Mit 3 Fragen eine konstruktive Halbzeitbilanz ziehen

You are currently viewing Mit 3 Fragen eine konstruktive Halbzeitbilanz ziehen

Die erste Hälfte des Jahres ist vorbei – die perfekte Gelegenheit für eine Halbzeitbilanz Deiner persönlichen Ziele.

In diesem Artikel beschreibe ich, wie eine Halbzeitbilanz Deiner Jahresziele besonders konstruktiv ausfällt. Der Schwerpunkt liegt auf dem bereits Erreichten und den Lehren, die Du aus der Vergangenheit für die Zukunft ziehen kannst.

Dazu stelle ich Dir 3 Fragen vor, mit deren Hilfe Du Deine persönlichen Fortschritte innerhalb der letzten 6 Monate auswerten, Deine Bemühungen feinjustieren und motiviert in die zweite Jahreshälfte starten kannst.

Falls Du Dir bislang keine Jahresziele gesetzt hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt die Zielplanung aufzunehmen. Nutze die anstehende Sommerpause und die Energie, die im Winter oft fehlt, um Dich auf den Weg zur Erfüllung Deiner Träume zu machen.

Zum Einstieg in das Thema Zielplanung empfehle ich Dir meine zweiteilige Artikelreihe:

Halbzeitbilanz für Deine Jahresziele

Sich konkrete Ziele zu setzen ist der erste Schritt, Deinem Leben eine selbstgewählte Richtung zu geben. Damit Du Deine Ziele anschließend auch erreichst, bedarf es passender Handlungen, guter Gewohnheiten und regelmäßiger Kontrolle.

Wie bei einer langen Wanderung ist es auch bei der Zielverfolgung unerlässlich, sich ab und an des eigenen Standortes zu versichern. Mit einer Halbzeitbilanz Deiner Jahresziele kannst Du überprüfen, wie weit Du schon gekommen bist, ob Du Du Dich noch auf dem richtigen Weg befindest und wie Du schließlich am Ziel ankommst.

Die Halbzeitbilanz Deiner Jahresziele kannst Du entlang von 3 Fragen strukturieren:

1. Erfolge würdigen

Für eine konstruktive Halbzeitbilanz widmest Du Dich am besten zunächst Deinen (Zwischen-)Erfolgen. Dadurch lenkst Du Deinen Blick gezielt auf das Positive, das Du bereits erreicht hast.

Nimm Dir dazu Deine Jahresziele aus allen 5 Lebensbereichen (Gesundheit, Beziehungen, Beruf, Finanzen, persönliche Entwicklung) zur Hand und beantworte die folgende Frage:

Welche (Zwischen-)Ziele habe ich schon erreicht?

Wenn Du Dir smarte Ziele gesetzt und regelmäßig an ihnen gearbeitet hast, solltest Du nach 6 Monaten einige Fortschritte erkennen können. Auf jeden einzelnen Zwischenerfolg darfst Du zufrieden und stolz zurückblicken. Die Jahresmitte ist der ideale Moment, Dir diese Erfolge in Erinnerung zu rufen und sie zu würdigen.

Mach Dir Deine Fortschritte sichtbar, zum Beispiel indem Du erreichte Ziele farbig abhakst, in ein Erfolgstagebuch überträgst oder sie graphisch aufbereitest. Die bewusste Visualisierung Deiner Erfolge hilft Dir zu erkennen, was Du durch eigene Anstrengungen schon erreicht hast.

Neue Energie für die kommenden 6 Monate sammelst Du auch, indem Du Dich für Deine Erfolge in irgendeiner Form belohnst. Vielleicht nimmst Du Dir in den nächsten Tagen eine Auszeit, siehst Dir im Kino einen Film an oder gönnst Dir Dein Lieblingsessen?

2. Erfahrungen sammeln

Das vergangene halbe Jahr zu rekapitulieren dient nicht nur der Motivation, sondern auch der Schärfung der Handlungen, die Dich zum Ziel führen sollen. Im zweiten Teil der konstruktiven Halbjahresbilanz kannst Du Dich deshalb fragen:

Was habe ich in den letzten 6 Monaten gelernt?

