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Komm‘ mit mir auf die Insel!
An einem Wochenende im Februar habe ich eine Auszeit auf Juist verbracht.
Wie sehr sich die „größte Sandbank der Welt“ für eine kleine Auszeit vom Alltag eignet, was man auf Juist in der Nebensaison als Alleinreisende unternehmen kann und viele Tipps, wie auch Du das Beste aus einem Mini-Urlaub – auf einer Insel oder anderswo – machst, verrate ich Dir in dem folgenden Mix aus Reise- und Entschleunigungsbericht.
Eine Perle im Wattenmeer
Juist ist eine deutsche Nordseeinsel und liegt inmitten des Weltnaturerbes Wattenmeer. So viel wusste ich als gebürtige Süddeutsche zumindest. Alles Weitere galt es herauszufinden, nachdem ich die Zusage vom Atlantic Hotel Juist bekommen hatte, die Insel im Rahmen einer Bloggerkooperation ein paar Tage entdecken zu dürfen.
Wenn man die Landkarte hinzuzieht und die Kette der ostfriesischen (zu Niedersachsen gehörenden) Inseln von Westen nach Osten durchgeht, ist Juist die zweite Perle nach Borkum. Danach folgen Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.
So wie ihre Nachbarinseln ist Juist ein beliebtes Urlaubsziel, insbesondere im Sommer und vor allem bei Familien. Doch was bietet Juist in der Wintersaison denjenigen, die alleine verreisen?
Frische Meeresluft, raue Strände, Ostfriesentee – und sonst? Ich mache für Dich den Test!
Fahren Sie nach Juist?
Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer. Während man andere Reiseziele oft gestresster als sowieso schon erreicht, gehört das Übersetzen nach Juist quasi zum Urlaubsprogramm dazu.
Die meisten Gäste gelangen vom Festland nach Juist mit einer der Fähren ab Norddeich, die – abhängig von ihrer Größe und den Gezeiten – das ganze Jahr über mehrmals täglich verkehren. Schneller, wenn auch nicht so günstig, kann man mit einem Inselflieger anreisen.
Der Fährterminal, bei dem man Tickets für die Fähre kaufen und sich bei Schietwetter aufhalten kann, liegt direkt neben dem Kopfbahnhof Norddeich/Mole. Meinen lange ersehnten Wunsch, einmal in den Zug zu steigen und einfach bis zum Endbahnhof am Meer zu fahren, hatte ich mir damit gleich zu Beginn der Auszeit auf Juist erfüllt. Mit nur zwei Stunden Fahrzeit liegt Juist fast vor meiner Haustür. Für diejenigen, die mit dem Auto anreisen, gibt es am Hafen in Norddeich einen großzügigen Parkplatz. Juist selbst ist autofrei.
Mit meinem Fährticket in der einen und einem kleinen Gepäckstück in der anderen Hand eilte ich zum nächstgelegenen Boot. Die letzte Fähre des Tages durfte ich nicht verpassen.
Das Möwengeschrei, das mich begleitete, hörte sich an wie Begrüßungsmusik.
„Fahren Sie nach Juist?“, fragte ich einen Mann mit einer dunkelblauen Mütze auf dem Boot.
„Wir kommen von Juist“, rief er mir zu, während er ein dickes Seil einrollte.
Im ersten Moment hielt ich das für den perfekten Ausdruck trockenen Humors der Inselbewohner. Ja klar, wir kommen von Juist – und fahren auch wieder nach Juist. Hin und her, wie Ebbe und Flut. Doch es folgte kein herzhaftes Lachen. Und er machte auch keine Anstalten, mich auf das Boot zu lassen. Offenbar lag ich falsch. „Versuchen Sie da vorne mal Ihr Glück.“ Der Mann zeigte auf einen Anlegeplatz hundert Meter weiter.
