Wie ich mich auf den Jakobsweg vorbereite

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In Kürze möchte ich auf dem Jakobsweg pilgern. Zwei Wochen lang soll es für mich auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela gehen.

Warum ich eine Auszeit als Pilgerin wähle, wie ich mich als Anfängerin auf die über 200 Kilometer lange Tour vorbereite und was ich in meinen Rucksack packen werde, verrate ich Dir in diesem Beitrag.

Auf den Jakobsweg!

Mit der Pilger-Auszeit auf dem Jakobsweg erfülle ich mir einen lange gehegten Wunsch. Schon mehrere Jahre steht eine Pilgerreise ins nordspanische Santiago de Compostela weit oben auf meiner Zielliste.

Ich finde, das Pilgern ist eine faszinierende Tätigkeit: Man macht sich mit nicht viel mehr als einem Rucksack und dem, was man am eigenen Leib trägt, auf einen Weg, den schon viele, viele Menschen zuvor gegangen sind. Aus welchen Gründen auch immer sich jeder einzelne auf den Weg macht – zur Ehre das Apostels Jakobus (dessen Reliquien in der Kathedrale von Santiago liegen sollen), zur Vergebung der Sünden, um einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, neue Orientierung zu finden oder schlicht als günstiger Aktivurlaub – ich bin davon überzeugt, dass das Netz der Jakobswege, das ganz Europa umspannt, nicht umsonst in Santiago de Compostela wie in einem Knoten zusammenläuft. Der Ort strahlt eine ganz besondere Energie aus.

Während ich 2008/09 ein Auslandssemester an der Universität von Santiago de Compostela absolviert habe, konnte ich das deutlich spüren. Inmitten der dicken Stadtmauern, den mit großen Steinen gepflasterten Straßen und mittelalterlichen Gebäuden von Santiago habe ich mich sofort wohl gefühlt. Das Flair dieser galicischen Stadt – eine Mischung aus lebensfrohen Einwohnern, erschöpften, aber glücklichen Pilgern, Tradition, Religiosität und ein bisschen Mystik – hat mich gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen. Damals habe ich mir fest vorgenommen, irgendwann einmal als Pilgerin zurückzukehren. Jetzt ist es endlich soweit.

Eigentlich wollte ich den Jakobsweg ja schon im Herbst 2020 gehen. Damals hatte ich mir eine berufliche Auszeit genommen, um den Weg ganz in Ruhe gehen zu können und auch genug Zeit zum Erkunden der Umgebung zu haben. Da mir die Pandemie – wie vielen anderen – einen Strich durch die Reiserechnung gemacht hat, habe ich das Pilgern nach Santiago zunächst aufgeschoben. In der Zwischenzeit bin ich dafür auf dem Hermannsweg durch den Teutoburger Wald gewandert und habe diesen Blog ins Leben gerufen – was letztlich auch ein Traum von mir war.

Warum portugiesischer Jakobsweg?

Jetzt, da das Pilgern in Spanien und Portugal wieder ohne Einschränkungen möglich ist, nehme ich mir zwei Wochen Zeit für dieses Abenteuer.

Den portugiesischen Jakobsweg habe ich gewählt, da er für Pilger-Einsteiger besonders gut geeignet sein soll: Die rund 250 Kilometer lange Strecke von Porto im Norden Portugals bis nach Santiago des Compostela im westlichen Spanien ist auch für Trekking-Neulinge innerhalb von 14 Tagen zurückzuzulegen. Die Infrastruktur entlang des Weges aus Unterkünften, Geschäften und Restaurants soll gut ausgebaut und der Weg gut ausgeschildert sein.

Der portugiesische Jakobsweg hat den weiteren großen (Anfänger-)Vorteil, den Pilgern weniger Höhenunterschiede als andere Wegvarianten nach Santiago abzuverlangen. So hat man z.B. auf dem französischen Jakobsweg, der an der spanisch-französischen Grenze beginnt, u.a. die Gebirgskette der Pyrenäen (und über 800 Kilometer Wegstrecke) zu bewältigen! Kein Wunder also, dass die portugiesische Jakobswegvariante nach der französischen mittlerweile die zweitbeliebteste ist.

Der portugiesische Jakobsweg scheint insgesamt in meinen Augen eine gute Auszeit-Möglichkeit für all diejenigen zu sein, die das Pilgererlebnis suchen, keine umfassenden Wandererfahrungen und gleichzeitig „nur“ einen normalen Urlaubszeitraum zur Verfügung haben. Hinzu kommt, dass der Weg ein Stück entlang an der Atlantikküste führt. Klingt das für Dich nicht auch verlockend?