Die Lehren, die Du aus dem Erlebten ziehen wirst, können vielfältig ausfallen:

Hast Du viele Ziele schon erreicht, waren Deine Jahresziele möglicherweise zu niedrig angesetzt. In Zukunft könntest Du Dir mehr zutrauen und Dir größere Ziele setzen.

Vielleicht gab es Ziele, die Du zunächst für unerreichbar gehalten, dann aber mit Leichtigkeit (oder dank einem glücklichen Zufall) erreicht hast. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Du Chancen, die sich Dir mit der Zeit eröffnen, erkannt und genutzt hast.

Um von dem bereits Erreichten für die Zukunft zu lernen, kannst Du Dir Deine erfolgreichsten Strategien noch einmal bewusst vor Augen führen:

  • Wie genau hast Du Deine (Zwischen-)Ziele erreicht?
  • Welche Aktivitäten und guten Gewohnheiten haben sich als besonders hilfreich herausgestellt?
  • Welche Vorgehensweise möchtest Du bei der Verfolgung Deiner Ziele weiterhin übernehmen?

Wenn Du mit dem Blick des Halbzeitanalytikers feststellst, dass Du bislang nur wenige Fortschritte gemacht hast, kann das verschiedene Ursachen haben:

Vielleicht waren Deine Jahresziele von Anfang an zu ehrgeizig gesetzt. Sind Deine Ziele realistischerweise in diesem Jahr nicht mehr zu erreichen, kannst Du sie jetzt auf eine angemessene Größe anpassen. Das Korrigieren von Zielen ist übrigens ganz normal und sollte Dir kein schlechtes Gewissen bereiten.

Einige Ziel erweisen sich in der Realität schwerer zu erreichen als zunächst nur theoretisch gedacht. Möglicherweise haben sich die äußeren Umstände nachteilig verändert oder Du konntest weniger Zeit in Deine Ziele investieren als geplant. Ohne Erfahrung im Zielsetzen legen Menschen die Messlatte oft zu hoch.

„Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen und unterschätzen, was wir in 10 Jahren aufbauen können.“

Unbekannt

Bei der Jahreshalbzeitbilanz magst Du durchaus feststellen, dass Deine Ziele vom Jahresanfang gar nicht mehr Deine aktuellen Ziele sind. Wenn sich Deine Ziele inzwischen verändert haben, darfst Du Deine Jahresziele jetzt korrigieren, komplett streichen oder durch neue ersetzen.

3. Maßnahmen anpassen

Die Mitte des Jahres ist ein guter Moment, die Schritte, die Dich ans Ziel führen sollen, noch einmal anzupassen. Nach den ersten 6 Monate hast Du für gewöhnlich ein besseres Gefühl dafür, was Du wie bis zum Ende des Jahres erreichen kannst – und was nicht.

Befindest Du Dich ganz im vorgesehenen Zeitplan, hast also etwa 50 Prozent Deiner Jahresziele schon erreicht, bist Du auf dem richtigen Weg und kannst im Grunde genauso weitermachen wie bislang.

Falls Du in einigen Lebensbereichen noch hinter den Erwartungen zurückliegst, nutzt Du die Gelegenheit um nachzujustieren. Frage Dich dazu:

Was muss ich tun, um meine Ziele in diesem Jahr noch zu erreichen?

Sind Deine Ziele nach wie vor attraktiv, aber es hapert an deren Umsetzung, solltest Du Deine Handlungen und guten Gewohnheiten noch einmal genau unter die Lupe nehmen:

  • Was hält Dich davon ab, Deine Ziele zu erreichen?
  • In welchen Punkten tust Du Dir schwer?
  • Weißt Du, welche Maßnahmen und guten Gewohnheiten Du ergreifen kannst?

Je besser Du Deine persönlichen Herausforderungen kennst, desto besser kannst Du an ihnen ansetzen. Das Verfolgen von Zielen gerät aus vielen verschiedenen Gründen ins Stocken. Hier ein paar Tipps für weit verbreitete Hindernisse:

  • Du schiebst bestimmte Aufgaben immer wieder vor Dir her

Wenn es Dir schwer fällt, Dinge anzugehen, obwohl Du weißt, was zu tun ist, könntest Du die Aufgaben in kleinere, leichter zu erledigende bzw. zeitlich begrenzte Etappen unterteilen. Manchmal hilft es auch, sich alternative Wege zu überlegen oder sich den Rat von Menschen zu holen, die das jeweilige Problem bereits gelöst haben.