Die Fähre, die an dem Abend noch nach Juist fuhr, lag dort tatsächlich vor Anker. Wir legten ab, als es schon dämmerte. Von meinem Platz am Fenster beobachtete ich, wie mit Schwinden des Lichts der Unterschied zwischen Meer und Himmel immer weiter verschwamm. Ein ungewohntes Gefühl hatte sich in dem Moment eingestellt, da ich die Fähre betreten hatte: Ich bin auf dem Wasser, eine andere Welt liegt vor mir, der Urlaub beginnt.
Auszeit auf Juist im „Töwerland“
Am Morgen wurde ich von einem vertrauten Klang geweckt: Hufklappern.
Ich beeilte mich und trat gespannt auf den Balkon, der zu meinem Appartement gehörte. Zum ersten Mal sah ich Juist bei Tageslicht. Direkt vor mir lag ein kleiner Park mit Rosensträuchern und einem Wasserbecken in der Mitte, in dem im Sommer kleine und große Kinder Spielzeugboote schwimmen lassen können. Es war ein strahlender Morgen, der Park verwaist.
In der Ferne erkannte ich den grasbewachsenen Deich und dahinter den Hafen, wo ich am Vorabend angekommen war. Dahinter lag das Meer. Flach und unbeweglich, als wäre es ein grauer Teppich zum Festland.
Auf dem Weg zwischen meinem Hotel und Hafen, einer geraden, gepflasterten Straße, von der nach links und rechts Straßen abbogen, an denen sich die Hotels und Restaurants aneinanderreihten, fuhr in diesem Moment eine Kutsche mit einem Paar brauner Kaltblüter entlang. Die großen Pferde mit den buschigen Mähnen zogen einen langgezogenen Anhänger mit Koffern in Richtung Hafen. Vermutlich das Gepäck von abreisenden Gästen.
Pferde werden auf Juist nach wie vor zum Transport von allen möglichen Dingen genutzt. Auch die Lebensmittel für Supermärkte oder der Bauschutt der letzten Renovierungsarbeiten, bevor die Hauptsaison beginnt, werden mit Pferdekutschen transportiert. Für Gäste gibt es ein Pferdetaxi.
Nach Autos kann man lange vergeblich Ausschau halten. Kein Brummen, keine Hektik. Das metallische Schlagen der Hufeisen auf dem Pflaster sollte der neue, entspannte Rhythmus werden, dem ich auf der Insel folgen mochte.
Entschleunigen mit den Elementen
Zur Ruhe kommen. Das eigentliche, unausgesprochene Ziel meiner Inselauszeit.
Ob es daran lag, dass der Winter schon weit fortgeschritten oder ich schlicht gestresst und überreizt von zu viel Nachrichten und News war – schon Tage vor meiner Anreise hatte sich das beunruhigende Gefühl in mir breit gemacht, dass meine Energiereserven leergelaufen waren und ich dringend etwas gegen meine Erschöpfung tun musste.
Dementsprechend hatte ich mir fest vorgenommen, die kurze Auszeit auf Juist vor allem zum Entschleunigen zu nutzen. Kein Social Media, wenig Zeit am Handy und umso mehr in der Natur hatte ich mir als Regeln in mein inneres Logbuch für die Auszeit auf Juist geschrieben.
Wie sich herausstellen sollte, bot die langgestreckte Nordseeinsel dafür auch beste Rahmenbedingungen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück brach ich auf, den Osten der Insel zu Fuß zu erkunden. Ich durchquerte den Hauptort und gelangte innerhalb weniger Minuten und ohne Karte auf den mit hellgrünem Gras bewachsenen Deichhügel. Es war gut, dass ich zu Hause im letzten Moment daran gedacht hatte, eine Mütze einzupacken, denn der Wind wehte ganz ordentlich. Der graue Meeresteppich lag dagegen ruhig und glitzernd zu meinen Füßen.
Bis auf zwei Spaziergänger mit Hund war ich an diesem Vormittag scheinbar ganz alleine unterwegs. Ich genoss den Blick in die Weite und versuchte vergeblich herauszufinden, ob gerade Hoch- oder Niedrigwasser herrschte. Als ich den Startpunkt eines kurzen Lehrpfades durch die Dünen entdeckte, entschied ich mich für ein bisschen Naturkunde.