Wie ich mich auf den Jakobsweg vorbereite

Bücher über den Jakobsweg, wie das berühmte „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling*, und Filme wie „Der Weg“ mit Martin Sheen* gibt es viele. Auch ich habe einige von ihnen verschlungen und mir dabei immer wieder vorgestellt, wie es wohl wäre, einmal selbst den Weg zu gehen. Freunde und Bekannte, die mir von ihrer Pilgerschaft erzählt haben, habe ich immer um diese Erfahrung beneidet. Gleichzeitig haben sie mir gezeigt, dass auch ich den Weg gehen kann. Aber wie genau?

Wenn die Entscheidung getroffen und die Zeit reif dafür ist, kann man zur zielgenauen Vorbereitung auf die mehrwöchige Pilgerreise auf eine Vielzahl an Quellen zurückgreifen. Bei meiner Recherche habe ich u.a. auf Internetseiten wie www.jakobsweg.de oder www.jakobs-weg.org zurückgegriffen. Dort finden sich grundlegende Daten zu den verschiedenen Streckenverläufen, aktuelle Hinweise und weiterführende Kontaktadressen.

Auch viele Blogs beschäftigen sich ausführlich mit den Herausforderungen und Freuden einer Pilgerreise. Für einen hautnahen Eindruck vom Pilgerleben kannst Du online aus zahlreichen Dokumentationen und persönlichen Vlogs wählen. Besonders hilfreich finde ich die Seite Camino Portugues von Dominik und Christoph, die sich speziell an Pilger-Neulinge auf dem portugiesischen Jakobsweg richtet.

Organisation

Der organisatorische Vorbereitungsaufwand für eine zweiwöchige Reise auf dem Jakobsweg ist überschaubar:

  • Strecke aussuchen und einschätzen, wie lange man dafür braucht (Aufenthaltszeiten am Start- bzw. Zielort nicht vergessen!)
  • Urlaub nehmen (gute Pilgerzeiten sind Frühling und Herbst)
  • Hinflug und erste Unterkunft buchen (die weiteren Unterkünfte folgen kurzfristig – je nach Pilgerfortschritt)

Alles weitere überlasse ich „dem Weg“ bzw. meinem Improvisationstalent.

Für mich gehört es zu einer Reise wie dieser dazu, genug Spielraum für spontane Entscheidungen zu lassen. Wenn es mir irgendwo besonders gut gefällt, ich Schmerzen vom Gehen bekomme oder es in Strömen regnen sollte, möchte ich auch die Freiheit haben, meine Reise umzuplanen bzw. einen Tag Pause vom Pilgern einzulegen.

Wenn Du Dich intensiver auf eine Pilgerreise vorbereiten möchtest, kannst Du Dir im Vorfeld noch folgende Fragen stellen:

  • Wie weit kann/will ich jeden Tag gehen?
  • Wann werde ich voraussichtlich wo sein?
  • Welche Unterkunft lässt sich bereits im Vorfeld reservieren?

Einpacken oder nicht einpacken?

Kommen wir zur wahrscheinlich drängendsten Frage für alle, die den Jakobsweg gehen wollen: Was packe ich ein?

Je weniger Gepäck ich tragen muss, desto leichter habe ich es unterwegs – klar. Doch wie kann man zwei Wochen lang nur aus einem mittelschweren Rucksack leben?

Ein paar Erfahrungen mit dem Packen eines Wanderrucksacks und den Dingen, die man unterwegs auf jeden Fall braucht, habe ich schon bei meiner 8-tägigen Wanderung auf dem Hermannsweg gemacht.

Meine minimalistische Erkenntnis von damals: Es gibt ein paar wichtige Dinge, die man unbedingt dabeihaben sollte. Bei ihnen achte ich besonders auf eine gute Qualität (z.B. bei Rucksack*, Wanderschuhen und Wandersocken). In Situationen wiederum, in denen es auf jedes Gramm ankommt, kann man sich mit erstaunlich leichtem Herzen von allem Überflüssigem trennen.

Im Internet und in Reiseführeren finden sich viele gute Tipps, was angeblich in einen Wanderrucksack gehört und was nicht. Zur Inspiration finde ich diese Packlisten hilfreich. Ich glaube aber, dass letztlich jeder sein Gepäck individuell zusammenstellen muss. Zu unterschiedlich sind die Bekleidungsvorlieben, hygienischen Ansprüche und Verhaltensweisen auf dem Weg.

