Der Anti-Adventskalender – 24 Tage lang eine Sache leichter

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Kein Adventskalender, den es nicht gibt: Selbstverständlich mit Schokolade in allen Formen und Sorten sowie Beauty-Produkten in unterschiedlichen Preisklassen. Es gibt Adventskalender für Socken, Teebeutel, Schmuck und Müsli. Du kannst 24 Tage hintereinander Rätsel lösen, Origami basteln oder häkeln. In diesem Jahr habe ich erstmals auch einen Adventskalender von einem Möbelhaus gesehen. Und wie ich von den Herren in meiner Umgebung erfahren habe, haben sogar Werkzeughersteller und Fluggesellschaften neuerdings eigene Adventskalender im Winterangebot. Selbst Haustiere scheinen die Tage bis Heiligabend zu zählen.

Am Anfang des Hypes dachte ich noch, dass niemand die Kalender kaufen würde, weil sich hinter den Türen sowieso nur unbeliebte Restbestände der Hersteller versteckten. Doch in den letzten Jahren ist der Markt für Adventskalender regelrecht explodiert. Kein Supermarkt, kein Kaufhaus, keine Buchhandlung ohne sie. Freundinnen basteln sich gegenseitig kreative Versionen mit Papiertütchen und auf YouTube werden die teuersten Adventskalender vorzeitig ausgepackt und bewertet.

Nicht zu vergessen die vielen digitalen Adventskalender mit mehr oder weniger besinnlichen Gedanken und Gewinnspielen, die unser E-Mail-Postfach und unsere Social-Media-Feeds verstopfen.

Bist Du auch überwältigt von der Überfülle an Adventskalendern?

Doch das dicke Ende kommt zeitgleich mit dem Christkind: Nach dem adventlichen Geschenke-Marathon haben wir 24 zusätzliche Dinge in unser Leben geholt, von denen wir höchstwahrscheinlich so gut wie nichts wirklich brauchen, die uns vielleicht gar nicht gefallen und die wertvollen Platz in unseren Wohnungen einnehmen. Wer braucht schon 24 verschiedene Lippenstifte?

Ich finde, es ist Zeit Stopp zu sagen. In diesem Jahr ist es Zeit für den Anti-Adventskalender!

Statt täglich unserem sowieso schon vollen Leben Neues hinzuzufügen, üben wir uns mit dem umgekehrten Adventskalender 24 Tage im Loslassen üben. Wenn die Zeit abgelaufen ist, werden wir uns garantiert leichter und freier fühlen.

Wie genau der Anti-Adventskalender funktioniert und wie Du mitmachen kannst, erkläre ich Dir gleich. Zunächst nochmal kurz zurück zum Kern des Problems:

Vom ersten Adventskalender zum Overload

Was ursprünglich eine liebevoll umgesetzte Idee war, um Kindern das Warten auf Weihnachten zu erleichtern, ist inzwischen zum reinen Konsumterror ausgeartet, dem auch Erwachsene erliegen. Ich kann es nicht anders beschreiben, da ich im November in nahezu jedem Geschäft – online wie offline – von Adventskalendern begrüßt, begleitet und wieder verabschiedet werde.

Wenn „Advent“ wörtlich so viel wie „ankommen“ bedeutet, frage ich mich, wo wir mit dem letzten Türchen am Ausgangspunkt all der Adventskalender tatsächlich hinkommen.

Zur Erinnerung: Im 19. Jahrhundert entstanden hierzulande die ersten Adventskalender. Ungeduldigen Kindern sollte damit zu Hause die Wartezeit bis Heiligabend verkürzt und ihre Vorfreude gesteigert werden. Die ersten Adventskalender bestanden darin, dass Kinder täglich ein neues Bildchen mit einem weihnachtlichen Motiv aufhängen, eine Kerze nach der anderen anzünden oder einen Strohhalm in die Krippe legen konnten.

Heute beschenken wir uns mit dem Adventskalender jeden Tag selbst, bevor wir an Weihnachten von anderen beschenkt werden. Wo bleibt da noch die Vorfreude, die Spannung, die Besinnlichkeit?

Mit dem aktuellen Kalender-Overload berauben wir uns nicht nur der ursprünglichen Funktion und liebgewonnen Tradition des Adventskalenders – das Warten auf Weihnachten jeden Tag ein wenig zu zelebrieren.