Über die „Treppe der fünf Elemente“ betrat ich den nach einem Naturforscher benannten Otto-Leege-Pfad.
Sand. Wasser. Salz. Wind. Sonne.
Jedes Element habe über Jahrtausende hinweg die Entwicklung der Insel bestimmt. Und bestimme sie weiter, wie ich den bunten Schaubildern und erklärenden Texten auf einer Aussichtsplattform entnahm: Von den Salzwiesen, die für die abertausenden, über Kontinente hinwegziehenden Vögeln jedes Jahr wieder einen perfekten Rastplatz bieten, bis zu der unsichtbaren Strömung und dem Wind, die die Insel immer weiter nach Osten wandern lassen – auf Juist lässt sich beobachten, was man sonst nicht sieht.
Irgendwann fand ich einen Weg durch die Dünen hindurch, der mich zu einem endlosen Strand führte. Feiner, hellgelber Sand lag in einem breiten Streifen zwischen dem Meer vor und der Düne hinter mir. Ich kam mir unendlich klein vor, wie der Mönch am Meer auf dem berühmten Gemälde des Romantikers Caspar David Friedrich.

Irgendwo am Ende des Strandes, an den äußeren Rändern der Insel, kann man Robben beobachten. Doch für mich endete der Strandspaziergang noch bevor er richtig begonnen hatte, denn es fing an zu regnen.
Zurück im Atlantic Hotel Juist erwartete mich ein entspanntes Alternativprogramm: Nachmittags wird dort im Speisesaal ein großes Waffelbuffet mit Kaffee und Tee angeboten, perfekt zum Schlemmen und Schnacken und mit Panoramablick auf die Hafenpromenade.
Außerdem verfügt das Hotel über einen schönen Wellnessbereich mit einem großen Schwimmbecken und mehreren Saunen. Um ein paar Stunden seiner Auszeit auf Juist dort zu verbringen, gibt es eigentlich keine bessere Gelegenheit als Schmuddelwedda, oder?
Tipps für ein Wochenende auf Juist
Ich habe zwar nur ein Wochenende auf Juist verbracht und im Winter haben viele Gastronomen stark eingeschränkte Öffnungszeiten, doch ein paar Tipps für Unternehmungen und zum Einkehren möchte ich unbedingt teilen:
- die Insel eignet sich perfekt zum Erkunden mit dem Rad. (Kutschfahrten um die Insel für Touristen werden – leider – nur im Sommer angeboten.) Leihfahrräder gibt es im Hotel oder an vielen anderen Stellen im Hauptort. Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist die Domäne Bill im Westen von Juist.
- Wer nicht so weit fahren (oder wandern), aber dennoch leckeren Kuchen essen möchte, sollte in der Bäckerei Remmers vorbeischauen. Ihr Mohnkuchen und Rosinenstuten werden gelobt; ich empfehle den Butterkuchen.
- Bei einem Spaziergang um den Hafen kann man nicht nur jede Menge Wattvögel und die Gezeiten beobachten. Kurz nachdem man den 7. Längengrad überquert hat, gelangt man zum jungen Wahrzeichen der Insel – einem weißen Aussichtsturm in Form eines Segels im Wind.
- Auf einer Insel isst man natürlich Fisch. Sehr gut und zu einem angemessenen Preis habe ich Fisch in der Hubertusklause und im Hafenrestaurant gegessen. Wenn man dort an der Theke sitzt, weil alle anderen Plätze besetzt sind, kommt man auch leicht ins Gespräch mit seinem Sitznachbarn. In meinem Fall war das der Hufschmied der Insel, was ich für einen glücklichen Zufall halte.
- Wer den Abend gemütlich bei einem Cocktail ausklingen lassen möchte, kann dazu die Bar Gin&Tonic in der Wilhelmstraße im Zentrum aufsuchen.
