genau hinsehen, welches Umfeld wir brauchen, um die besten Arbeitsergebnisse anzufertigen.

Welches Arbeitsumfeld zu Dir persönlich passt, kannst Du herausfinden, indem Du Dir Fragen wie diese stellst:

  • Unter welchen Umständen kann ich die besten Arbeitsergebnisse liefern?
  • Für welche Werte möchte ich mich beruflich einsetzen?
  • Wie muss meine Arbeit idealerweise strukturiert sein? Bevorzugst Du z. B. Büroarbeit oder Außentermine, Einzel- oder Gruppenarbeit, detaillierte Vorgaben oder viel Freiraum – oder eine gute Mischung?
  • Wodurch werde ich in meiner Arbeit ausgebremst?
  • Unter welchen Bedingungen steige ich aus einem Job aus?

Die Antworten auf diese Fragen zeigen Dir, worauf Du bei der Vorauswahl von Stellen, auf die Du Dich bewerben möchtest, und auch in Vorstellungsgesprächen genau achten solltest, um später keine böse Überraschung zu erleben.

2. Weißt Du, wofür Dein Herz schlägt?

Voller Energie und Leidenschaft arbeiten – davon träumen wir alle. Doch weißt Du überhaupt, welche Herausforderungen Dich zu Höchstleistungen anspornen und zu welchen Lieblingsaufgaben man Dich gar nicht erst auffordern muss?

Wenn Du einmal herausgefunden hast, wofür Dein Herz beruflich schlägt, wird die Suche nach der für Dich perfekten Stelle um vieles leichter – und erfolgreicher.

Um die Quelle des persönlichen Antriebs zu finden, empfahl mir mein Jobcoach, folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Branchen finde ich attraktiv?
  • Welche Aufgaben erledige ich am liebsten?
  • Wann vergesse ich die Zeit?
  • An welchen Tagen freue ich mich auf die Arbeit?
  • Was muss passieren, damit ich glücklich von der Arbeit nach Hause gehe?

Zwar frage ich mich auf dem Weg zum Minimalismus regelmäßig, was ich gerne mache und was nicht. Für die klare Benennung meiner größten beruflichen Leidenschaften war ich dennoch dankbar für die Unterstützung durch eine andere Person. Erstaunlicherweise konnte mein Coach fein unterscheiden zwischen den Tätigkeiten, die ich ganz gut finde, und denjenigen, die mich wirklich begeistern. (Es lag angeblich an meiner Stimme, die deutlich energiegeladener klang, als ich über die Dinge sprach, für die mein Herz wirklich schlägt.)

Aufgrund dieser Erfahrung empfehle ich Dir, Deine Antworten auf die genannten Fragen mit einer Person Deines Vertrauens, einem guten Freund oder gar mit einem Jobcoach zu besprechen.

3. Die passende Stelle finden

Mit der Definition des optimalen Arbeitsumfelds und der Klärung Deiner beruflichen Leidenschaften in der Tasche fehlt zum nächsten Jobglück eigentlich nur doch die passende Stelle. Und wo findet man die?

Für jedes Berufsfeld und jede Erfahrungsstufe gibt es andere Anlaufpunkte, um den Traumjob zu finden. Neben den klassischen Stellenanzeigen in regionalen und überregionalen Zeitungen und den großen Online-Stellenbörsen, kannst Du auch in Businessnetzwerken, bei Branchenverbänden und in Fachmagazinen fündig werden. Außerdem gibt es eine Reihe von Suchmaschinen, die sich auf Stellenangebote für einzelne Berufsfelder spezialisiert haben.

So gibt es mittlerweile auch Portale für „nachhaltige“ bzw. „sinnvolle“ Jobangebote, wie z. B. goodjobs. Ich als Sozialwissenschaftlerin finde außerdem diese Jobsuchmaschine für Geistes- und Sozialwissenschaftler interessant.

4. Kompetenzen herausstellen und erfragen

Kommen wir schließlich zum eigentlichen Bewerbungsprozess. Bei der Formulierung der Bewerbungsunterlagen und im Vorstellungsgespräch kommt es darauf an, sich möglichst passgenau zur ausgeschriebenen Stelle zu präsentieren.

Deine bisherige berufliche Erfahrung stellst Du dabei aus der Perspektive der potentiell neuen Stelle dar. Das bedeutet konkret, dass Du im Anschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsgespräch die in der Stellenausschreibung gesuchten Anforderungen und Kompetenzen mit konkreten Beispielen aus Deiner Laufbahn belegst.

Gelungene Beispiele für Bewerbungsunterlagen zum Herunterladen und Anpassen findest Du u. a. bei Karrierebibel.

Nicht nur Du stellst Dich vor…

Einen Gedanken finde ich bei Bewerbungen besonders hilfreich: Neben der richtigen Eigendarstellung geht es in einem Bewerbungsverfahren immer auch darum, dass Du den möglichen Arbeitgeber kennenlernen kannst. Ein Unternehmen stellt sich genauso bei Dir vor wie Du bei ihm. Das Bewerbungsgespräch ist Deine Gelegenheit zu testen, ob der Arbeitgeber zu Dir passt oder nicht.

Traue Dich deshalb unbedingt im Bewerbungsgespräch Fragen nach dem Arbeitsumfeld (s. Punkt 1) zu stellen. Ist Dir etwa ein gutes Miteinander im Betrieb wichtig, könntest Du nach Beispielen fragen, wie im Unternehmen Gemeinschaft gelebt wird. Ist Dir Handlungs- und Ergebnisorientierung wichtig, kannst Du Dich erkundigen: „Wie werden bei Ihnen Entscheidungen getroffen?“

Eine gute Daumenregel: Kommst Du aus einem Bewerbungsgespräch mit einem schlechten Bauchgefühl, ist das meist ein Zeichen dafür, dass es (noch) nicht der passende Job für Dich ist.

Coach oder Couch?

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass mir das Jobcoaching zum einen mehr Sicherheit im Bewerbungsprozess gegeben hat. Zum anderen – und das ist noch viel wichtiger – hat es mich in meinem beruflichen Selbstbewusstsein gestärkt. Je genauer Du weißt, was Du haben möchtest, desto zielgerichteter kannst Du danach suchen.

Von den persönlichen Erkenntnissen, die ich durch das Coaching gewonnen habe, werde ich sicher noch lange profitieren. Ich habe zum Beispiel verstanden, dass es vollkommen in Ordnung ist, keine Spezialistin zu sein, die einen ununterbrochen steil verlaufenden Lebenslauf vorzeigen kann, sondern vielmehr jemand, der immer wieder neue berufliche Herausforderungen braucht.

Bist Du auch auf der Suche nach Orientierung und neuen beruflichen Perspektiven? Dann nimm Dir bitte Zeit dafür! Du kannst Dich mit den in diesem Artikel aufgeworfenen Fragen (am besten schriftlich) befassen und Dich von den Tipps inspirieren lassen. Die (Aus-)Zeit, die Du Dir dafür nimmst, wird sich in einem höheren Bewusstsein und letztlich auch größerer Zufriedenheit mit der Arbeit auszahlen.

Vielleicht hilft es Dir genauso wie mir, die Vorschläge einer anderen Person zu hören und von den Erfahrungen eines Coachs zu lernen. Falls Du konkrete Fragen zu meinem Jobcoaching hast, schreib mir gerne eine Nachricht!

Meine Frage für die Kommentare: Was für ein Arbeitsumfeld ist Dir wichtig?

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