Wenn wir 24 Tage hintereinander etwas geschenkt bekommen, verlieren die Weihnachtsgeschenke auch ihren Wert. Nicht, dass Geschenke das Wichtigste an Weihnachten wären. Doch sie sind Ausdruck der Freude über die Geburt Christi und über die Menschen, die uns am nächsten stehen.

Der Anti-Adventskalender

Statt jeden Tag beim Öffnen eines Türchens etwas Zusätzliches in unser Leben zu lassen, das wir nicht brauchen und vielleicht auch nicht mögen, mache ich einen anderen Vorschlag:

Wie wäre es, wenn wir uns jeden Tag im Advent von einer Sache trennen, die uns belastet? Jeden Tag etwas Loslassen, das und nicht mehr dient? Jeden Tag eine Kleinigkeit ausmisten, die sowieso nur Platz wegnimmt.

Ich habe mir vorgenommen, ab dem 1. Dezember täglich etwas vor die Tür setzen. 24 Tage später, an Weihnachten, habe ich dann nicht nur mehr Platz in meiner Wohnung. Ich bin sicher, ich werde mich dann auch um einiges erleichtert und befreit fühlen.

So machst Du mit

24 Tage lang Loslassen statt Hinzufügen. Bist Du dabei?

Der Anti-Adventskalender ist eine einfache Methode, wie Du die Zeit vor Weihnachten wirklich zum Ankommen nutzt.

Ich mache es vor: Auf meinem X-Account werde ich jeden Tag ein Foto der Dinge veröffentlichen, die ich gehen lasse. Mein Anti-Adventskalender soll Dich inspirieren, auch in Deinem Umfeld ungenutzte und ungeliebte Dinge gehen zu lassen.

Möchtest Du die Adventszeit auch nutzen, um Ballast loszuwerden, Platz zu gewinnen und Stress zu reduzieren? Dann mach doch mit beim Anti-Adventskalender!

Entweder einfach so für Dich oder indem Du auf dem Social Media-Kanal Deiner Wahl ebenfalls Fotos von den Dingen postest, die Du loslässt. Nutze dafür einfach den Hashtag #antiadventskalender und setze ein Zeichen gegen den Adventskalender-Wahn.

Und wer weiß? Vielleicht starten wir damit zusammen einen neuen Trend!

Wie siehst Du das: Bist Du eher im Team Adventskalender oder Team Anti-Adventskalender?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Anti-Adventskalender

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In Kürze erscheint mein Buch über den Jakobsweg!

In wenigen Tagen ist es soweit: Mein erstes Buch erscheint!

In „Das Lied der Schritte – Tagebuch vom Jakobsweg“ nehme ich Dich mit auf meine Pilgerreise von Porto nach Santiago de Compostela.

Begleite mich auf dem Portugiesischen Jakobsweg entlang der Atlantikküste bei Porto, durch das Landesinnere bis nach Spaniens Norden!

Ein Reisetagebuch für alle, die vom Pilgern fasziniert sind.

Mehr dazu bald hier und natürlich in meinem Newsletter!

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Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Barbara

    Liebe Rebecca, das ist ja mal eine gute Idee. Ich bin dabei ….. und schaffe Platz dann für dein Buch „Das Lied der Schritte“, das demnächst erscheint.
    Ganz liebe Grüße und eine zauberhafte Adventszeit
    Barbara

    1. Rebecca

      Liebe Barbara,
      freue mich, dass Du mitmachst!
      Das Buch ist in letzten Zügen – nur noch ein wenig Geduld! ☺️
      Dir auch einen besinnlichen Advent
      Rebecca

  2. Ines

    Sehr schöne Idee. Mein Leben ist aktuell so aussortiert, dass es nicht sinnvoll wäre, jeden Tag etwas zum Trennen zu suchen. Den Gedanken dahinter schätze ich jedoch sehr. Und ich bin mir sicher, dass das Meme sich in meinem Kopf festgesetzt hat und mir in den nächsten Tages etwas in die Hand fallen wird, was ich nicht mehr brauche/haben möchte.