Tipps für Deine Auszeit vom Alltag (auch ohne Insel)
Suchst Du Erholung für Deinen Körper oder Deinen Geist? Möchtest Du über etwas nachdenken, eine wichtige Entscheidung treffen, Dich neu orientieren? Es gibt viele Gründe, sich eine Auszeit zu nehmen.
Werde Dir im Vorfeld am besten klar darüber, was Du Dir von einer Auszeit versprichst. Je genauer Du das weißt, desto leichter findest Du die für Deine aktuelle Lebensphase passende Form der Auszeit.
- Möchtest Du Zeit in der Natur verbringen und den Kopf frei bekommen, empfehle ich Dir, neben einem Ausflug nach Juist, Wandern oder Pilgern.
- Für eine spirituelle Suche könntest Du Dich in ein Yoga-Retreat oder ein Exerzitienkloster zurückziehen.
- Ist Dein Alltag eher gleichtönig, wird ein Städtetrip (am besten in eine kleine Stadt) die ersehnte Abwechslung bringen.
Generell solltest Du in meinen Augen während einer Auszeit auf Folgendes achten:
- Suche eine Auszeitmöglichkeit in Deiner näheren Umgebung, um Anreisestress zu vermeiden
- Wähle eine Auszeitform, die einen möglichst großen Kontrast zu Deinem Alltag bildet
- Habe den Mut, Dich ich aus dem (Rahmen-)Programm auszuklinken, wenn es Dir zu viel wird
- Achte bei der Auswahl eines Ziels auch auf die Infrastruktur in der Umgebung (z.B. Cafés und Restaurants, Supermärkte) und Angebote für schlechtes Wetter (z.B. Museen, Schwimmbäder, Vorträge).
- Begrenze die Zeit, die Du am Smartphone und vor dem Fernseher verbringst.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Du eine kurze Auszeit vom Alltag brauchst, musst Du natürlich nicht gleich die Koffer packen und Dich auf eine Insel flüchten. Wenngleich ein räumlicher Abstand Dich unterstützt, gedankliche Distanz zu gewinnen.
Auch zu Hause kann eine Auszeit vom Alltag gut gelingen. Wie Du Dir daheim ganz einfach einen Tag Auszeit nimmst, verrate ich in diesem Artikel.
Warst Du auch schon einmal auf Juist?
Was würdest Du auf einer Insel auf jeden Fall unternehmen wollen?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!
Zum Weiterlesen empfehle ich Dir besonders folgende Artikel:
- 4 Ideen für eine Auszeit vom Alltag vor der Haustür
- Wann es Zeit ist, eine Auszeit zu nehmen (3 Gründe)
- Auf dem Westfälischen Jakobsweg von Münster nach Wesel – Teil 1
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„Wer nicht weiß, welchem Hafen er zusteuern soll,
Seneca
für den gibt es keinen günstigen Fahrtwind.“

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Liebe Rebecca,
nach diesem wunderbaren Artikel wächst die Sehnsucht nach Insel und Meer.
Liebe Grüße
Barbara
Liebe Barbara,
ich hoffe, Du kannst der Sehnsucht bald nachfolgen!
Herzlich
Rebecca
Schön daß es etwas neues gibt hier.. ich habe schon lange auf neue Artikel von dir gewartet..
bin zufällig auf den Blog gestoßen als ich meine Reise mit Minimalismus angefangen habe und komme immer wieder gerne rein. Dein Schreibstil hat etwas ruhiges und entspanntes..
Gerne mehr und vor allem öfter!
Liebe Grüße 👋Marta
Liebe Marta,
danke für Deinen tollen Kommentar, der mich sehr motiviert! Schön, dass Du immer wieder hier vorbeischaust, auch wenn gerade nicht so viel los ist 😉
Gerade bin ich viel unterwegs und außerdem versuche ich, mich auf den Abschluss meines Buchs zu fokussieren. Da kommen neue Blogartikel leider oft zu kurz! Sorry! Ändert sich bestimmt bald wieder.
Herzlichst
Rebecca