Wie viel Du auf den Jakobsweg mitnehmen musst, hängt beispielsweise davon ab, wie Du dort unterkommen möchtest. Wenn Du in traditionellen Herbergen mit Mehrbettzimmern und Gemeinschaftsbad übernachtest, wirst Du mehr Dinge benötigen als in einer komfortableren Pension oder einem Hotel.

Prinzipiell habe ich mir vorgenommen, so wenig wie nur möglich einpacken, um mir das Laufen zu vereinfachen. Außerdem versuche ich, weitgehend auf die Dinge zurückgreifen, die ich schon besitze. Bei einem Streifzug durch die üblichen Outdoor-Geschäfte könnte man zwar meinen, eine richtige (teure) Ausrüstung sei die Voraussetzung dafür, um ein paar Tage draußen zu überleben.

Grundsätzlich geht es in meinen Augen beim Pilgern aber (auch) darum, eine Zeit lang nur mit dem Nötigsten bzw. dem Einfachen auszukommen. Danach schätzt man den „normalen Luxus“ wieder mehr wert. Und wie viele Pilger vor mir haben den Weg bitte auch ohne all das professionelle Equipment erfolgreich durchgezogen?

Wobei ich zugebe: Ein paar Dinge speziell für den Jakobsweg habe ich mir schon gekauft, z.B. einen besonders leichten Schlafsack und ein schnell trocknendes Handtuch. Warum sollte man sich das Leben auch unnötig schwer machen?

Was auf jeden Fall in meinen Wanderrucksack wandert: Ein Reiseführer über den „Caminho português“*, der die typischen Bedürfnisse unterwegs gut erfüllen wird – also vor allem (möglichst aktuelle) Informationen zu den Tagesetappen, Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten sowie etwas Hintergrundwissen bietet.

Outdoor Reiseführer portugiesischer Jakobsweg

Übrigens: Falls Dich meine vollständige Packliste interessiert, hinterlasse gerne einen Kommentar und ich lade sie nach meiner Pilgerreise hier hoch!

Körperliche Vorbereitung

Abschließend noch ein paar Gedanken zur körperlichen Vorbereitung auf das Pilgern. Mehrere Wochen täglich 20 bis 25 Kilometer mit einem Rucksack von etwa 7-8 Kilo zu gehen ist kein Wellness-Urlaub. Wie kann man sich auf diese Belastung vorbereiten?

Was sicherlich den Einstieg erleichtert, ist im Vorfeld die Wandersocken und Stiefel bei kleineren Wanderungen (z. B. am Wochenende) oder etwas ausgedehnteren Spaziergängen einzulaufen. Dabei lässt sich gleichzeitig etwas Laufkondition aufbauen.

Um Blasen zu vermeiden, sollten die Socken einen hohen Wollanteil haben, keine Falten werfen oder störende Nähte haben. Zudem kann man sich (während der Pilgerschaft) morgens und abends die Füße mit Hirschtalg einreiben – das tut nicht nur gut, sondern hilft auch Blasen und wunde Stellen zu vermeiden.

Ansonsten würde ich empfehlen, es die ersten Tage auf dem Jakobsweg ruhig angehen lassen und keine neuen Streckenrekorde aufzustellen. Lieber am Anfang etwas mehr Zeit einplanen, um in den eigenen Laufrhythmus zu kommen, und sich an das tägliche Pilgern gewöhnen, als sich früh zu überfordern und dann ungewollt aussetzen zu müssen.

Wenn Du meine Reise auf dem Jakobsweg begleiten möchtest, dann schau gerne auf meinem Instagram-Account vorbei. Dort werde ich von unterwegs hin und wieder Bilder und persönliche Eindrücke teilen. Und nach der Reise wird es auf diesem Blog natürlich auch einen Erfahrungsbericht geben – dann hoffentlich mit vielen neuen Erkenntnissen und wunderbaren Erinnerungen. ¡Buen Camino!

Meine Frage an Dich: Würdest Du auch gerne einmal auf dem Jakobsweg pilgern? Hast Du schon eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela oder an einen anderen Wallfahrtsort unternommen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

*Affiliate-Link: s. dazu Ziff. 9 der Datenschutzerklärung

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Julia

    Liebe Rebecca,

    sehr spannende, ich werde Deinen Weg auf Instagram auf jeden Fall mit verfolgen.
    Der Jakobsweg steht seit Hapes Buch auch auf meiner Bucket-List, aber zuerst sind jetzt 2 Wochen Schottland – die North Coast 500 – mit den Kids dran im VW Camper. Sind schon ganz aufgeregt.
    Dir viel Spaß!
    Grüße Julia

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