    Viel Erfolg mit deinen 24 Tagen wünscht dir
    Ines

    1. Rebecca

      Liebe Ines,
      wusste gar nicht, dass die Idee schon Meme-Charakter hat ☺️
      Finde es jedenfalls toll, dass Du das Gefühl hast, das Dein Leben schon genug aussortiert ist.
      Danke für Deinen Kommentar und auch Dir einen wunderbaren Advent
      Rebecca

  3. Carolin

    Liebe Rebecca,

    Konsumterror – genau so fühlt es sich an. Ich bin letztens in der Drogerie gewesen und habe mich förmlich erschlagen gefühlt. Ich bin auf jeden Fall dabei beim umgekehrten Adventskalender ☺️

    Liebe Grüße

    1. Rebecca

      Liebe Carolin,
      schön, dass Du auch dabei bist!
      Auf einen immer unbeschwerteren Advent ☺️
      Rebecca

  4. Queen All

    Die Umkehrung des Konsumrausches – finde ich klasse! Das sensibilisiert auch den Kopf wieder dafür, wie viel Zeug man so ansammelt, ohne groß darüber nachzudenken. Für mich ist das nichts. Wenn ich was sehe, was raus soll, mache ich kurzen Prozess. Also wäre ich spätestens nach einer Woche durch, weil alle Räume, Schubladen und Schränke durchforstet wären. Aber das genaue Bild vom ganzen Besitz, das ich meine, im Kopf zu haben, mal wieder gerade zu rücken, ist sicher nicht falsch…
    Liebe Grüße!

    1. Rebecca

      Liebe Vanessa,
      gar nicht erst warten, bis sich zu viel Plunder angesammelt hat, sondern gleich Handeln – das finde ich klasse! Es gibt viele Wege loszulassen.
      Manchmal hilft dafür ein äußerer Anlass oder das Wissen, dass man nicht alleine ist.
      Herzliche Grüße und einen schönen 1. Advent!
      Rebecca

  5. Hanna

    Liebe Rebecca,
    ich finde das ist eine sehr schöne Idee von dir! Ähnlich wie du habe ich den ganzen Adventskalender-Wahnsinn noch nie verstanden. Für Kinder finde ich es in Ordnung, denn es macht die Adventszeit nochmal besonderer für sie. Aber warum für Erwachsene? Wofür braucht man 24 Teile von ein und der gleichen Sache? Es ist schade, dass es mittlerweile bei Weihnachten und der Adventszeit so sehr um Konsum geht.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    1. Rebecca

      Liebe Hanna,
      ja, das sehe ich auch so: Für Kinder sind Adventskalender etwas Zauberhaftes, auf das sie sich jeden Morgen wieder freuen.
      Danke für Deinen Kommentar und eine schöne Adventszeit!
      Rebecca

  6. Claudia

    Hallo liebe Rebecca,
    ich feiere diesen Artikel und deine Anti-Adventskalender-Idee gerade richtig! Eine tolle Idee, um sich in dieser gleichermaßen dunklen und besinnlichen Zeit bewusst vom Konsum und Überfluss abzuwenden und sich darauf zu konzentrieren, Dinge loszulassen. Ich bin auf jeden Fall bei deiner #AntiAdventskalender-Challenge dabei.
    Und weil ich es liebe, äußere Rituale mit innerer Arbeit zu verknüpfen mache ich eine Extended Version. Ein leeres Glas und ein Satz kleiner Zettel steht schon bereit. Darauf schreibe ich jeden Tag eine Sache, die ich innerlich loslassen möchte. Das kann ein Gedanke, ein veralteter Glaubenssatz, eine Erwartung oder eine Sorge sein. Alles, was mir nicht mehr dient.
    Und wer weiß, vielleicht ist Ausmisten ja auch ein Muskel, den man trainieren kann und ich bin Ende Dezember dann so im Flow, dass ich mein ganzes Leben einmal gründlich durchgehe.
    Also, lieben Dank für die großartige Inspiration. Ich bin begeistert.
    Herzliche Grüße
    Claudia

    1. Rebecca

      Liebe Claudia,
      super, freue mich, dass Du bei meiner „Adventskalender-Challenge“ mitmachst! Und sie gleich noch um eine Ebene erweiterst!
      Die Dinge, die man loslässt, können natürlich auch immateriell sein – Gedanken, Erwartungen, Glaubenssätze, Ziele, die uns weder nützen noch uns motivieren.
      Meine Erfahrung: Loslassen lässt sich auf jeden Fall üben.
      Herzliche Grüße und einen inspirierenden Advent
      Rebecca

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