  • Du weißt nicht, wo Du anfangen sollst

Um herauszufinden, was Du tun kannst, um Deine Ziele zu erreichen, empfehle ich Dir ein Kreativitäts-Brainstorming. Dazu schreibst Du auf ein Blatt Papier 25 Ideen für Handlungen auf, die Dich näher an Dein Ziel heranbringen würden. Höre erst auf zu schreiben, wenn Du wirklich 25 Ideen gesammelt hast. Anschließend wählst Du eine der Ideen aus und setzt sie um. Falls das nicht klappen sollte, probierst Du eine andere Idee von der Liste usw.

  • Du kommst nicht dazu, an Deinen Zielen zu arbeiten

Hast Du Probleme damit etwas zu tun, obwohl Du es Dir vorgenommen hast, kann das daran liegen, dass Du Dich leicht ablenken lässt. Konzentriere Dich in diesem Fall darauf, mehr Zeit für Dich und Deine Ziele zu gewinnen und z. B. die Unterbrechungen in Deinem Umfeld zu reduzieren.

  • Du hast Angst davor, zu scheitern oder Erfolg zu haben

Auch die Angst vor dem Versagen kann uns davon abhalten, unsere Ziele zu verfolgen. Daneben gibt es tatsächlich auch die spiegelbildliche Angst vor dem Erfolg, die uns hemmt, etwas zu tun. In beiden Situationen liegt der Schlüssel zur Lösung der Blockade darin zu lernen, unabhängiger von der Meinung anderer zu werden und den eigenen Selbstwert aufzubauen. Zu diesem Thema der Persönlichkeitsentwicklung empfehle ich Dir diesen Beitrag von Markus Cerenak.

Auf einen Blick

Die 3 Fragen für Deine konstruktive Halbzeitbilanz noch einmal auf den Punkt gebracht:

  1. Welche (Zwischen-)Ziele habe ich schon erreicht?
  2. Was habe ich in den letzten 6 Monaten gelernt?
  3. Was muss ich tun, um meine Ziele in diesem Jahr noch zu erreichen?
Meine Frage an Dich: Was möchtest Du in diesem Jahr noch erreichen?

Zum Weiterlesen empfehle ich Dir auch folgende Artikel:

Möchtest Du mehr über Minimalismus, gute Gewohnheiten und Auszeiten vom Alltag lesen? Dann melde Dich für meinen Newsletter Einfach bessere Nachrichten an:

Teile diesen Beitrag

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hallo Rebecca
    Wieder ein toller Beitrag von dir. Mach weiter so!
    Ich konnte im letzten Halbjahr einiges dazulernen, was ich beruflich machen will und was nicht. Da ich intern eine neue Stelle angenommen habe und in eine Führungsrolle gerutscht bin, gab es einige persönliche Learnings. Nun möchte ich mich ab 2022 neu ausrichten und eine neue Stelle wahrnehmen. Ich muss noch knapp 40 Jahre arbeiten, da sollte ich doch mit etwas Motivation und Energie aufstehen können.
    Liebe Grüsse
    Schweizer-Minimalist

    1. Rebecca

      Lieber Schweizer Minimalist,
      herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Ich freue mich immer sehr über Dein Feedback.
      Da hat sich ja in den letzten 6 Monaten bei Dir beruflich Einiges getan. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und drücke Dir beide Daumen, dass es mit der neuen Stelle im nächsten Jahr klappt. Du hast vollkommen Recht: Unsere Arbeit sollte uns nicht nur Energie kosten, sondern im Idealfall auch Energie zurückgeben.
      Hoffe natürlich, Du schreibst parallel dazu weiterhin fleißig auf Deinem Blog!
      Liebe Grüße in die Schweiz
      Rebecca

Schreiben Sie einen Kommentar